Griechenland: Touristenzahlen steigen, Einnahmen nicht

30. Juli 2014 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 1.958

Die rasante Zunahme der Ankünfte der Touristen in Griechenland schlägt sich nicht in einem entsprechenden Anstieg der Einnahmen nieder.

Die Anzahl der Besucher, die Griechenland in diesem Jahr empfangen wird, wird 20 Mio. tangieren, die Einnahmen halten jedoch nicht Schritt damit. Ziel ist fortan die Wende zur Qualität. Etliche Unternehmensfunktionäre sehen die Zunahme des Tourismus als eine der bedeutendsten Chancen zur Umkehr der negativen wirtschaftlichen Lage.

Kritische Branchen für die griechische Wirtschaft setzen auf die gestiegene touristische Welle und hoffen, die negativen Fakten des Winters wettzumachen. Zu diesen Erwartungen tragen die positiven Signale von der Front der aus der touristischen Aktivität, aber auch der Stärkung der Beschäftigung herrührenden Steuereinnahmen bei, obwohl noch viel zu geschehen hat.

Langfristiges Ziel sind durchschnittlich 800 Euro pro Person

Es herrscht jedoch starke Nachdenklichkeit bezüglich der Tatsache, dass der rasante Anstieg der Ankünfte zwar zusätzliche Einnahmen bringt, diese jedoch nicht in dem selben Rhythmus steigen. Aus Kreisen der Touristik wird charakteristisch angeführt, die Bemühungen müssen sich in den kommenden Jahren mit dem Ziel auf die Tangierung „qualitativerer“ Touristen konzentrieren, dass sie während ihres Aufenthalts in Griechenland mehr Geld ausgeben und somit die Steuereinnahmen stimulieren.

Wie die Daten zeigen, schloss das Jahr 2013 mit 17,9 Mio. Ankünften von Touristen und Einnahmen von 11,9 Mrd. Euro ab, wobei die durchschnittlichen Reiseausgaben pro Person 657 Euro betrugen, welche Tatsache bedeutet, dass der Tourismus 6,6% des BIP des Landes ausmachte. Entsprechend „sehen“ die Schätzungen für das Jahr 2014 eine Explosion der touristischen Nachfrage und der Einnahmen und dass der Tourismus mit 5% zu den Gesamteinnahmen des Staates beitragen wird.

Ziel ist nunmehr, dass bis 2021 die durchschnittlichen Reiseausgaben pro Person 800 Euro erreichen und somit sowohl sie staatlichen Einnahmen als auch den Beitrag des Tourismus zum BIP stärken. In direktem Zusammenhang mit der Steigerung der Steuereinnahmen aus dem Tourismus stehen allerdings auch strenge Kontrollen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung, die speziell in touristischen Zielgebieten unkontrollierbar zu sein scheint.

Charakteristisch ist, dass auch in diesem Jahr der (Steuer-) Kontrollmechanismus ein weiteres Mal den halben Sommer verlor. Erst vor wenigen Tagen erging ein Beschluss der neuen Generalsekretärin für öffentliche Einnahmen, Katerina Savvaidou, mit dem sie die Leiter der Finanzämter auffordert, spezielle Finanzbeamten-Teams mit dem Ziel zu bilden, in Geschäften und Unternehmen vor Ort Kontrollen durchzuführen, damit in dieser Hinsicht nicht sogar die ganze touristische Saison verloren geht.

„Wette“ auch für die Beschäftigung

Laut dem „Greece Economic Impact Report“ des World Travel & Tourism Council (WTTC) trug im Jahr 2013 der Tourismus mit 319.500 Arbeitsplätzen mit 8,9% zur Gesamtbeschäftigung bei. Entsprechend wird für das Jahr 2014 eine Zunahme der Arbeitsplätze um 2,6% auf 327.500 (9,2% der Gesamtbeschäftigung) und bis 2024 um jährlich 1,7% auf 389.000 Arbeitsplätze (9,8% der Gesamtbeschäftigung) erwartet.

Der Beitrag des Tourismus zur Beschäftigung endet jedoch nicht hier. Laut dem selben Bericht war 2013 der Gesamtbeitrag zur Beschäftigung (direkt und indirekt) 657.059 Arbeitsplätze (18,2% der Gesamtbeschäftigung), einschließlich der indirekt zusammenhängenden, und es wird ein Anstieg um 2,7% auf 675.000 Arbeitsplätze im Jahr 2014 und bis 2024 um jährlich 2,3% auf 846.000 Arbeitsplätze (21,4% der Gesamtbeschäftigung ) erwartet.

Die Schwachpunkte auf diesem Sektor sind jedoch noch viele. Bezeichnend ist, dass die Branche von illegaler Beschäftigung und Beitragshinterziehung gegeißelt wird, mit dem Ergebnis, dass jedes Jahr ungeheure Einnahmen für die Kassen und Versicherungsträger verloren gehen.

(Quelle: Capital.gr, Autoren: Alexandros Klossas, Viky Kourlimpini)

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