Ängste zerstören Griechenlands Flitterwochen an den Märkten

29. September 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 933

Laut dem CNBC zerstört die Unsicherheit über die zukünftigen politischen Entwicklungen in Griechenland die Flitterwochen des Landes an den Finanzmärkten.

Die politische Stabilität in Griechenland beschäftigt zunehmend die ausländischen Medien, aber auch ausländische Analytiker, die befürchten, dass ein Aufruhr ernsthafte Probleme für die Wirtschaft verursachen wird. Das amerikanische Netzt CNBC bezieht sich auf den plötzlichen Anstieg der Zinssätze bei den Anleihen und die höheren Finanzierungskosten der vergangenen Tage, als Resultat der Rückkehr der politischen Unsicherheit in Griechenland.

In einem Artikel mit dem Titel „die politischen Ängste zerstören Griechenlands Flitterwochen an den Märkten“ merkt das Netz an, die Märkte befürchten, dass der Entwurf des Haushalts für das kommende Jahr von den Gläubigern des Landes nicht genehmigt werden wird.

Beunruhigung über möglichen Wahlsieg der linksradikalen SYRIZA

Obwohl sie weit von den schwindelerregend hohen Niveaus entfernt sind, die Griechenland zwangen, 2010 um eine Rettungsprogramm zu bitten, tangierten die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen am Mittwoch 6,284% – das höchste Niveau seit dem 13 August 2014. Sie blieben auch am Donnerstag hoch, bei 6,123%. (Laut der Bank of America Merrill Lynch erfuhren die griechischen Anleihen während der letzten 12 Monate eine Stärkung um ungefähr 44%, welcher Umstand sie bei den Renditen unter allen Klassen von Aktien und Obligationen auf den ersten Platz bringt.) Zusätzlich weiten sich die Spreads des griechischen 5-Jahres-CDS (Kreditausfall-SWAP) weiterhin aus und weisen damit – wie CNBC berichtet – eine Verschlechterung der Ansicht in Zusammenhang mit der Kreditwürdigkeit des Lands. Laut Angaben der Markit, auf die sich CNBC beruft, öffnete sich am Mittwoch die „Schere“ um 15 Basispunkte bzw. 3,2% und platzierte damit die griechischen CDS unter den staatlichen Titeln mit der schwächsten Rendite.

Die Investoren sind beunruhigt, dass die Politiker es nicht schaffen werden, sich auf die Person zu einigen, die im März 2014 den Staatspräsidenten Karolos Papoulias in seinem Amt ablösen wird. Ein solcher Fall könnte vorgezogene Wahlen auslösen – was in Griechenland regelmäßig passiert, wie CNBC anmerkt – und den Zusammenbruch der gegenwärtigen Koalitionsregierung bewirken. „Es besteht die überall präsente Drohung der vorgezogenen Wahlen, mit der Überzeugung, dass höchstwahrscheinlich die radikale linke Partei SYRIZA gewählt werden wird„, meint gegenüber dem amerikanischen Nachrichten-TV-Netz Marc Ostwald, strategischer Analytiker bei der ADM Investor Services. „Die SYRIZA ist für ihre Basisposition bekannt, die besagt, wir glauben nicht an die Austerität, wir glauben an keine der uns von der Troika aufgezwungen Maßnahmen und natürlich glauben wir an keine der uns auferlegten Reformmaßnahmen.

Schließlich verstärkten sich die Ängste der Investitionen ebenfalls durch Veröffentlichungen, laut denen Griechenland seine Prognosen bezüglich des volkswirtschaftlichen Überschusses auf ein niedrigeres als das mit der Troika vereinbarte Niveau „beschnitten“ hat.

(Quelle: Imerisia)

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  1. Ronald
    29. September 2014, 18:03 | #1

    Man muss – unabhängig von dem eigenem politischen Standpunkt – eines klar und nüchtern konstatieren: Ein Wahlsieg der SYRIZA würde aufgrund der bisher durch die Syriza gemachten Äusserungen dazu führen, dass Griechenland sich auf den freien Märkten keine Mittel zu vertretbaren Konditionen beschaffen kann. Alles, was die SYRIZA verlautbaren ließ mag ihr innenpolitisch Punkte und auch Wählerstimmen bringen, aber eben keine neuen Kredite außerhalb irgendwelcher EU-Beihilfen. Ein Wahlsieg der SYRIZA würde also eine noch weitergehende Abhängigkeit von EU und IWF bedeuten, es sei denn, einer von der SYRIZA geführten Regierung gelänge es Mittel aus der griechischen Volkswirtschaft zu mobilisieren. Um einmal bei dem Bild der Flitterwochen zu bleiben: Die Braut wird sich in der Hochzeitsnacht nicht hingeben, wenn sie nicht weiß mit welchem Bräutigam sie die Nacht verbringen wird….

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