EZB lügt zu Gunsten der Bankiers in Griechenland

2. Juni 2014 / Aktualisiert: 10. Oktober 2018 / Aufrufe: 1.576

Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Yanis Varoufakis lügt die EZB, damit die Bankiers ihre Positionen behalten.

Die seit Tagen im Raum stehende Frage, warum die erste Rekapitalisierung der griechischen Banken erfolgte, obwohl sie (damals noch) keinen Anleihen-Cut zu verschmerzen hatten, beantwortete Yanis Varoufakis im Gespräch mit Hot Doc Radio und Kostas Vaxevanis.

Herr Varoufakis rief die Gründe in Erinnerung, aus denen die Banken gesund erschienen, wogegen sie in Wirklichkeit seit 2008 pleite waren. „Die Banken hatten eine Art versteckter Toxizität. Mit der Senkung der Zinsen wegen der Schaffung der Eurozone hatten sich in den Jahrzehnten 1990 und 2000 die Banken darum gerissen, uns Geld zu leihen. Wir erinnern uns alle an per Post verschickte Kreditkarten, die niemand beantragt hatte und automatisch aktiviert wurden.

Die Banken waren bereits 2008 pleite

Frankreich und hauptsächlich Deutschland waren damals klaglos Gläubiger Griechenlands geworden. Klaglos – wie Yanis Varoufakis – weil „es für einen Bankier ein Albtraum ist, auf Bergen von Geld zu sitzen, das er nicht verleiht. Länder wie Griechenland, Irland usw. waren ein ideales Feld der Ehre, sie konnten uns ohne weiteres Kredite mit einem Spread von 13% geben, einem Satz, den sie sich nie vorgestellt hätten. Deswegen schwappte ein Geld-Tsounami nach Griechenland.

Dieses Finanzierungsfieber führte noch vor 2009 die Unsicherheit der griechischen Banken auf den ersten Platz unter den übrigen europäischen Banken. Die Banken gingen seit 2008 pleite, der Fiskus dagegen eineinhalb Jahre später. Deswegen – meinte Herr Varoufakis – „wenn sie uns sagen, der Fiskus sei Schuld daran, dass die Banken pleite gingen, entgegnen wir lächelnd und sagen ihnen, dass dem nicht so ist„. Wie er weiter anführte, erfolgte die unsinnige Finanzierung von 40 Mrd. Euro an die Banken in der Periode 2010 – 2011, damit sie durch die Kredite gerettet werden, ohne dass auch nur ein einziger Bürger oder Abgeordneter informiert oder gefragt wird, und zwar trotz der Tatsache, dass sie den Staat als Bürgen einsetzten.

Kontrollmechanismus der EZB wird prostituiert

Yanis Varoufakis analysierte, wie die im Fall der Pleite einer Bank der Eurozone befolgte falsche Methode der EZB ihre Angestellten dazu treibt, zu lügen, damit sie keine neue Währungskrise auslösen. Der amerikanische Plan zur Rettung einer Bank umfasst in seinem Anfangsstadium die Entfernung des Vorstands und die Rekapitalisierung der Bank mit Mitteln, die an die Bürger zurückfließen, wenn die Bank sich unter einem neuen Vorstand erholt und ihre Aktien erneut verkauft werden.

In Europa sind dagegen die Angestellten der EZB, die den Konkurs feststellen, nur berechtigt, dies der Regierung und der EZB zu melden – womit sie 2 Optionen haben: Entweder sie sagen die Wahrheit und zetteln eine neue Finanzkrise an, da die Menschen sich sputen werden, ihre Gelder von der insolventen Bank abzuheben und damit eine Kettenreaktion zu verursachen, oder sie lügen und sagen, dass alles in Ordnung sei. Kurz gesagt, „sie prostituieren den Kontrollmechanismus der EZB, damit die Bankiers in ihren Positionen bleiben„.

(Quelle: Büchse der Pandora)

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