Ergebnis der Parlamentswahlen Januar 2015 in Griechenland

25. Januar 2015 / Aktualisiert: 20. September 2015 / Aufrufe: 12.054
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Die SYRIZA geht aus den Parlamentswahlen im Januar 2015 in Griechenland als klarer Sieger hervor, ohne jedoch eine regierungsfähige Mehrheit zu erreichen.

Wie die Ergebnisse der Parlamentswahlen am 25 Januar 2015 in Griechenland zeigen, hat die SYRIZA einen klaren Wahlsieg errungen, während die in einer Größenordnung bei 10% zurückliegende Nea Dimokratia (ND) ungefähr das selbe Ergebnis wie bei den Wahlen im Juni 2012 erreicht, das damals zu der Koalitionsregierung ND – PASOK – DIMAR führte.

Entgegen den gehegten Hoffnungen auf eine regierungsfähige Mehrheit wird allerdings auch die SYRIZA keine eigenständige Regierung bilden können, sondern eine Koalition mit den Unabhängigen Hellenen (ANEL) eingehen, deren Vorsitzender Panos Kammenos an der Regierung als Minister (möglicherweise für Seefahrt) beteiligt sein wird, ohne jedoch eine Regierungsvertretung zu verlangen.

PASOK schafft Sprung ins Parlament, DIMAR stürzt in den Keller …

Als die „großen Verlierer“ erweisen sich jedenfalls die PASOK-Partei, auch wenn sie entgegen zwischenzeitlichen Befürchtungen schließlich doch noch zumindest die 3%-Hürde locker überwunden hat, und natürlich die Demokratische Linke (DIMAR) des Fotis Kouvelis, die von satten 6% im Juni 2012 bei den gegenwärtigen Wahlen trotz der (nach dem „Korb“ von der SYRIZA bzw. Alexis Tsipras persönlich) eingegangenen Kooperation mit den „Grünen“ auf etwa 0,5% abstürzte und damit nicht nur ihre Präsenz im Parlament verliert, sondern auch auf der außerparlamentarischen Bühne in die Rolle des „Statisten“ verwiesen wird.

Was die rechtsradikale Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) betrifft, erzielt die neonazistische Partei bemerkenswerterweise in etwa das selbe Ergebnis wie auch bei den Parlamentswahlen im Juni 2012, obwohl derzeit rund ein halbes Dutzend ihrer Funktionäre und Abgeordneten (einschließlich des Parteivorsitzenden Nikos Michaloliakos) in Untersuchungshaft einsitzen, und könnte somit als nach dem derzeitigen Stand der Dinge drittstärkste Partei möglicherweise sogar beauftragt werden, eine Regierung zu bilden!

Im übrigen sei in Erinnerung gerufen, dass parallel zu der Regierungsbildung auch die Wahl des neuen Staatspräsidenten ansteht. Informationen zufolge soll jedoch auch in diesem Thema (sprich bezüglich des Kandidaten) eine Einigung erzielt worden sein.

Ergebnisse der Parlamentswahlen Januar 2015 im Detail

Das nachstehend dargestellte Wahlergebnis gibt den Stand der Auszählung der abgegebenen Stimmen wieder. Die zum Vergleich angeführte Differenz gegenüber den vorherigen Parlamentswahlen im Juni 2012 ist absolut (also nicht als relative Änderung) zu verstehen. Zur Anzeige der Parteinamen in der nachstehenden Graphik den Mauszeiger bitte auf das jeweilige Partei-Logo führen.

