Juncker möchte „vertraute“ Regierung in Griechenland

13. Dezember 2014 / Aufrufe: 1.588

Mit seiner Äußerung, bei Wahlen in Griechenland vertraute Personen vorzuziehen, rief Kommissionspräsident Juncker heftiges Missfallen bei der SYRIZA hervor.

Die Überzeugung, „die Griechen wissen, was ein falscher Ausgang der Wahlen für das Land und die Eurozone bedeuten würde„, brachte der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker zum Ausdruck, nachdem er vorher betont hatte, „alles getan zu haben, damit Griechenland im Euro bleibt„.

In Vermeidung – wie Juncker meinte -, sich in Themen nationaler Wahlen einzumischen, führte er nichtsdestotrotz an, keine „extremen Kräfte“ an der Macht zu sehen zu wünschen, sondern „bekannte Gesichter“ vorzuziehen.

Es ist verständlich, warum die Verfechter der Memoranden sich stützen

In einer am Abend des Donnerstag (11 Dezember 2014) übertragenen Diskussion im österreichischen Fernsehen sprechend, meinte der Präsident der Kommission, er habe „alles getan, damit Griechenland während der Krise nicht aus der Eurozone ausscheidet, und alles, was möglich war, damit die Einheit der Eurozone sichergestellt wird. Daher nehme ich also an, dass die Griechen, für welche die Dinge wirklich nicht leicht sind, gut wissen, was ein falscher Ausgang der Wahlen für Griechenland und die Eurozone bedeuten würde.

Auf die Äußerungen Junckers antwortend kommentierten Kreise der amtierenden Opposition bzw. SYRIZA, es sei „verständlich, warum die Förderer der Memorandums-Politiken in Griechenland und Europa sich gegenseitig unterstützen„.

Im selben Moment betonten die selben Kreise jedoch auch, die Mehrheit der europäischen Völker und europäischen Amtsträger „stehen den Einstellungen des griechischen Volkes mit Respekt gegenüber und stellen sogar ein Thema der Neubestimmung der vorherrschenden Politiken in Europa„.

Junckers Äußerungen über extreme Kräfte und vertraute Personen

Ich möchte mich nicht in Themen nationaler Wahlen einmischen„, betonte Juncker in diesem Punkt und meinte, er halte sich zurück, da die – von dem Verlauf des Vorgangs zur Wahl eines Präsidenten abhängige – Durchführung vorgezogener Neuwahlen noch gar nicht sicher sei. Im weiteren Verlauf äußerte er sich jedoch negativ über die „Möglichkeit, dass sich extreme Kräfte an der Macht befinden werden„, vermied allerdings danach zu beantworten, ob er die SYRIZA als eine „extreme Kraft“ betrachte.

Ich würde vorziehen, dass Griechenland von Menschen regiert wird, die eine Vision und ein Herz für die sozial Schwachen in Griechenland haben – und solche gibt es viele -, und die Notwendigkeit der europäischen Prozesse wahrnehmen„, äußerte der Präsident der Kommission und meinte charakteristisch: „Ich würde vertraute Personen vorziehen.

Aufgefordert, die Erklärungen Junckers zu kommentieren, meinte Kommissionssprecher Margaritis Schinas, „dies ist etwas, das vielfältig interpretierbar ist„, fügte jedoch nicht mehr an. Nach der Erklärung des Präsidenten der Kommission bezüglich „vertrauter Personen“ konkret gefragt, inwieweit sich die Politik der Kommission hinsichtlich der institutionellen Neutralität, die sie in den internen Angelegenheiten der Mitgliedstaaten zu wahren verpflichtet ist, meinte Herr Schinas, er habe der Bekanntmachung vom vergangenen Mittwoch über die Wahl des Staatspräsidenten in Griechenland nicht weiteres hinzuzufügen. „Vertraute Personen sind vertraute Personen. Es gibt viele Spielräume der Interpretation darüber, was gemeint sein kann„, endete er.

(Quelle: in.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Stavros Schweiz
    13. Dezember 2014, 16:06 | #1

    Der ehemalige Ministerpräsident und Strippenzieher für Steuersünder kann es nicht lassen.Das ist das gefährliche bei kleinen Leuten, denn sie leiden unter dem Zwerglisyndrom und müssen immer auffallen. Herr Junker, lassen sie das griechische Volk in Ruhe mit ihren verletzenden Empfehlungen und kümmern sie sich besser um ihre Vergangenheit; es ist sowieso eine Schande, dass sie diese Amt bekleiden! Aber eben die Merkel hat so einen guten Vertrauten, den sie hin und her schieben kann. Ein Sprichwort sagt: gehe mit der Zeit, sonst gehst du mit der Zeit.

  2. hingucker
    13. Dezember 2014, 18:58 | #2

    Die EU, wie sie Hr. Junker und Co. wollen, ist gescheitert. Dieser Mann ist besser als Lügenbaron Münchhausen und skrupellos dazu. In Griechenland werden Menschenleben geopfert, nur um Wahnideen aufrecht zu halten. Manchmal ist ein Ende mit Schrecken (EU Austritt) besser als ein Schrecken ohne Ende. Ein sauberer Staatsbankrott und ein Neuanfang mit eigener Währung und neuen Politikern, das wünsche ich den Griechen.

  3. Deutsche
    13. Dezember 2014, 21:44 | #3

    Also liebe Griechen. Wir als Deutsche mussten damals, als wir noch Leibeigene waren und von Junkern und Freiherren regiert wurden, auch das tun, was die wollten. Wenn nun der heutige Junker aus EU Luxemburg euch befiehlt, eine „vertraute“ Regierung (von Junkers Gnaden) zu wählen, dann habt ihr das auch zu tun. Wenn nicht, wird der Junker – wie damals auch – richtig böse und schickte seine Landsknechte, um die Widerspenstigen zu Räson zu bringen. Ihr denkt, dass dies heute nicht mehr möglich ist? Nein liebe Griechen, darauf würde ich keinen Ouzo verwetten.

  4. Georg Buchholz
    4. Januar 2015, 19:32 | #5

    Kann es in einer Demokratie einen „falschen Ausgang der Wahlen“ geben? Herr Junker was sind Sie eigentlich für ein Mensch?

Kommentare sind geschlossen