Griechenland: Klappe halten und zahlen

12. November 2014 / Aufrufe: 1.471

Die Regierung Samaras in Griechenland ist bereit, eine Vereinbarung einzugehen, die neue Auflagen und die enge Beaufsichtigung durch die Gläubiger des Landes mit sich bringt.

In den vergangenen Tagen bekamen wir viel und werden in den kommenden noch mehr über das „Ende des Memorandums“ zu hören bekommen, über den Erfolg der Regierung, uns zum Ausgang aus der Krise zu führen, über das Ende der Beaufsichtigung und Überwachung. Es ist nicht das erste Mal, dass die Lügner sich selbst übertreffen und dabei absolutes Vertrauen in die goebbelistische Logik haben, dass eine Lüge um so glaubhafter wird, je größer sie ist …

Trotz der Lügner und der Lügen existiert jedoch die Realität, die äußerst simpel ist:

  • Die Gläubiger beharren darauf, uns Geld zu leihen.
  • Die neuen Kredite zur Bedienung der alten bedeuten neue Verpflichtungen und Memoranden.
  • Die neuen Verpflichtungen bedeuten Verlängerung der Beaufsichtigung und Kontrolle.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache

Die Schlussfolgerungen sind ganz einfach, wie die nachstehenden Zahlen des Trägers für die Verwaltung der öffentlichen Verschuldung enthüllen und die bis zu diesem Moment vorgesehenen Beträge (in Mrd. Euro) beschreiben, die das Land bis 2030 schuldet:

  • 2013: Tilgungen 12,890 – Zinsen 5,887
  • 2014: Tilgungen 24,900 – Zinsen 6,026
  • 2015: Tilgungen 16,018 – Zinsen 5,878
  • 2016: Tilgungen 7,075 – Zinsen 6,028
  • 2017: Tilgungen 7,480 – Zinsen 6,405
  • 2018: Tilgungen 4,672 – Zinsen 6,590
  • 2019: Tilgungen 9,949 – Zinsen 6,622
  • 2020: Tilgungen 7,052 – Zinsen 6,360
  • 2021: Tilgungen 7,169 – Zinsen 10,956
  • 2022: Tilgungen 8,873 – Zinsen 24,489
  • 2023: Tilgungen 11,186 – Zinsen 17,551
  • 2024: Tilgungen 10,864 – Zinsen 13,641
  • 2025: Tilgungen 8,795 – Zinsen 9,030
  • 2026: Tilgungen 8,569 – Zinsen 8,642
  • 2027: Tilgungen 8,453 – Zinsen 8,215
  • 2028: Tilgungen 8,060 – Zinsen 7,779
  • 2029: Tilgungen 7,308 – Zinsen 7,290
  • 2030: Tilgungen 7,329 – Zinsen 6,853

Wenn zu diesen Milliarden hinzugerechnet werden:

  • die ungefähr 90 Milliarden, die das Land 2012 zahlte,
  • die erwarteten Finanzierungslücken der Jahre 2015 – 2016, die ebenfalls durch Kredite gedeckt werden sollen,
  • aber auch, was das griechische Volk seit 1991 bis heute gezahlt hat und 1 Billion Euro tangiert,

wenn also all dies mit einbezogen wird, stellt sich das Bild der griechischen Schuldenkolonie ganz klar dar.

Neue Auflagen und enge Beaufsichtigung

Um wahrzunehmen, was genau Schuldenkolonie bedeutet, braucht niemand ein Wirtschaftswissenschaftler zu sein. Er kann sich an einen Zinswucherer der Nachbarschaft wenden, damit es ihm dieser erklärt: Wer – wie auch eine Schuldenkolonie – in die Hände des Zinswucherers gefallen ist, existiert und handelt einzig und allein, um seine Schulden zu bezahlen. Wir denken, es ist offensichtlich, dass der Zinswucherer keinerlei Interesse daran hat, dass der Kunde seine Schuld begleicht. Außer, er macht es mit neuen Krediten …

An genau dieser Stelle befindet sich die Regierung (in ihren Verhandlungen mit der Troika bzw. den Gläubigern). Sie ist bereit, die neue Vereinbarung mit dem Zinswucherer abzuschließen. Diese Vereinbarung wird präventive Kreditlinie genannt werden, neue Auflagen mit sich bringen und die enge Beaufsichtigung des Landes durch die Mechanismen der Zinswucherer – Gläubiger voraussetzen.

Schlussfolgerung: Für Dich, der Du immer noch verwirrt bist wegen des Widerspruchs, den die von Dir durchlebte düstere Realität zu all dem schafft, was Dir die Vertreter der Koalitionsregierung optimistisch erzählen, ist es die Mühe wert, aufmerksamer der einfachen Anweisung zuzuhören, die Dir die Zinswucherer auf jede Weise übermitteln:
Klappe halten und zahlen …

(Quelle: To Pontiki, Autor: Dimitris Milakas)

Relevante Beiträge:

  1. Ronald
    12. November 2014, 08:44 | #1

    Die griechische Regierung ist keinefalls „bereit“ eine neue Vereinbarung mit den Geldgebern innerhalb der EU einzugehen. Sie ist schlicht – mangels Zugang zu bezahlbaren Kondionen für Kredite auf dem freien Kapitalmarkt – gezwungen. Wer das kritisiert möge eine Alternative aufzuzeigen.

  2. Windjob
    12. November 2014, 12:58 | #2

    Dies ist normales Bankverhalten. Wer sich Geld leiht muss sich gefallen lassen, dass der Gläubiger die Regeln bestimmt. Will er das nicht, muss er vernünftig wirtschaften damit er kein Geld aufnehmen muss. Geh mal zur Bank und frage nach einem Kredit über naja sagen wir mal 100.000 Euro. Der Bankmitarbeiter wird kaum in die Kasse greifen und diese über den Tresen schieben. Was hier alles mit EU Geldern in der Vergangenheit passiert ist spricht doch Bände. Jetzt wundern sich alle, dass dies nicht mehr so läuft. Im Gegenteil, dies hätte so schon vor 20+ Jahren geschehen müssen.

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