Steuererklärung 2014 im Ausland ansässiger Personen in Griechenland

12. April 2014 / Aufrufe: 3.787

Hinweise zur Abgabe der Einkommensteuererklärung 2014 in Griechenland für im Ausland ansässige Personen.

Die Zentrale für Informationssysteme des griechischen Finanzministeriums hat den aktuellen „Steuerführer“ für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2014 herausgegeben, in dem auch auf die Steuererklärungen im Ausland ansässiger Personen (sprich sogenannter Steuerausländer) eingegangen wird.

Ergänzend sei angemerkt, dass abgesehen von einigen speziell definierten Ausnahmefällen die diesjährigen Steuererklärungen obligatorisch in elektronischer Form – sprich per Internet über das griechische Steuerportal „Taxisnet“ – einzureichen sind.

Bestimmung des zuständigen Finanzamts (DOY)

Bezüglich der Bestimmung des im Fall auslandsansässiger Personen jeweils zuständigen Finanzamt wird in dem Leitfaden Folgendes angeführt:

(a) Speziell für die steuerpflichtigen Auslandsansässigen, die in Griechenland Einkommen erzielen, sowie auch jene, die an inländischen juristischen Personen oder Körperschaften beteiligt sind, wird die Erklärung an das Finanzamt für Auslandsansässige (ΔΟΥ Κατοίκων Εξωτερικού) eingereicht wird, wenn der von ihnen bestimmte Steuerbevollmächtigte in Griechenland hinsichtlich seiner Einkommensbesteuerung in den Zuständigkeitsbereich eines beliebigen Finanzamts der Präfektur Attika fällt.

Falls der Steuerbevollmächtigte hinsichtlich der Einkommensbesteuerung dagegen in den Zuständigkeitsbereich eines beliebigen Finanzamts außerhalb der Region der Präfektur Attika, wird die Erklärung an das Finanzamt der Präfektur-Hauptstadt eingereicht. Fällt wiederum der Steuerbevollmächtigte hinsichtlich der Einkommensbesteuerung in den Zuständigkeitsbereich eines Finanzamts der Präfekturen Kykladen und Dodekanes, wird die Erklärung an das lokal zuständige Finanzamt eingereicht.

(b) Für Auslandsansässige, die über eine vorläufige Postanschrift in Griechenland verfügen, wo sie vorübergehend wohnen, und zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung in Griechenland verpflichtet sind, wird die Erklärung an das Finanzamt für Auslandsansässige eingereicht, wenn auf Basis der griechischen Anschrift die im Ausland ansässige natürliche Person hinsichtlich der Einkommensbesteuerung in den Zuständigkeitsbereich eines beliebigen Finanzamts der Region der Präfektur Attika fällt.

Falls die natürliche Person auf Basis der vorläufigen Wohnadresse in Griechenland dagegen in den Zuständigkeitsbereich eines beliebigen Finanzamts außerhalb der Region der Präfektur Attika fällt, wird die Erklärung an das Finanzamt der Präfektur-Hauptstadt eingereicht. Fällt wiederum die natürliche Person auf Basis der vorläufigen Wohnadresse in Griechenland in den Zuständigkeitsbereich eines Finanzamts der Präfekturen Kykladen und Dodekanes, wird die Erklärung an das lokal zuständige Finanzamt eingereicht.

Wenn in der Hauptstadt einer Präfektur mehrere Finanzämter in Betrieb sind, wird in beiden vorstehenden Fällen (a + b) die Steuererklärung auslandsansässiger Personen an die A‘ DOY der Hauptstadt dieser Präfektur eingereicht, unter Ausnahme der Präfektur Thessaloniki, wo die Erklärung an die D‘ DOY einzureichen ist.

Schließlich wird auch noch ausdrücklich auf die Verpflichtung der Steuerpflichtigen hingewiesen, dem zuständigen Finanzamt eventuelle Änderungen ihrer „Registerdaten“ (Wohnadresse, Geschäftsadresse, Familienstand usw.) innerhalb von 10 Tagen anzuzeigen.

Steuerbevollmächtigter und zusätzliche Unterlagen

Der Steuerpflichtige bestimmt seinen Steuerbevollmächtigten in Griechenland, indem er dessen Angaben in der Sektion VERTRETER (ΣΤΟΙΧΕΙΑ ΕΚΠΡΟΣΩΠΟΥ) in Tabelle 1 der Einkommensteuererklärung einträgt (Formular E1). Mit der Bestimmung eines Steuerbevollmächtigten geht jedoch die Verpflichtung des Ausländers zur Abgabe einer Steuererklärung NICHT auf den Vertreter über.

