OECD macht Hoffnungen auf Wachstum in Griechenland zunichte

8. Mai 2014 / Aufrufe: 705

Die OECD sprengt die Einschätzungen Kommission und der griechischen Regierung über ein Wachstum in Griechenland praktisch in die Luft.

Der griechischen Regierung zum Trotz, die anlässlich des Gangs an die Finanzmärkte das Nahen des Wachstums ausposaunt, prognostiziert die OECD für Griechenland ein weiteres Jahr der Rezession, weitere Senkungen der Löhne und eine vernachlässigbare Deeskalation der Arbeitslosigkeit.

Die Einschätzungen der OECD bezüglich einer Rezession von 0,3% stehen in direktem Gegensatz zu denen der Kommission, welche auch die griechische Regierung adoptiert hat und von einem Wachstum von 0,6% im Jahr 2014 sprechen. Eine Rückkehr zum Wachstum prognostiziert die OECD für das Jahr 2015 und siedelt es bei 1,9% des BIP an, also ebenfalls erheblich niedriger als die Prognose des Finanzministeriums und der Kommission über 2,9% des BIP.

Arbeitslosigkeit

Worin sich jedenfalls alle einig sind, ist, dass welches Wachstum auch immer von sehr hoher Arbeitslosigkeit begleitet sein wird.

Die OECD erwartet, dass die Arbeitslosigkeit in Griechenland sich im Jahr 2014 auf 27,1% und im Jahr 2015 auf 26,7% gestalten wird, und betont dabei, dass die Arbeitslosenquote nur sehr langsam sinken wird, während das signifikante überschüssige Produktionspotential und der Druck des Konsolidierungsprogramms die Preise und die Löhne auf niedrigen Niveaus halten werden.

Verschuldung

Eine zusätzliche Erleichterung der Verschuldung, führt die OECD an, „wie beispielsweise eine Prolongierung der bestehenden Kredite und Senkung ihrer Zinssätze mag notwendig sein, damit die volkswirtschaftliche Tragfähigkeit erzielt wird„.

Defizit

Von dem Defizit der Zentralregierung wird erwartet, dass es sich in diesem Jahr auf 2,5% des BIP und im Jahr 2015 auf 1,4% des BIP gestalten wird. Hinsichtlich der öffentlichen Verschuldung gemäß der Definition des Abkommens von Maastricht wird damit gerechnet, dass sie sich in diesem Jahr auf 177,7% des BIP und im Jahr 2015 auf 177,2% des BIP gestalten wird.

Wie in dem Bericht angemerkt wird, hängt der Aufschwung der Wirtschaft ebenfalls von dem besseren Zugang zu Finanzierungen ab, was die Bedeutung der Umsetzung von Plänen unterstreicht.

Deflation

Laut der OECD wird die Deflation in diesem Jahr 1,1% und 1% im Jahr 2015 erreichen. Von der laufenden Handelsbilanz wiederum wird erwartet, dass sie überschüssig bleibt.

(Quelle: To Pontiki)

  1. CPW
    8. Mai 2014, 10:43 | #1

    Sieht ja rosig aus für Griechenland…

    Wenn ich allein daran denk, dass die Jugendarbeitslosigkeit bei 50% liegt, halte ich die gewünschten 26,7% nur für eine Utopie.

  2. Michael
    8. Mai 2014, 19:51 | #2

    Das griechische BIP wird sowohl 2014 als auch 2015 abseits des Jubels der Politik weiter schrumpfen. Wobei die Prognosen für 2015 sogar schlechter sind als die für 2014. Auf absehbare Zeit ist nicht ein Hauch von Wachstum zu erkennen. Die können die Zahlen gern jonglieren, dem normalen Griechen hilft das nicht weiter. Normalerweise wäre der 2. haircut, dieses Mal für die EZB und somit alle Mitgliedsländer angesagt. Alles andere ist bestenfalls Konkursverschleppung. Das Treiben der europäischen „Politik“ und EZB war sowieso einfach nur kriminell. So löst man Probleme nicht.
    Fakt ist, die griechischen Schulden sind schon heute nicht tragbar, sie steigen weiter, während das BIP weiter fällt. Man braucht sich aber nicht am BIP festzuhalten, sondern kann die pro Kopf-Schulden ins Verhältnis zum pro Kopf-Nettoeinkommen setzen und erkennt, dass ohne echte Pleite kein Neuanfang möglich ist. Dieses Siechtum kann so auf keinen Fall weiter gehen.

  3. GR-Block
    9. Mai 2014, 00:19 | #3

    Die OECD hat gut reden, sie wird ja nicht von der EU dominiert wie GR. Es ist der Troikanische Plan das griechische BIP auf ein Minimum zu drücken. Nur so zwingt man die noch verbliebenen 30% Selbständige / Unternehmer in GR zur Aufgabe. Der Deal mit den „Hilfskrediten“ ist, wir finanzieren eure Importe weiter und ihr bereinigt den Markt von seinen lokalen Unternehmen. Das nennt man win-win, zwischen griechischen Politikern und EU-Konzernen. Also die altbekannte Situation. Nichts von „Umstrukturierung“, sondern Stabilisierung des Status Quo. Samaras hat GR verkauft, um sein Volk in die Industrialisierung zu integrieren. Jedoch, bis EU-Konzerne in GR Arbeitsplätze schaffen, wird das Volk sein Erspartes vollständig aufgebraucht haben. Ein altbewährtes Prinzip, so züchtet man Sklaven heran.

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