Handelskrieg mit Moskau hat für Griechenland beachtliche Folgen

5. August 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.516

Handelsgeschäfte zwischen Griechenland und Russland mit einem Volumen von 7,5 Mrd. hängen wegen der Sanktionen in der Luft.

Nach dem wirtschaftlichen „Krieg“ zwischen USA – Brüssel und Moskau sind Handelsgeschäfte zwischen Griechenland und Russland mit einem Volumen von 7,5 Mrd. Euro gefährdet. Die Umfang der griechischen Handelsbilanz mit Russland entspricht 4% des BIP.

Der Beschluss zur Verhängung von Sanktionen von Seite Russlands kommt in einer Periode, in der sich Tendenzen der Normalisierung bei den griechischen Exporten auf den russischen Markt und sogar steigende Rhythmen bei den Exporten von Kernfrüchten wie Pfirsichen und Nektarinen abzeichnen, welcher Umstand die Beunruhigung und die Forderung nach einer baldigen Beilegung der Krise in den europäisch – russischen Beziehungen verstärkt.

Mögliche Folgen eines erweiterten Wirtschaftskriegs

Russland stellt Griechenlands Lieferanten No. 1 und weltweit den zwanzigbesten Markt für die griechischen Produkte dar. Laut dem Panhellenischen Verband der Exporteure summieren sich die möglichen Auswirkungen eines erweiterten Wirtschaftskriegs zwischen EU und Russland auf die griechische Wirtschaft auf viele Mrd. Euro und beeinflussen viele Produktionszweige, aber auch den tertiären Sektor, speziell den Tourismus und das Transportwesen, erheblich.

Der bilaterale Handel Griechenland – Russland entspricht mehr als 6,5 Mrd. Euro jährlich, während für 2014 insgesamt 1,2 Mio. russische Touristen erwartet werden, wobei sich die durchschnittlichen Pro-Kopf-Reiseaufwendungen im vergangenen Jahr auf 800 Euro gestalteten. Zur selben Stunde importiert Griechenland von Russland Erdöl, Mineralölprodukte und Erdgas im Wert von ungefähr 5 Mrd. Euro jährlich.

Insgesamt ergibt sich also, dass direkt oder indirekt ein Betrag der Größenordnung von ungefähr 7,5 Mrd. Euro auf dem Spiel steht, sprich 4% des BIP des Landes. Konkret beziehen sich 41% (ungefähr 200 Mio. Euro jährlich) der griechischen Gesamtexporte an Russland auf Agrarprodukte. Russland und die Ukraine nehmen 18% der gesamten Obst- und Gemüseexporte, 50% der Erdbeerexporte und fast 25% der Pfirsichexporte Griechenlands ab.

Ebenfalls werden die Exporte von Pelzprodukten beeinflusst werden, die 23% der Gesamtexporte Griechenlands an Russland entsprechen, sprich mehr als 110 Mio. Euro jährlich. Insgesamt darf an der nach außen gerichteten Front der griechischen Wirtschaft auch nicht der Fluss von Touristen aus Russland verkannt werden, dessen steigende Tendenz in den beiden letzten Jahren die positiven Erwartungen der Tourismusbranche aufrecht erhielt.

Bilateraler Handel Griechenland – Russland in Zahlen

Rang Russlands gemäß den Daten für 2013: No. 20 bei den Exporten, No. 1 bei den Importen.

Wert (in Mio. Euro)
2011 2012 2013
Exporte 411,90 467,65 406,03
Importe 4.891,51 6.011.65 6.615,14
Handelsbilanz – 4.479,61 – 5.544,00 – 6.209,11
Exporte / Importe (%) 8,42% 7,78% 6,14%
Prozentualer Anteil Russlands
– an den Gesamtexporten 1,72% 1,71% 1,49%
– an den Gesamtimporten 10,54% 12,93% 14,76%

(Quelle: Imerisia, Autor: Christos Kolonas)

  1. pyramis
    5. August 2014, 21:23 | #1

    Na dann läuft ja alles nach Plan … vielleicht – nur vielleicht bestehen die griechischen Politiker auf Entschädigung durch die EU für die Verluste die eingefahren werden. Aber Moment mal, haben doch alle EU-Mitglieder den Sanktionen zugestimmt (?) … zum Totlachen

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