Gläubiger haben Regierung in Griechenland abgeschrieben

19. September 2014 / Aufrufe: 1.303

Die Gläubiger Griechenlands scheinen die derzeitige Koalitionsregierung unter Antonis Samaras bereits abgeschrieben zu haben.

Die Anweisung der Eurogruppe am vergangenen Freitag (12 September 2014) war äußerst klar: die griechische Regierung muss vor dem Auslaufen des aktuellen Memorandums im Januar 2015 alle aus dem Memorandum herrührenden Anhängigkeiten schließen – also auch vor den Parlamentswahlen, mit denen für den kommenden März gerechnet wird. Unter diesen Anhängigkeiten befinden sich unter anderem das neue Versicherungsgesetz und die neuen schlimmeren arbeitsgesetzlichen Regelungen.

Einfach gesagt bedeutet dies, dass die schlimmsten Albträume der Regierung Wirklichkeit werden, da die Gläubiger nicht daran denken, die Regierung Samaras bei ihrem Abtritt bedeutende Anhängigkeiten hinterlassen zu lassen, die ernsthafte Reibereien mit der nächsten Regierung schaffen könnten.

Niemand investiert auch nur einen einzigen Cent in die Regierungsleiche

Die Landschaft muss folglich schnellstmöglich bereinigt werden, sogar auch, wenn dies bedeutet, dass die Koalitionsregierung Nea Dimokratia (ND) – PASOK ihre letzten Stützen in der Gesellschaft verlieren wird. Die Gläubiger vergossen niemals eine Träne in Mitgefühl mit der Beunruhigung bei Samaras und Venizelos über die Vernichtung des „Mittelstands“ und den Verlust seiner Stimmen. Auf die selbe Weise werden sie auch keine Träne über den Verlust ihrer letzten Stütze im Wahlkörper verlieren: der Rentner.

Außerdem wurden alle Lügen gestraft, die zeitweilig glaubten, die Gläubiger würden sich für die politische Zukunft von irgend jemand interessieren und bereit sein, Gefallen zu erweisen. Für die Gläubiger und Aufseher des Landes hat Vorrang, dass der „Job“ gemacht wird. Wenn sie glauben würden, dass diese Regierung – hauptsächlich die ND – die Fortsetzung ihrer Regierungsführung beanspruchen könnte, würden sie vielleicht noch einen kleinen zeitlichen Spielraum gewähren, obwohl sie unentwegt lamentieren, „die Reformen schreiten nicht hinreichend voran„.

Etwas solches zeichnet sich jedoch auf keinerlei Weise am Horizont ab, und folglich ziehen die Gläubiger vor, dass ein möglichst großer Teil des schmerzhaften (Maßnahmen-) Pakets vom Tisch kommt anstatt in einer beschlossenen Sache Zeit und Geld zu verheizen. Vielen ist möglicherweise ein Ausspruch des Ministers für Infrastrukturen, Transportwesen und Netze, Michalis Chrysochoidis, bei der sonntäglichen Begegnung zwischen Funktionären der PASOK-Partei zur Sammlung der Kräfte der Zentrumslinken mit Ausgang den Kongress der demokratischen Fraktion, ihrer Aufmerksamkeit entgangen: „Seit dem Tag der Europawahl und nach der Regierungsumbildung ist kein einziger Euro nach Griechenland gekommen.

Im Gespräch mit dem CNBC und in dem Versuch, den gebremsten Ausverkauf des öffentlichen Vermögens zu propagieren, beschrieb Finanzminister Gkikas Chardouvelis ein … Gedrängel der Investitionen vor den Ruinen der griechischen Wirtschaft. Die Realität ist jedoch sowohl für den Finanzminister als auch die Partner der Koalitionsregierung hart: Niemand investiert auch nur einen Cent in den Regierungskadaver. Und die Gläubiger – wie außerdem auch viele große inländische wirtschaftliche Faktoren – haben diese Regierung abgeschrieben, wie sie auch die produktiven Klassen abgeschrieben haben. Alle befinden sich in Erwartung der politischen Entwicklungen und des Szenenwechsels, um ihre Haltung neu zu bestimmen …

(Quelle: To Pontiki, Autor: Stavros Christakopoulos)

  1. VD
    20. September 2014, 13:34 | #1

    Es ist doch offensichtlich, dass bei der angeblichen „Rettung“ der Krisenländer in Europa nicht an das Wohl der jeweiligen Regierungen gedacht wurde. Geschweige denn an die Bürger der einzelnen Staaten. Es galt doch nur das Banksystem und den „Sch…“ EURO zu retten, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es zu so einer Finanz- u. Wirtschaftskrise gekommen ist. Dazu das nicht kontrollierbare Verhalten des Bankensektors, die sich mit dem Geld anderer Leute in ganz großem Stil verzockt haben. Die Abhängigkeit der einzelnen EU-Staaten ist aufgrund der angehäuften Schuldenberge „nachvollziehbar“. Alleine DEU hat ca. 2,2 Billionen EUR Schulden. Das ist etwa das siebenfache der Schulden von Griechenland. Deshalb bin davon überzeugt, dass es innerhalb der nächsten zwei Jahre zu einer Zwangsabgabe aller EU-Bürger an den jeweiligen Staat kommt.

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