SY.RIZ.A. - Bündnis der Radikalen Linken ND - Neue Demokratie Goldene Morgenröte To Potami - Der Fluss K.K.E. - Kommunistische Partei Griechenlands AN.EL. - Unabhängige Hellenen PA.SO.K. - Panhellenische Sozialistische Bewegung KI.DI.SO. - Bewegung Demokratischer Sozialisten Zentrums-Union - Vasilis Leventis Sonstige

Wahlergebnis der Parlamentswahlen am 25 Januar 2015 in Griechenland

Bezüglich der Verteilung der Mandate sei ausdrücklich zum wiederholten Mal darauf hingewiesen, dass gemäß dem geltenden griechischen Wahlrecht die stärkste Partei unabhängig von dem erzielten Stimmanteil einen „Bonus“ von 50 Mandaten erhält!

(Quellen: Dolnet.gr, Medienberichte)

  1. Peppina
    25. Januar 2015, 23:44 | #1

    Bravo, das griechische Volk hat gesprochen. Wie es ausgehen wird bleibt dahingestellt, aber nichts kann schlechter werden als es eh schon ist. Es geht nicht von heute auf morgen, aber es ist eine Stimme, die den Menschen in Griechenland Mut machen kann. Vielleicht auch eine Stimme fuer Europa. Ich hoffe es … Syriza go … eine linke Regierung in Europa, wow, und das in dem Land der Wiege der Demokratie. Mutig soll es werden, wenn auch steinig. Aber welcher Weg ist schon gerade? Hoechstens die Welt der Banker, des Kapitals. Hoffen wir, dass das Buendnis der Syriza dem standhalten kann. Alles ist moeglich. Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran! Mut und Power und Schritte, die geschichtsweisend sind und beweisen, dass der Euro ein Fehlschlag war. Es geht um Menschen, was im Kapital vergessen wird.

  2. LiFe
    26. Januar 2015, 00:48 | #2

    Es könnte tatsächlich so kommen, dass Griechenland Europa retten könnte!

  3. Christiane
    26. Januar 2015, 01:34 | #3

    Toller Kommentar – spricht mir aus dem Herzen – Danke!

  4. 26. Januar 2015, 03:33 | #4

    Herzlichen Glückwunsch an unsere Freunde von der „Goldnen Morgenröte“ aus der BRD.

  5. Christina
    26. Januar 2015, 03:43 | #5

    Ja, endlich sind die alten Systemparteien weg, die für Oligarchenfilz und Korruption stehen! Schon lange nicht mehr so gefreut über irgendeinen Wahlausgang. Und ich bin richtig dankbar, dass die griechischen Wählerinnen und Wähler ihre Alternative links von der Mitte gesucht haben ansstatt ihrem Ex-Premier an den rechten Rand zu folgen, der sich in seinem Wahlkampf nicht zu schade war für rassistische Ausfälle auf dem Rücken von Flüchtlingen und Migranten. Geht doch! Muttis (Europa-) Politik ist nicht alternativlos. Danke!
    Zwar wird es für die absolute Mehrheit wohl nicht reichen, aber eigentlich müssten ja nur die Potami-Abgeordneten mal vor die Tür gehen, wenn es zur Abstimmung im Parlament kommt. Eine Minderheitenregierung, die sich ihre Mehrheiten je nach Thema suchen muss, ist nicht das schlechteste Modell. Und setzt endlich die Demokratie wieder in Kraft und das Parlament in seine Befugnisse ein, die durch die EU / Troika lange untergraben worden sind. Und vielleicht hören sich die Abgeordneten ja künftig auch einmal zu, statt sich nur in den Privatsendern gegenseitig zu überbrüllen. Schön wärs, aber heute nacht darf man ja vielleicht mal ein bisschen träumen.

  6. windjob
    26. Januar 2015, 04:25 | #6

    Die Griechen haben endlich die extrem korrupten und verfilzten sog. etablierten Politiker abgewatscht. Hoffentlich ist nun endlich Schluss mit der unsäglichen Vetternwirtschaft und der Bevorzugung der reichen Kaste. Macht euch mal keine Gedanken um die Merkel was den Schuldenschnitt betrifft. Diese hat in ihrer Regierungszeit schon so oft eine 180 Grad Drehung gemacht sie wird es auch diesmal tun.

