Korrigierte Immobiliensteuer-Bescheide in Griechenland

30. Oktober 2014 / Aufrufe: 1.228

Aus dem ersten Zyklus der Korrektur der Bescheide zur ENFIA in Griechenland ergibt sich für fast 1,5 Millionen Eigentümer eine signifikante Senkung der Steuerschuld.

Wie sich aus dem ersten Zyklus der Neuberechnung der „Einheitlichen Immobilienbesitz-Steuer“ (ENFIA) ergibt, wurde für rund 1,45 Mio. Eigentümer von Immobilien in Griechenland die Steuerschuld mehr oder weniger erheblich reduziert – allerdings erst praktisch in letzter Minute bzw. 48 Stunden vor der Fälligkeit der bis spätestens 31 Oktober 2014 zu entrichtenden 2. Rate der ENFIA … !

Für etwa 1,3 Mio. Steuerpflichtige bzw. rund 1,1 Mio. Haushalte reduzierte sich die ENFIA um 50%, was sich in einem Gesamtbetrag von ca. 83 Mio. Euro niederschlägt.

Steuerermäßigungen von insgesamt fast 100 Mio. Euro

Vorstehendes geht aus den Resultaten des ersten Zyklus der aktualisierten Feststellung der ENFIA hervor, bei dem nun endlich die (bereits Ende 2013 gesetzlich festgelegten!) Ermäßigungen für einkommensschwache, kinderreiche und behinderte Steuerpflichtige berücksichtigt wurden.

Laut dem Generalsekretariat für öffentliche Einnahmen (GGDE) wurde 80.805 Steuerpflichtigen bzw. 50.623 Haushalten eine völlige (100%) Befreiung von der ENFIA zuerkannt, was einem Betrag von insgesamt 10.362.703,67 entspricht. Schließlich wurde auch für 110.170 nicht elektrifizierte Immobilien (bzw. dingliche Anrechte) der Kategorien 1, 2 oder 3 (Wohnung, Einfamilienhaus, gewerbliche Immobilie) die gesetzlich vorgesehene Steuerermäßigung von 20% eingeräumt. Der Gesamtbetrag dieser Ermäßigung erreicht 4.685.611,80 Euro und bezieht sich auf 78.399 Eigentümer.

Zusätzlich erfolgte eine Neuberechnung (der ENFIA) für Eigentümer von Grundstücken, bei denen der Grundstückswert im September 2014 korrigiert wurde. Insgesamt betrifft die Neufeststellung der ENFIA 1.456.955 Eigentümer und schlägt sich in einem Betrag von insgesamt 98.284.820,05 Euro nieder.

„Fristgemäße“ Korrekturen der Vermögenslage ab November 2014

Weiter wird klargestellt:

  1. Ab Anfang November 2014 können Steuerpflichtige, die (bisherigen) Angaben zu ihren Vermögensverhältnissen korrigieren möchten, elektronisch und bis zum 30 November 2014 fristgemäß eine Immobiliendeklaration E9 einreichen, mit der die Korrektur, Löschung und Ergänzung von Angaben zu ihren Immobilien möglich ist, damit ihr „Bild“ in dem System den tatsächlichen Verhältnissen entspricht.
  2. Sofern sich aus der Einreichung der korrigierenden Deklaration eine Steuerrückzahlung von über 300 Euro ergibt, ist der Steuerpflichtige verpflichtet, dem zuständigen Finanzamt (DOY) die Unterlagen vorzulegen, die den Grund für die Abgabe dieser (korrigierenden) Erklärung bestätigen.
  3. Falls nach der Einreichung der ersten Korrekturerklärung bis zum 30/11/2014 eine neue korrigierende Erklärung angegeben wird und sich eine Reduzierung der Steuer ergibt, wird eine erneute Feststellung der Steuer auf jeden Fall (erst) nach Überprüfung der einschlägigen Unterlagen erfolgen.
  4. Nach Vollendung der elektronischen Bereinigung der vorstehenden Fälle im Dezember 2014 und sofern sich Fälle von Steuerpflichtigen, die wegen des Fehlens wesentlicher Angaben nicht elektronisch unterstützt werden können, sowie auch Korrekturen der Berechnung der Steuer ergeben, für die entweder die Beibringung von Unterlagen erforderlich ist oder die nicht durch die elektronische Einreichung einer Erklärung abgedeckt sind, werden diese fallweise auf einschlägigen Antrag des Interessenten und unter Beibringung der – soweit erforderlichen – Unterlagen bearbeitet werden.

Bezüglich der Fälle 3 und 4 werden die erforderlichen Runderlasse und Beschlüsse ergehen sowie detaillierte Anweisungen gegeben und auf den Internet-Präsenzen der GGDE bekannt gegeben werden.

(Quelle: voria.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Salvatore
    30. Oktober 2014, 19:19 | #1

    Jetzt frage ich mich natuerlich wie man seine 50% zuviel bezahle ENFIA zurueck bekommt? Ich habe meinen ENFIA bescheid am selben Tag nach dem er bei GSIS anrufbar war, in Bar vollstaendig bei der POST bezahlt. Nun habe ich heute gesehen dass er um 50% reduziert wurde. Wie bekomme ich die haelfte zurueck bzw. wird es mit der naechsten ENFIA wenigstens verrechnet? Ich hoffe das GR Blog Team kann mir helfen, vielen dank!

  2. Team
    30. Oktober 2014, 21:08 | #2

    @ Salvatore
    Den bisherigen Informationen zufolge ist ein Antrag an das (zuständige) Finanzamt zu stellen. Ergibt sich bei der Prüfung, dass sonstige festgestellte (also ggf. auch erst zukünftig fällig werdende!) Verbindlichkeiten anhängig sind, erfolgt eine Verrechnung, anderenfalls wird der überzahlte (bzw. nach Verrechnung verbleibende Rest-) Betrag auf ein in dem Antrag benanntes beliebiges Konto bei einer griechischen Bank überwiesen.

  3. Salvatore
    30. Oktober 2014, 21:18 | #3

    @ Team
    Vielen Dank fuer die schnelle Antwort. Koennen Sie mir sagen, wie sich dieser Antrag nennt (eventuell auch in welcher Abteilung ich den im Finanzamt zu stellen habe) und wo ich dem Finanzamt meine Kontodaten hinterlegen kann? Geht das eventuell auch ueber gsis.gr? Bis dato habe ich dem Finanzamt keinerlei Kontodaten hinterlegt.

  4. Team
    30. Oktober 2014, 22:08 | #4

    @ Salvatore
    Unseres Wissens gibt es (derzeit) kein spezielles Formular für die Beantragung der Erstattung / Verrechnung überzahlter ENFIA. Die Möglichkeit, „global“ eine Bankverbindung zu hinterlegen bzw. mit einer Steuer-ID zu verknüpfen, ist – zumindest bisher – nicht vorgesehen.

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