Griechenland: 1 Mrd Euro aus illegalen Urlaubswohnungs-Vermietungen

1. September 2014 / Aufrufe: 1.608

Laut der Zeitung Ethnos werden in Griechenland die Umsätze aus der illegalen Vermietung von Urlaubsunterkünften auf 1 Milliarde Euro veranschlagt.

Die rechtswidrige Vermietung von Wohnungen hat in Griechenland, aber auch im Ausland beachtliche Dimensionen angenommen, wobei der Umsatz sich auf viele Milliarden Euro beläuft und den zuständigen Behörden Kopfschmerzen verursacht, zumal über diese Schiene erhebliche Mengen an „Schwarzgeldern“ kursieren.

Laut einem einschlägigen Artikel in der Zeitung „Ethnos tis Kyriakis“ (= Sonntagsausgabe der Zeitung „Ethnos“) erfolgt die Vermietung üblicherweise über – auch in Griechenland vertretene – Internetseiten wie Airbnb, Tripping, Homeaway, Onefinestay usw., die in den USA bereits Gegenstand einer staatsanwaltschaftlichen Untersuchung darstellen.

Ermittlungen in den USA rücken auch Griechenland ins Visier

Spezieller in Griechenland übersteigt – gemäß besagter Reportage der Zeitung „Ethnos“ – der Umsatz aus der illegalen Vermietung von Wohnungen per Internet 1 Milliarde Euro, und die Träger der Tourismus-Branche üben Druck bezüglich der Kontrolle der Webseiten aus, auf denen Immobilien zur Vermietung ausgelobt werden. Laut dem in Rede stehenden Artikel erfolgt der Kontakt zwischen Vermieter und Interessent üblicherweise elektronisch, während die Bezahlung meistens per PayPal oder „Zug um Zug“ bei der Vermietung erfolgt, ohne dass der Staat die Existenz einer Steuerhinterziehung nachweisen kann.

Der Ablauf ist – wie in dem Artikel dargestellt – simpel: Der Eigentümer (sprich Vermieter) schreitet zu einer völlig kostenlosen Einstellung seiner Wohnung auf konkreten Webseiten, nebst Fotografien sowie auch den Mietzeiten und den angebotenen Leistungen. Auf Basis des Buchungsbetrags kann die Provision der Webseite 3% betragen, was die Kosten der Zahlung deckt, während der Besucher 6% – 12% entrichtet.

Das jüngste Einschreiten der New Yorker Staatsanwaltschaft bezüglich der Webseite Airbnb brachte erneut das Thema mit den „schwarzen Villen“ auf den Tisch und rückte auch Griechenland ins Visier, wo die konkrete Webseite ebenfalls betrieben wird.

Vermietungen von Urlaubsunterkünften über booking.com

Der Vollständigkeit halber möchten wir unseren Lesern nicht den zu dem obigen Artikel abgegebenen Kommentar vorenthalten, der auf der weiter unten verlinkten Quellseite unter dem Pseudonym „GIGENIS THESSALONIKEAS“ (31 Aug 2014 – 20:15) abgegeben wurde:

Soweit mir bekannt ist und ich in Kenntnis der Dinge berichte, da ich in diesem, dem vergangenen und im vorvergangenen Jahr über booking mehrere Einzelbuchungen tätigte (jeweils 2 – 3 Kurzzeitmietungen für 4 – 5 Übernachtungen in jedes Mal unterschiedlichen Gebieten des Landes), und genau weil – wie mir die Unternehmer erklärten – die Transaktion über dieses Portal erfolgt, stellten mir alle, also wirklich alle Eigentümer der Unterkünfte, in denen ich verweilte, ohne weiteres und ohne jegliche Nachfrage meinerseits eine gesetzlich vorgesehene Quittung aus, wobei sie davon ausgingen, dass die Vermietung (so wie so) ausfindig gemacht werden wird.
Booking erhebt direkt von dem Eigentümer (sprich Anbieter) entweder bei der ’nicht erstattungsfähigen‘ Vermietung (early booking) oder (ggf.) später bei der Zahlung durch den Mieter nach Ende des Aufenthalts eine Provision von 7% – 10%. Es (das Portal) erhebt niemals Zahlungen von dem Mieter und stellt ihm keine Kosten oder Provisionen in Rechnung. Weiter stellte man mir überall, wo ich in ein Touristenrestaurant, eine Taverne, eine Bar usw. besuchte, eine Quittung aus. Ich weiß nicht, was bei ausländischen Touristen geschah. Also ob sie ihnen eine Quittung ausstellten oder nicht.
Ich bin der Ansicht, dass nach dem, was ich (hier) anführe und meine persönliche Erfahrungen – Erlebnisse darstellt, der Lügen-Artikel der Zeitung ETHNOS bezüglich 1 Mrd. nicht der Realität entspricht und auf irrigen Schätzungen zu Gunsten einer billigen Eindrucksschinderei beruht, so wie im übrigen schon viele Male unwahr diverse gigantische Summen benannt wurden, die angeblich dem Finanzamt entgingen und natürlich niemals gefunden und nicht beigetrieben wurden, weil sie allein in der Phantasie derjenigen existierten, welche die ‚Berechnungen‘ anstellten.