  7. Maria
    26. Januar 2015, 05:50 | #7

    Endlich eine Wende und hoffentlich koennen auch wir Auslandsgriechen, bei den naechsten Wahlen endlich mal mitwaehlen! Schliesslich bringen wir unsere Gelder ins Land und zahlen auch unsere Steuern!

  8. habicht2014
    26. Januar 2015, 06:15 | #8

    Ja, man darf träumen. Und voll Spannung auf die Wahlen in Portugal und Spanien im Spätsommer schauen. Und darauf hoffen, dass Demokratie endlich (wieder) etwas anderes bedeutet, als sich Sorgen um das Wohlergehen der Banken und Superreichen zu machen.

  9. Ronald
    26. Januar 2015, 08:30 | #9

    Nüchtern betrachtet: Wen hätten sie auch wählen sollen? Vielleicht schaftt „ER“ ja die notwendigen Strukturreformen. Dafür wünsche ich Herrn Tsipras Glück. Die Skepsis überwiegt bei mir; nicht einmal wegen Tsipras, sondern wegen der Partei.

  10. Petra
    26. Januar 2015, 08:32 | #10

    Die alten Strukturen waren nicht die besten, ich frage mich allerdings was Herr Tsipras für ein Allheilmittel hat um das Land zu retten ich betone zu retten. Wenn ich an seine Worte denke das ein Austritt Griechenlands aus dem Euro möglich ist bekomme ich starke bedenken. Ein Schuldenschnitt ist vorstellbar aber nur wenn die Gläubiger mitziehen. Seine Versprechen Steuern zu senken bzw. wieder ins alte System zurückzuführen erscheint mir nur parteipolitisch von vorteil. Jedenfalls hat wie meine Vorschreiber gesagt haben das Volk hat entschieden und deshalb dürfen sich die Wähler nicht beschweren wenn es nicht funktioniert. Ich konnte leider nicht mitwählen weil ich im Ausland lebe und eine Briefwahl nicht möglich ist, für ein Land ist es seine Pflicht sowas zu ermöglichen.

  11. Elysso
    26. Januar 2015, 16:02 | #11

    Danke an die griechischen Wählerinnen und Wähler! Griechenland hat es verdient, seinen Weg zu gehen, weg von der Korruption, weg von diesen Politikern, weg von diesen Verrätern. Vorwärts in die Zukunft – für Griechenland. Griechenland geht in die Freiheit. Freiheit für das griechische Volk. Zurück zur Selbstbestimmung, zur Unabhängigkeit. Wir sind ein stolzes Volk und unsere Würde lassen wir uns von NIEMANDEN nehmen.

  12. Werner Titz
    26. Januar 2015, 17:03 | #12

    Herzlichen Glückwunsch den Griechen zu diesem Erfolg. Endlich heißen Wahlen in Europa nicht nur Abwechslung zwischen Sozi- und Christkonservativen, sondern wirklich auch: VERÄNDERUNG!

  13. Kleoni
    26. Januar 2015, 19:31 | #13

    Das erste Mal seit dem 2. Weltkrieg und dem daran anschliessenden Bürgerkrieg, konnten es westliche Mächte – erst die Engländer, dann die von etlichen Industrienationen unterstützte Militärjunta, nicht verhindern, dass sich das VOLK für eine linke Regierung entschieden hat. Ich hoffe und wünsche es dem griechischen Volk, dass die alte Filzokratie, das Fakelakiunwesen einer echten Reform, die sozial ausgeglichen ist, weichen muss.

  14. Deutsch-Griechin
    26. Januar 2015, 20:32 | #14

    Ich bin auch froh, dass endlich mal jemand anders als die übliche Mischpoke, die das Land zig Jahre lang in den Ruin getrieben hat, das Ruder übernimmt. Nur: Woher will der die Milliarden alle hernehmen, die er verteilen will?

