Ryanair verlangt von Griechenland Steuerbefreiung für Winterperiode

1. September 2014 / Aufrufe: 850

Die Ryanair vertritt, eine Befreiung von den Abgaben während der Winterperiode sei der beste Weg, die touristische Saison in Griechenland zu verlängern.

Die Ryanair verlangt den Erlass der Steuern bzw. Abgaben für die Fluggesellschaften, die in der Winterperiode Flüge zu Zielen mit niedriger Nachfrage durchführen. Die Low-Cost-Gesellschaft aus Irland, die in diesem Jahr ihre Präsenz an vielen griechischen Flughäfen spürbar gemacht hat, argumentiert, ein solcher Zug stelle die beste Weise für die Verlängerung der touristischen Saison in Griechenland dar.

Letzteres ist eine beständige Bemühung Griechenlands, das sich seit Jahren die Verlängerung der touristischen Saison zum Ziel gesetzt hat, die Resultate in diese Richtung werden allerdings bisher als eher spärlich charakterisiert.

Wenn die Steuern gestrichen werden, werden die Flüge weitergehen

Wie David O’Brian, der Verkaufsdirektor der Ryanair erklärte, müsse Griechenland das Anliegen bezüglich der Streichung der Steuern bei den Flügen in der Winterperiode erneut betrachten. Konkret betonte Herr O’Brian, der sich für seinen Sommerurlaub in Griechenland befand, im Gespräch mit „Chania-News“ charakteristisch, „in diesem Moment gibt es im Winter keine Flüge aus dem Ausland. Die Einnahmen für Griechenland sind somit Null. Wenn also die Steuern gestrichen werden, wird es Flüge geben, die Besucher bringen werden. Die Einnahmen werden für die lokalen Unternehmen direkt und für den griechischen Staat – aus der Besteuerung der erbrachten Leistungen – indirekt sein.

Herr O’Brian unterstrich, die Ryanair, die eine Basis in Chania eingerichtet hat, beabsichtige unter der Voraussetzung der Steuerbefreiung, zwei Flüge in der Woche nach Chania aufrecht zu erhalten. Weiter betonte er ebenfalls, Ziel aller erfolgenden Aktionen müsse die Steigerung der Anzahl der in einem Gebiet eintreffenden Besucher sein: „Wenn die touristische Periode in Chania verlängert werden wird, werden sich auch die Hotelanlagen füllen, die während der Winterperiode ohne Arbeit bleiben.

Es ist anzumerken, dass in der Vergangenheit ein Programm mit Anreiz den Erlass der Abgaben für Flüge zu den peripheren Flughäfen des Landes umgesetzt worden ist, ohne dass sich jedoch imposante Resultate ergaben, weil die Anziehung internationalen Verkehrs während des gesamten Jahres nicht möglich wurde.

Skeptizismus bezüglich der Auswirkungen der Flughafenprivatisieungen

Der Funktionär der Ryanair vergaß ebenfalls nicht, seinen Skeptizismus hinsichtlich der Auswirkungen zum Ausdruck zu bringen, welche die Privatisierung des Flughafens von Chania für die Fluggesellschaften und im weiteren Sinn für den Tourismus haben wird. Der konkrete Flughafen zählt zu den 21 peripheren Flughäfen Griechenlands, für welche die Abgabe verbindlicher Angebote von Seite der interessierten Investoren ansteht.

Eine eventuelle Erhöhung der Besteuerung am Flughafen Chania würde uns sicherlich zu denken geben. Chania – und ganz Kreta – sind ein wunderbarer Ort, jedoch können – wie jede Gesellschaft – auch wir nicht emotional, sondern nur auf Basis der Logik handeln. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich sage nicht, dass wir uns aus Kreta zurückzuziehen erwägen, sondern dass wir die Entwicklungen nachdenklich beobachten„, merkte er an und ließ alle Möglichkeiten darüber offen, wie die Gesellschaft zu reagieren beabsichtigt, falls die Privatisierung des Flughafens eine Kostenerhöhung verursachen wird.

Unter Voraussetzungen könnte es jährlich 10 Mio. Ankünfte mehr geben

Laut eurotoday.gr wird in Erinnerung gerufen, dass die Ryanair sich unter den Gesellschaften befindet, die mit der Regierung Zyperns die Möglichkeit des Aufkaufs der Cyprus Airways diskutieren. Auf die Frage, in wie weit es sich um ein Thema handelt, das den Verbleib der Gesellschaft in Chania zu beeinflussen vermag, vermied Herr O’Brian eine klare Antwort zu geben. „Ein Investition in Zypern bedeutet nicht, dass sie direkt unsere Basis auf Kreta beeinflusst. Natürlich haben die beiden Inseln vieles gemeinsam, und ein neutraler ausländischer Besucher wird vielleicht meinen, er werde keine Unterschiede sehen, wohin er auch reist.

Wie er anmerkte, liegt es in den Plänen der Gesellschaft, die Anzahl ihrer Passagiere in den kommenden 5 Jahren um 30 Millionen zu steigern, und meinte abschließend: „Die Frage ist, wohin werden wir sie bringen? Unter gewissen Voraussetzungen könnten jährlich mehr als 10 Millionen Reisende nach Griechenland kommen. Hauptsache, es geschehen jedoch gewisse Dinge, weil unter den derzeitigen Umständen der Spielraum für eine Steigerung der Ankünfte gering ist.

(Quelle: Voria.gr)

  1. heiko
    1. September 2014, 10:35 | #1

    Zunächst entschuldige ich mich erst mal in aller Form für die Wortwahl, aber wer hat denen denn ins Hirn geschissen ?

  2. Götterbote
    1. September 2014, 16:24 | #2

    Ich habe recht gute Beziehungen in die Tourismusbranche in Griechenland und Fakt ist leider eines: die meisten Hoteliers haben gar kein Interesse an einer Verlängerung der Saison. Es wird zwar viel in alle Richtungen gejammert, aber offensichtlich immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Und sicherlich gibt es auch gute Argumente gegen die Verlängerung, sofern sie aus wirtschaftlicher Sicht der Betroffenen nicht zwingend notwendig ist (und der Staat als Steuerverschwender ist für mich kein Betroffener). Ich gönne es jedenfalls jedem Hotelbetreiber und Angestelltem, wenn er mit dem Verdienten aus der Saison die Winterperiode bequem überstehen kann und sich nicht für noch weniger Geld verkaufen muss. Andererseits muss man sich halt fragen, ob es langfristig gesehen klug ist, darauf zu verzichten.

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