CADTM: Hände weg von Griechenland!

2. Januar 2015 / Aufrufe: 1.283

Das Komitee für die Streichung der Verschuldung der Dritten Welt CADTM erklärt seine Solidarität mit der Bevölkerung und der SYRIZA in Griechenland.

Die Mächtigen in Europa und der ganzen Welt warteten nicht einmal die Auflösung des griechischen Parlaments und den Beginn der Wahlkampfperiode in Griechenland ab, um ihren neuen Angriff der Lügen und Erpressungen zu starten, die darauf abzielen, die griechischen Bürger zu terrorisieren, damit sie bei den kommenden Wahlen am 25 Januar 2014 nicht die SYRIZA, also die griechische Allianz der Radikalen Linken wählen.

Und tatsächlich, mit der Unterstützung der großen europäischen Massenmedien beginnen zum x-ten Mal die Juncker, Merkel, Hollande, Renzis oder Moscovici heißenden „Oberen“ ihren groben Eingriff in die internen Angelegenheiten dieses Griechenlands, dass sie außerdem in einen Haufen gesellschaftlicher Ruinen verwandelt haben, seitdem sie ihm ihre unmenschlichen und barbarischen Austeritätspolitiken aufgezwungen haben.

Hände weg von dem kämpfenden und sich widersetzenden Griechenland!

Das CATDM (Komitee für die Streichung der Dritten Welt) hegt nicht den geringsten Zweifel bezüglich der wirklichen Absichten jener, die Griechenland in ein europäisches Labor ihrer extremsten neoliberalen Politiken und die Griechen zu realen Versuchstieren ihrer wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Schocktherapie gemacht haben. Wir müssen mit der Eskalation ihres Angriffs rechnen, da sie der SYRIZA nicht erlauben können, zu gewinnen und Nachahmer in Europa zu finden! Sie werden alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, weil sie sich bewusst sind, dass das, was bei den anstehenden Wahlen in Griechenland auf dem Spiel steht, der Erfolg oder das Misslingen des gesellschaftlichen Kriegs ist, den sie gegen die überwältigende Mehrheit der Bevölkerungen ganz Europas austragen!

Weil außerdem der auf dem Spiel stehende Einsatz dermaßen hoch ist, müssen wir damit rechnen, das die „Oberen“ in Europa und Griechenland nicht das Urteil der Wahlurnen respektieren werden, das zum ersten Mal den Sieg der griechischen Linken besiegeln wird. Ohne jeden Zweifel werden sie danach die aus den Wahlen hervorgehende Regierung zu ersticken versuchen, weil ihr eventueller Erfolg sicherlich als ungeheure Ermutigung zum Widerstand von Seite der Arbeiter und der Völker Europas interpretiert werden würde.

Das CATDM, das sich immer an der Seite des gegen die Austeritätspolitiken und die ernsthaften Verletzungen seiner gesellschaftlichen und demokratischen Rechte kämpfenden griechischen Volkes befand, wird wieder alles unternehmen, um die Linke und die gesellschaftlichen Bewegungen in Europa und darüber hinaus zu sensibilisieren, damit sie in einer breiten Bewegung der Solidarität mit dem griechischen Volk aktiv werden, das sich widersetzt und kämpft um von dem Alptraum einer Verschuldung befreit zu werden, die nicht nur nicht die seine, sondern auch offensichtlich in einem hohen Grad unrecht, illegal und unmoralisch ist. Das CATDM nimmt an, dass die Bildung eines internationalen Bürgergremiums zur Prüfung der griechischen Verschuldung, das zur Aufgabe hat, den nicht zu tilgenden ungerechten und / oder illegalen oder unethischen Teil dieser Verschuldung zu identifizieren, fast überall Nachahmer finden und die Aufkündigung der rechtlosen und / oder illegalen Verschuldung aller Länder der europäischen Peripherie auf die Tagesordnung setzen würde.

Die Solidarität mit dem griechischen Volk und der griechischen Linken, die sich widersetzen und kämpfen, um das Land und seine Bürger von der tödlichen Umarmung der Gläubiger und der Diktatur der Finanzmärkte zu befreien, ist heutzutage eine elementare übernationale Pflicht nicht nur der Kämpfer, sondern auch eines jeden europäischen Bürgers, der dieses Europa der Austerität ablehnt, das Verelendung, Rassismus und Barbarei gebiert.

