Elektrizitätsgesellschaft in Griechenland beauftragt Inkasso-Unternehmen

6. Oktober 2014 / Aufrufe: 788

Die öffentliche Elektrizitätsgesellschaft DEI in Griechenland trägt die Beitreibung ihrer Außenstände aus unbezahlten Stromrechnungen privaten Inkassounternehmen an.

Die immer weiter ansteigenden und inzwischen bei 1,7 Mrd. Euro angelangten Außenstände der öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) in Griechenland aus unbezahlten Stromrechnungen führen das Unternehmen in finanzielle „Atemnot“.

Die Auswirkungen auf die Liquidität des Unternehmens sind inzwischen sehr ernsthaft und haben zum Ergebnis, dass es derzeit nicht seine Verpflichtungen an die (Strom-) Lieferanten, den Verwalter des Transportsystems (ADMIE) und den Marktbetreiber (LAGIE) zu bedienen vermag, was wiederum Probleme in der gesamten Kette des Elektrizitätsmarktes verursacht. Funktionäre der DEI schätzen ein, dass bis Ende des Jahres 2014 die unbezahlten Rechnungen auf 2 Mrd. Euro emporschnellen werden.

DEI wendet sich erstmalig an Inkassounternehmen

Von den insgesamt 1,7 Mrd. Euro aus unbezahlten Rechnungen rühren 960 Mio. Euro aus dem Niederspannungssektor, 430 Mio. Euro aus dem Hochspannungssektor (ALUMIL und Larco), 180 Mio. Euro aus dem engeren und weiteren öffentlichen Sektor und 150 Mio. Euro aus dem Mittelspannungssektor her. In diesen Beträgen sind laut der Zeitung „Kathimerini“ nicht die fälligen Verbindlichkeiten der Verbraucher enthalten, die in den sogenannten „Sozialtarif“ (sprich von der Gesamtheit der übrigen Verbraucher über eine einschlägige Sonderabgabe subventionierten Sondertarif) eingegliedert worden sind und etwa 550.000 Haushalte zählen.

Funktionäre der DEI führen das Problem mit der Entgleisung der unbeglichenen Verbindlichkeiten vorrangig auf die sich unter der Last der Begleichung von Steuern innerhalb eines kurzen Zeitraums (Einkommensteuer, ENFIA usw.) verschlimmernde wirtschaftliche Misere der Konsumenten, aber auch eine Reihe staatlicher Beschlüsse zurück, die in Zusammenhang mit dem Verbot der Unterbrechung der Stromversorgung nicht nur bei „sensiblen“ (sprich besonders „schutzbedürftigen“) Konsumenten, aber auch anderen Verbrauchergruppen in Zusammenhang stehen.

In einem Versuch, von dem Betrag der 1,7 Mrd. Euro beizutreiben, was es „zu retten“ gibt, hat sich die Leitung des Unternehmens erstmalig in der Geschichte der DEI zu der Suche nach Inkassofirmen (Anwaltskanzleien) geflüchtet, die in einer ersten Phase die außergerichtliche „Regulierung“ der Verbindlichkeiten mit den Kunden des Unternehmens übernehmen werden. Es handelt sich um ein Pilotprogramm und betrifft in einer ersten Phase 10.000 – 20.000 Fälle in der Region Attika, bei denen es im Durchschnitt um jeweils 10.000 Euro geht. Parallel hat das Unternehmen von dem DEDDIE verlangt, den „Tacho“ der täglichen Stromabschaltungen bei den Verbrauchern „hochzuschrauben“, die nicht der Kategorie der „sensiblen“ Konsumenten angehören.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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  1. 6. Oktober 2014, 16:29 | #1

    Im Grunde ja ein ganz normaler Vorgang bei einer Firma und, wenn es tatsächlich auf die außergerichtliche Regulierung abzielt, für meine Begriffe auch durchaus „human“. Was mich irritiert und was der Sache einen negativen Beigeschmack gibt, ist das hier: „Parallel hat das Unternehmen von dem DEDDIE verlangt, den “Tacho” der täglichen Stromabschaltungen bei den Verbrauchern “hochzuschrauben”, die nicht der Kategorie der “sensiblen” Konsumenten angehören.

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