  15. PeterPoly
    26. Januar 2015, 21:58 | #15

    Bravo Alexis, bravo, du konntest mit dieser gewonnenen Wahl die Flamme für die Rückkehr zu den Werten der Demokratie entfachen. Ein politischer Kurswechsel in GR war schon lange überfällig. Im übrigen Europa sieht es auch nicht besser aus. Sicherlich kamen schon die ersten Heuchler der Finanzmafia und klopften an deine Türe. Entweder um dir „lukrative“ Geschäfte zu unterbreiten, mit Geldern, die frisch aus der Druckerpresse stammen und keinen realen Gegenwert haben, oder um dich zu bedrohen. Jage diese Heuchlerischen Typen zum Teufel. Besteuere die Reeder und Reichen von GR und hole die Milliarden aus der Schweiz. Und veröffentliche eine Liste im WWW mit den Geldern, die angeblich nach GR geflossen sind um den „armen Griechen“ zu helfen, und beschreibe auch namentlich alle Banken, die von diesen Steuer – Geldern profitierten. Die Bürger in Europa sollen endlich erfahren, von welcher korrupten Bande sie regiert werden und wie mit den Steuer – Geldern umgegangen wird. Es braucht einen Aufschrei, der durch Europa geht, und vielleicht entzündet sich die Flamme und wird zum Flächenbrand. Ca. 400 Millionen Bürger in Europa würden es dir Danken – 0,123 Prozent (wurde aktuell von einem Schweizer Wissenschaftler berechnet) von 400 Millionen würden dich hassen. Bei diesem Verhältnis liegt es doch klar auf der Hand, dass sich etwas ändern muss.

  16. LiFe
    26. Januar 2015, 22:30 | #16

    Was mich nur gewundert hat war, wie schnell eine Koalition zustande kam. In Deutschland dauerte diese über einen Monat!

  17. V 99%
    26. Januar 2015, 23:31 | #17

    Beim ersten Versuch hat das Volk noch gekniffen, jetzt hat es doch „Links“ gewaehlt. Es war zumindest jetzt der bessere Zeitpunkt. Doch wie einheimische Zeitungen schreiben, kann man das auch als „Trotzwahl“ bezeichnen. In wieweit dies eine Veraenderung bei den oligarchischen Strukturen bringen wird, bleibt abzuwarten oder auch anzuzweifeln. Dass sich dadurch die langjaehrig gepraegte Fakelaki-Kultur schlagartig aendern wird, ist wohl eher unwahrscheinlich. Wie sagte schon Professor Rhamos kurz nach dem zweiten Weltkrieg: „Wir Griechen sind ein unglueckliches Volk. Kriege haben wir gewonnen, nie aber den Frieden. Trotzdem glauben wir an eine bessere Zukunft.“ Ich wuerde mir auch eine bessere Zukunft hier in GR wuenschen, bin dazu aber schon zu lange vor Ort und mit den „Braeuchen“ zu gut vertraut, als dass ich daran glauben koennte. Ich wuensche dem „roten Messias“ alles Gute und dass er sich nicht zwischen den Fronten der Bankster und Lobbyisten und Oligarchen und der Kirche aufreibt! Heute hat er ein dickes Plus bei mir bekommen, als er bei seiner Vereidigung auf den (Schein~) heiligen Segen der Kirche verzichtet hat! Tsipras for president! Vaxevanis for Pressesprecher!

  18. alois
    27. Januar 2015, 00:49 | #18

    danke, endlich mal eine seite wo ich mich wohlfühle. nicht nur wegen der gedanken die hier zum besten gegeben werden. alois – silberstadt schwaz (tyrol)

  19. Mort
    28. Januar 2015, 00:03 | #19

    An die „Leuchten“ von der NPD Unna/Hamm: Ihr habt VERLOREN, schon gemerkt?! Ich wünsche Alexis alles Gute und den „kriminellen Ausländern“ von der Morgenröte viel Zeit im Knast.

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