Alle Steuerpflichtigen, die unter den obigen Fall b fallen, sowie auch im Ausland in Dienst stehende staatliche Konsulatsbediensteten können ihre Steuererklärung an die für ihren Wohnort zuständige Konsulatsbehörde zustellen, die verpflichtet ist, diese an den Leiter des zuständigen Finanzamts (in Griechenland) zu übermitteln. (Anmerkung: Da die Steuererklärung im Regelfall obligatorisch „elektronisch“ einzureichen ist, dürfte diese Regelung sich praktisch nur auf die Ausnahmefälle beziehen, in denen die Abgabe der Erklärung in Papierform möglich oder obligatorisch ist.)

Generell gilt für Steuererklärungen im Ausland ansässiger Steuerpflichtiger:

  1. Sämtliche zusammen mit der jährlichen Einkommensteuererklärung eingereichten Unterlagen müssen in der griechischen Sprache abgefasst sein. Ist der Aussteller dieser Unterlagen ein Ausländer, ist allgemein zusammen mit jeder dieser Unterlagen auch deren griechische Übersetzung eizureichen. Diese Übersetzung kann global von jeder beliebigen Behörde oder Person erfolgen, welche die einschlägige Berechtigung hat.
  2. Die Einreichung der obigen Unterlagen erfolgt mit den Originalen der einschlägigen Rechnungen oder Quittungen bzw. sonstigen Belege.
  3. Die fallweise erforderlichen Unterlagen werden entweder direkt durch eine gesetzliche Bestimmung oder mit Ministerialbeschlüssen und -anweisungen sowie auch mit dem Beschluss bezüglich der Form und des Inhalts der Einkommensteuererklärung des Fiskaljahrs 2014 bestimmt.
    Wurde eine erforderliche Unterlage bereits zusammen mit der Erklärung eines vorherigen Fiskaljahrs eingereicht, die an die selbe Steuerbehörde abgegeben wurde, kann ein diesbezüglicher ausdrücklicher Hinweis erfolgen. Wurde diese Unterlage jedoch bei einem anderen Finanzamt eingereicht, ist sie -dagegen  sei es auch als beglaubigte Kopie des Originals – erneut einzureichen.
  4. Im Fall der elektronischen Einreichung der Steuererklärung werden die (zusätzlichen) Unterlagen nicht mit eingereicht, sondern von dem Steuerpflichtigen aufbewahrt und dem Finanzamt auf Verlangen beigebracht.

Nachweis des Status des Steuerausländers

Der Auslandsansässige (sprich sich auf den Status des Steuerausländers berufende) Steuerpflichtige muss nachzuweisen, innerhalb des Jahres 2013 tatsächlich mehr als 183 Tage im Ausland gewohnt zu haben. Dazu hat er von den zuständigen Behörden des Landes seines Aufenthalts eine Bescheinigung über seinen Steuerwohnsitz zu erwirken und bei den griechischen Steuerbehörden einzureichen sowie ggf. einen Zustellungsberechtigten in Griechenland zu bestimmen und seine steuerlichen Verpflichtungen zu dem Finanzamt für Auslandsansässige zu transferieren.

Für den Nachweis des Steuerwohnsitzes im Ausland ist fallweise erforderlich:

  1. Bescheinigung der zuständigen Steuerbehörde des als Wohnsitz erklärten Staates, aus der hervorzugehen hat, dass die benannte Person steuerlicher Einwohner dieses Staates ist.
  2. Ist die Beibringung einschlägiger Bescheinigungen der zuständigen (ausländischen) Steuerbehörde nicht möglich, ersatzweise eine Bescheinigung jeder beliebigen anderen öffentlichen oder kommunalen oder anderen anerkannten Behörde, aus welcher der Wohnsitz der in Rede stehenden natürlichen Person im Ausland hervorzugehen hat.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Christina
    14. April 2014, 02:21 | #1

    Ich möchte mich ganz einfach mal bei Euch bedanken für diese klaren Informationen, die ich sonst noch nirgendwo gefunden habe. Dito für die entsprechenden vorangegangenen Artikel (s. u.). Jetzt weiß ich wenigstens, wovon ich rede, wenn ich demnächst wieder meinem griechischen „Steuerberater“ gegenübertreten muss. Danke!

Kommentare sind geschlossen