Polizei in Griechenland will Drohnen kaufen

25. Juni 2014 / Aufrufe: 878

Die Polizei in Griechenland soll den Ankauf unbemannter Flugzeuge planen, um diese bei der Überwachung diverser Gebiete von polizeilichem Interesse einzusetzen.

Laut einer gut informierten Quelle der „K“ (Kathimerini) befindet sich ein Plan der griechischen Polizei (ELAS) über den Kauf – auch als „Drohnen“ bekannter – unbemannter Flugzeuge (UAV – Unmmaned Aerial Vehicle) im Endstadium der Realisierung.

Dies bestätigte im Gespräch mit der „K“ vor wenigen Tagen ein Spitzenfunktionär der Polizei, wobei er allerdings klarstellte, dass es noch keine endgültigen Entscheidungen in Zusammenhang mit der Anzahl und der Auswahl der genauen Flugzeugtypen gegeben hat.

Einsatz zur Überwachung von Grenzen und … Terroristen

Informationen zufolge befindet das Ministerium für öffentliche Ordnung sich jedenfalls bereits in vorangeschrittenen Gesprächen mit Firmen israelischer Interessen, die auf den Bau unbemannter Flugzeuge spezialisiert sind. Absicht der Quartiere der ELAS ist, die in Rede stehenden Flugzeuge für die Überwachung der Grenzen, aber auch bei Operationen gegen den Terrorismus innerhalb der urbanen Regionen einzusetzen.

Die UAV oder „Drohnen“ können außerdem auch lautlos fliegen, also ohne über Gebieten von polizeilichem Interesse wahrgenommen zu werden, und (gleich ob es z. B. um die griechisch-türkische Grenzzone oder … um den Athener Stadtbezirk Exarchia geht) Bild, Ton und andere Daten an die Operationszentrale der ELAS übertragen. Bezeichnend ist, dass die Idee zum Kauf unbemannter Flugzeuge in der Periode der großen Versammlungen der „Wutbürger“ auf dem Syntagma-Platz (im Zentrum von Athen) geboren wurde.

Begegnung mit Repräsentanten der Israel Aerospace Industries

Laut einer ausgezeichnet informierten Quelle der „K“ hatten sich im Herbst 2011 unter dem erstickenden Druck der großen Demonstrationen und ausgedehnten Zusammenstöße im Zentrum der Landehauptstadt griechische Offiziere mit Vertretern einer israelischen Gesellschaft bezüglich des Kaufs eines konkreten unbemannten Flugzeugtyps getroffen. Die Verfahren wurden in dem Zeitraum der Amtszeit des Nikos Dendias (als Minister für öffentliche Ordnung) beschleunigt, der bezeichnenderweise im vergangenen Sommer mit dem Verteidigungsministerium zu einer Absprache über die Überlassung eines unbemannten Flugzeugs an die ELAS gekommen war, das bei der Operation zur Festnahme der albanischen Ausbrecher der Strafvollzugsanstalt Trikala eingesetzt wurde.

Es sei in Erinnerung gerufen, dass am Morgen des 27 Juni 2013 das – aus französischer Produktion stammende – an der Fahndung zur Auffindung der albanischen Ausbrecher „beteiligte“ unbemannte Flugzeug des Militärs in dem Gebiet Agia Efthymia in Fokida abgestürzt war. Die Führung der EL.AS hatte versucht, den Zusammenhang des Flugzeugs mit der im Gang befindlichen Polizeiaktion abzustreiten. Damals war an die Presse durchgesickert, dass die UAV, über welche das griechische Militär verfügt, von einem Spezialfahrzeug abgeschossen werden, mit einem Fallschirm landen, eine Flugreichweite von 15 – 30 Kilometern haben und über die Möglichkeit verfügen, mit Geräten zur Gebietsobservierung, Ortung von Mobiltelefonen, Abhörung von Gesprächen usw. bestückt zu werden.

Im Februar 2012 führte die israelische Firma Israel Aerospace Industries (I.A.I.) griechischen Offizieren in der Basis der Luftwaffe in Aktio ihr unbemanntes Flugzeug „Heron“ vor. Die Begegnung war auf Initiative der europäischen Organisation Frontex erfolgt und bezog sich auf den Einsatz des konkreten UAV in Operationen zur Überwachung der Grenzen und Bekämpfung der illegalen Einwanderung. Ein höchster Offizier der EL.AS. erklärte sogar gegenüber der „K“, man bemühe sich um den Kauf unbemannter Flugzeuge auch mit für die Periode 2014 – 2020 vorgesehenen Gemeinschaftsmitteln.

Der Tetra-Flop und Reaktivierung der Kameras in Athen

Parallel bereitet die EL.AS. ihre Rückkehr – ab 01 August – zu dem alten Kommunikationssystem vor, das die Wiedereinführung der einfachen analogen Funkgeräte anstatt des TETRA-Systems, das (als Subsystem des C41) im Vorfeld der Olympischen Spiele gekauft worden war. Informationen zufolge gerieten die Gespräche der Quartiere der ELAS mit Vertretern einer amerikanischen Firma über die Beibehaltung des existierenden Systems in eine Sackgasse, da die jährlichen Wartungskosten 4,5 Mio. Euro erreichen, welcher Betrag als unerschwinglich gilt.

In den letzten Tagen scheint sogar als Lösung die Aufwertung für einen sich bei 1,2 Mio. Euro bewegenden Betrag des alten Systems unter Implementierung eines „Mechanismus“ zur Verschlüsselung der Kommunikation favorisiert zu werden. Es sei jedenfalls angemerkt, dass die Anti-Terror-Abteilung bereits über ein eigenes verschlüsseltes analoges System zur internen Kommunikation verfügt. Das interne Kommunikationssystem Tetra, dass nur innerhalb der Grenzen Attikas in Betrieb ist, kostete den Fiskus ungefähr 90 Mio. Euro und seine Einrichtung wurde im Juli 2004 durch die deutsche Siemens vollendet, die an dem Konsortium SAIC beteiligt war.

Schließlich ist anzumerken wert, dass die ELAS die Möglichkeit der Instandsetzung der Überwachungskameras untersucht, die 2004 im Zentrum von Athen installiert worden waren und sich heute außer Betrieb befinden. Da die Kamera-Schaltkästen (die sogenannten KAFAO, abgeleitet von dem deutschen Kürzel KV für Kabelverteiler) im Lauf der Zeit von Anarchisten in Brand gesetzt worden waren, wird der Umbau der Kameras von kabelgebundenem auf kabellosen Betrieb unter Verwendung von SIM-Karten untersucht. Die Kosten der Reaktivierung einer jeden Kamera sind auf 1.200 Euro veranschlagt worden.

(Quelle: Kathimerini, Autor: Giannis Souliotis)

Kommentare sind geschlossen