Warnung an Regierung in Griechenland

23. Juni 2014 / Aktualisiert: 14. Mai 2017 / Aufrufe: 6.041

Die Daten über den Einbruch der Umsätze der Industrie in Griechenland stellen eine starke Warnung an die griechische Regierung dar.

Der in den jüngst bekannt gegebenen Daten der griechischen Statistikbehörde ELSTAT für den „Wahlkampfmonat“ April 2014 dokumentierte Absturz des allgemeinen Industrie-Umsatzindexes um 9,8% hätte bei den Wirtschaftsministerien und der Regierung einen … Krieg hervorrufen müssen.

Es handelt sich um einen Rückgang, der doppelt so hoch wie der entsprechende Rückgang (4,6%) des Vorjahres ist, und zwar trotz der Tatsache, dass in dem Zeitraum, in dem der Rückgang verzeichnet wurde, die Wirtschaft angeblich einerseits ihren negativen Verlauf zu bremsen begonnen und andererseits angefangen hat, konjunkturelle Zäsuren im Teufelskreis der Rezession und der Überschuldung zu bilden.

Rückgang bei Produktion und Exporten zieht das BIP nach unten

Einige Analytiker rufen zu Recht in Erinnerung, dass trotz allem die letzte Zeit eine Wahlkampfperiode war und als solche traditionell nicht von ansteigenden Tendenzen in der Industrieproduktion charakterisiert ist. Dies ist wahr, jedoch übersteigt die Periode, für die der Prozentsatz des Rückgangs ermittelt wird, bei weitem die wahlkampfbedingte Periode der Unsicherheit und Vorbehalte.

Zusätzlich gibt es auch das konjunkturelle Element des Anstiegs der internationalen Preise bei bestimmten Metallen wie beispielsweise Nickel, der die Umsätze von Unternehmen wie Bergwerken (LARCO) in die Höhe schießen ließ und das Gesamtbild – sei es auch nur umständehalber – verbessert hat. Wenn wir also mit diesen Gegebenheiten die konjunkturellen Faktoren abziehen, hätte der Rückgang noch viel größer sein können.

Was dies bedeutet? Es bedeutet ganz einfach, dass der berüchtigte „Nenner“ des Bruchs des Wachstums, also das BIP, weiter absinkt, da er von dem ständigen Rückgang der Produktion und somit der Exporttätigkeit mitgerissen wird … . Außerdem haben die Fakten über die Exporte bereits die Beständigkeit der Schwäche der Exporte bewiesen.

Anstieg der Nachfrage wird durch Importe gedeckt

Ein zweites von Capital.gr unterstrichenes Element ist, dass in den Wirtschaftszweigen, in denen sich die Nachfrage entweder strukturell oder konjunkturell zu verstärken beginnt, diese nicht durch die Erhöhung der Inlandsproduktion, sondern durch … Importe gedeckt wird. Anders gesagt, sogar auch wenn der Tourismus etwas Geld in den Markt pumpt, wird dieses von den Importen geschluckt und speist nur minimal bis überhaupt nicht die inländische wirtschaftliche Produktionsaktivität …

Über all dies muss der neue Entwicklungsminister Nikos Dendias offensichtlich auf dem Laufenden sein. Vielleicht ist dies auch der Grund für seine Erklärung bezüglich der Umschuldung der Kredite der Unternehmen (wobei sogar auch eine teilweise Streichung nicht ausgeschlossen ist). Sie stellt jedoch auf keinen Fall eine Antwort auf die gestrige Warnung der ELSTAT dar.

Somit bleibt abzuwarten, welche die Antwort sein wird, weil allen bekannt ist, dass die Zerschlagung der Industrieproduktion für Wirtschaften wie die griechische einer gewaltsamen Rückkehr zu den Defiziten in der Handelsbilanz und dem Handelsdefizit gleich kommt …

Bergwerke – Steinbrüche „retten“ das Gesamtbild

Die von der ELSTAT bekannt gegebenen Daten führen einen Rückgang des allgemeinen Umsatzindexes in der Industrie (Summe der Inlands- und Auslandsumsätze) im diesjährigen April um 9,8% an, gegenüber einem Rückgang von 4,6%, der bei dem entsprechenden Vergleich zwischen 2013 und 2012 verzeichnet wurde.

Die konkrete Entwicklung bei den Umsätzen der einheimischen Industriebetriebe beruht auf den folgenden Änderungen bei den Indizes der jeweiligen Industriesektoren:

  • Auf dem Anstieg des Umsatzindexes der Bergwerke – Steinbrüche um 11,5%.
  • Auf dem Rückgang des Umsatzindexes der verarbeitenden Industrie um 10%.

Ebenfalls beruht er auf den folgenden Änderungen bei den jeweiligen Marktindizes:

  • Auf dem Rückgang des Umsatzindexes des Inlandsmarkt um 7,9%.
  • Auf dem Rückgang des Umsatzindexes des Auslandsmarkt um 12,9%.

(Quelle: Capital.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. Panhellene
    23. Juni 2014, 08:50 | #1

    Und der griechische Ministerpräsident Samaras spricht dauernd vom Aufschwung der griechischen Industrie. Hat er so wenig Ahnung von den realen Vorgängen in seinem Land?

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