(Quelle: contra-xreos.gr)

Relevante Beiträge:

  1. H.Bosse
    2. Januar 2015, 12:39 | #1

    Es gibt mehrere Wahrheiten. Das sollten alle Parteien und Bürger respektieren. Alles begründet sich in der Sichtweise der Dinge und diese kann ganz unterschiedlich sein.

  2. h.kuebler
    2. Januar 2015, 13:54 | #2

    Hände weg von Griechenland, ok. Schluss mit der tödlichen Umarmung, auch ok. Natürlich darf Griechenland wählen, was und wen es will. Vollkommen ok. Aber bitte dann auch nicht erwarten, dass andere die Milliarden rüberschieben. Griechenland hat jedes Recht, seinen eigenen Weg zu gehen. Ohne Toika, ohne Reformauflagen, ohne Kredite der EU, meinetwegen. Wie das gehen soll – schauen wir mal, lassen wir uns überraschen. Ich wünsche jedenfalls von ganzem Herzen, dass das Experiment gelingt. Was heissen soll, dass es dem Land und seinen Bürgern dann besser geht.

  3. H.Trickler
    2. Januar 2015, 18:20 | #3

    Ich habe die seitherigen öffentlichen Verlautbarungen von Merkel und Schäuble aufmerksam zur Kenntnis genommen und konnte dabei keinerlei Beeinflussungsversuch etc. feststellen. — Dies im Gegensatz zu früheren völlig kopflosen Bemerkungen von Hr. Junker und einer kürzlichen Entgleisung von Hr. Moscovici.

  4. Carlo
    2. Januar 2015, 19:40 | #4

    Die rübergeschobenen Milliarden landen nicht bei den Griechen, sie landen unverzüglich bei Deutsche Bank & Co.

  5. Freigeist
    2. Januar 2015, 19:41 | #5

    Bitte Syriza wählen. Wir brauchen mal wieder wirtschaftliche / gesellschaftliche Experimente in Europa. Venezuela ist ein schon länger laufendes Experiment und ist noch am Leben. Wir sollten in Europa die mutigen Griechen erleben dürfen, die sich von ihrer Politiker- und Bürokratenklasse befreien, ohne Einmischung von aussen. Steichungen von Privilegien, Umverteilen – fair. Vielleicht hilft Brüssel noch bei einer griechischen Energiewende mit Investitionen seitens der EZB, zinslos. Griechenland könnte eine öko-soziale Engergiewende mit Leichtigkeit schaffen, im Gegensatz zum nebligen Nordeuropa.

  6. Bernhard
    3. Januar 2015, 12:38 | #6

    Ich lebe und arbeite seit vielen Jahren als Produktionsleiter in Griechenland. Und wenn ich als deutsche Führungskraft eines gelernt habe, und nicht erst in Griechenland, sondern vorher schon viele Jahre in China und Südkorea, dann ist das die Tatsache, dass ich meine „deutsche“ Denkweise in Deutschland lassen muss um in einer anderen Kultur bestehen zu können. Und Griechenland ist nun mal eine andere Kultur.
    Das mittelständische griechische Unternehmen mit 60 Angestellten, für das ich tätig bin, läuft beständig … . Beständig am Abgrund! Und genau so beständig wird es in Zukunft auch weiterlaufen. Immer schön am Abgrund … . Wenn im Unternehmen eine Katastrophe abgewendet wurde, steuert man zielstrebig auf die nächste zu, um diese im letzten Moment irgendwie abzuwenden. Nach der entgangenen Katastrophe finden alle Warnungen und Planungen keine Beachtung mehr und es wird genau so weiter gemacht wie vorher … eben bis zum nächsten Abgrund.
    Ich habe als „Katastrophen-Manager“ kein Problem damit, schließlich sichert mir diese Firmenpolitik meinen Arbeitsplatz. In einem ähnlichen deutschen Produktionsbetrieb wäre es aber undenkbar. Die Griechen sind ohne Zweifel eine stolzes Volk, aber vor allem sind sie furchtlos. Im Gegensatz zu uns deutschen fürchten sie sich vor nichts, nicht vorm Morgen,
    nicht vor Abgründen, nicht vor Katastrophen. Wahrscheinlich weil sie historisch bedingt,
    das zu genüge erlebt haben. Und deshalb wird es in Zukunft auch heißen: …nach der Krise ist vor der Krise! Meiner Meinung nach ist das unvermeidlich, nur wünsche ich mir für unsere griechische Firma und für Griechenland einen längeren Zeitraum zwischen den Krisen, und das ist alles was ich hoffen kann.

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