(Quelle: Voria.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Götterbote
    1. September 2014, 16:34 | #1

    Ich kann den Kommentar des Leser nur bestätigen. Schon Jahre vor der Krise habe ich (fast) immer auch ungefragt Quittungen erhalten, egal ob im Periptero (seit der Pflicht zur Ausstellung von Quittungen) oder im Hotel. Viel häufiger ist es in Deutschland nötig nach der Quittung zu fragen und in der Gastronomie erhält man sehr oft eine nicht ordnungsgemäße Quittung oder als „Zwischensumme“ deklarierte Quittung, die im Nachhinein vom Gastronom problemlos storniert werden kann.

  2. Paralia
    1. September 2014, 19:47 | #2

    Ich bin der Meinung das der Zeitungsartikel nur die halbe Wahrheit beinhaltet. Die genannten Vermittlunhsportale mit Ausnahme von booking.com führen die Umsatzsteuer gemäß eu Bestimmungen ab. Um es an einem konkreten Beispiel zu nennen, so liefert Airbnb in Dublin / Irland die Mehrwertsteuer ab. Am 1. Januar 2015 tritt ein neues EU-Steuergesetz in Kraft. Dann wird Airbnb die Mehrwertsteuer anhand der Rate berechnen, die im Land des Wohnsitzes des Gastgebers gilt, und die Meldung an das jeweilige Finanzamt macht der Vermieter genauso wie andere Einkommen die er erwirtschaftet. Man kann doch nicht das Volk bevormunden und entmündigen, zumal die Vermittlungsportale durchwegs seriös arbeiten.
    In wenigen Monaten sehe ich schon den die gleichen Journalisten und andere Interessenvertretungen über die kommenden Mitfahrer-Gelegenheiten herziehen, da sie als Konkurrenz zu Taxis und Tramsportgewerbe stehen. JEDE ZEIT HAT IHRE NEUERUNGEN und man solle nicht alles Neue schlecht machen, sondern ein Miteinander suchen.

  3. Moppel
    1. September 2014, 20:41 | #3

    Auf dem Gebiet der Vermietung von Ferienwohnungen und -häusern wird zweifellos in einem erheblichen Umfang „am Finanzamt vorbei“ gewirtschaftet, zumal die geltende Gesetzgebung und die absurden einschlägigen Bestimmungen sogar auch solche „privaten“ Vermieter in die Illegalität zwingen, die ihre Einnahmen liebend gerne ehrlich dem griechischen Finanzamt melden würden. So lange die Lobbys in einträchtiger Zusammenarbeit mit der bürokratischen Maschinerie eine radikale Liberalisierung / Simplifizierung der gelegentlichen privaten Kurzzeit-Vermietungen erfolgreich verhindern, wird sich daran leider auch nichts ändern.

    Was die in Rede stehende „Reportage“ der Zeitung Ethnos betrifft, schließt sie nahtlos an die übliche Methodik der „regierungsnahen“ griechischen Medien bei der Steuerung der öffentlichen Meinung an. Als vor etwa 10 Tagen die Lehrerverbände angesichts des anstehenden Beginns des neuen Schuljahrs öffentlich das Fehlen tausender Lehrkräfte monierten, schob „Ethnos“ in getreuer Umsetzung der Goebbelschen Propaganda-Rhetorik prompt einen Artikel über die unglaubliche Misswirtschaft an griechischen Schulen nach, und schon war das Weltbild des unbedarften Durchschnittsbürgers wieder ins Lot gerückt.

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