Griechenland: Exporte sinken, Importe steigen!

10. April 2014 / Aktualisiert: 02. Oktober 2017 / Aufrufe: 1.690

Die Exporte Griechenlands gingen auch im Februar 2014 weiter zurück, während bei den Importen zum ersten Mal seit 5 Monaten ein Anstieg verzeichnet wurde.

Die Dynamik der griechischen Exporte schwächt sich weiter ab, da auch im Februar 2014 – sprich im fünften aufeinanderfolgenden Monat – ein Rückgang der Exporte verzeichnet wurde.

Laut den am 07 April 2014 von der griechischen Statistik-Behörde (ELSTAT) bekannt gegeben Daten erreichte im Februar 2014 der Gesamtwert der Exporte 2.049,6 Mrd. Euro, gegenüber 2.202 Mrd. Euro im entsprechenden Monat des Jahres 2013, und zeigte damit einen Rückgang um 7%. Werden die Mineralölprodukte nicht mitgerechnet, präsentierte der Wert der Exporte einen Rückgang um 5,6%.

Beunruhigender Rückgang der Agrarprodukt-Exporte in Drittländer

Bei den Importen wurde dagegen ein Anstieg um 1,6% verzeichnet, und wenn die Mineralölprodukte nicht mitgerechnet werden, explodiert der Anstieg der Importe auf 16,4%. Offensichtlich steht dies mit der gebremsten Schrumpfung des Konsums und dem – sei es auch schwächlichen – Anstieg der Industrieproduktion in Zusammenhang.

Wie der Panhellenische Verband der Exporteure spezieller betont:

  1. Der Februar 2014 war der fünfte aufeinanderfolgende Monat, in dem ein Rückgang der Exporte im Vergleich zu dem entsprechenden Vorjahresmonats verzeichnet wird. Das letzte Mal, wo ein Anstieg der Exporte verzeichnet worden war, war im September 2013.
  2. Die Verstärkung des Drucks auf die Exporte verursachte eine weitere Verschlechterung der Rhythmen des Rückgangs auf 12-Monats-Basis auf Niveaus von 2,8% im Vergleich zu der Periode März 2012 – Februar 2013.
  3. Obwohl im Februar 2014 die griechischen Exporte in die Länder der EU – wenn auch nur minimal – anstiegen (+0,4%), wurde dieser Anstieg durch den Rückgang der Exporte in Drittländer um 12,4% überschattet, und zwar hauptsächlich wegen des Rückgangs der Exporte von Mineralölprodukten. Werden die Produkte aus der Erdöl-Raffination ausgenommen, sanken die griechischen Exporte sowohl in die europäischen Länder (-7,4%) als auch in Drittländer (-2,1%).
  4. Das Resultat war, dass sich ein neues Verhältnis der Analogie der Exporte in die Länder der EU (45,8%) gestaltete, gegenüber einem Anteil von 54,2% in Drittländer. Unter Ausklammerung der Mineralölprodukte wird diese Analogie völlig umgekehrt und gestaltet sich auf ein Verhältnis von 64,9% zu Gunsten der Länder der EU, gegenüber 35,1% für Drittländer.
  5. Aufsteigend bewegten sich die Zweige der Lebensmittel (+3,2%), Getränke – Tabak (+25,1%), Rohstoffe (+17%), Chemieprodukte (+14,7%), diverser Industrieprodukte (+4,7%) und sogenannter vertraulicher Produkte (+104,3%). Zurück gingen dagegen die Exporte von Mineralölprodukten (-8,7%), Olivenöl (-74,3%), Industrieprodukten (-6,9%) und Maschinen (-4,5%).
  6. Nachdenklichkeit ruft der Umstand des Rückgangs der Exporte von Agrarprodukten in Drittländer hervor und es bleibt abzuwarten, dass sich zeigt, in welchem Maß dies aus dem Rückgang der Exporte nach Russland wegen der Krise herrührt, während auf der Gegenseite der Anstieg der Exporte von Rohstoffen, aber auch Chemieprodukten besonders ermutigend ist.
  7. Zum ersten Mal seit September 2013 wird ein Anstieg der Importe verzeichnet, und zwar sogar trotz des signifikanten Rückgangs der Erdölimporte. Der Gesamtwert der Importe stieg um 1,6% an, während sich unter Ausklammerung der Mineralölprodukte ein explosiver Anstieg um sogar 16,4% ergibt, hauptsächlich wegen des Anstiegs der Importe von Maschinen – Fahrzeugen aus Drittländern. Abschließend sei angemerkt, dass unter Ausklammerung der Erdölprodukte die Importe aus Drittländern im Februar 2013 um 53,2% zunahmen.

(Quelle: Imerisia)

  1. GR-Block
    10. April 2014, 13:36 | #1

    „Griechenland: Exporte sinken, Importe steigen! “ Na so ein Pech! Konnte diese Meldung nicht bis nach der Wahl warten.
    Natürlich haben die 5 mageren Jahre einen Investitions- und Konsumstau produziert. Dadurch scheint der Import zurückgegangen zu sein. Jetzt wird aber wieder aufgeholt. Zum Glück hat Samaras GR rechtzeitig raus auf die Märkte geschickt, um sich neue Liquidität zur Kompensation der Mangelerscheinungen zu „leihen“. Dann werden aus den nun 340 Mrd € Schulden demnächst wieder 440 Mrd. Aber wen juckt’s. Nach dem hair cut sind alle Schulden gleich. Und für die EU (der Bänker und Konzerne) ist das allemal ein Investitionsschub. Je mehr Schulden desto besser, hauptsache das System kollabiert nicht. Bezahlen tun es nämlich am Ende immer die Privathaushalte der EU. Streit scheint nur darüber zu herrschen, WER in die „Hilfskredite“ investieren darf. Herr Schäuble bevorzugt ein drittes Paket der EU, oder am liebsten nur aus deutschen Steuergeldern. Herr Samaras möchte lieber alle beteiligen und geht hinaus in die Märkte. Evtl. kann der eine oder andere griechische oder außereuropäische Kapitalist sich auch ein Stück ergattern und genötigt sehen, seine Lobbys in Athen wieder finanziell „auszustatten“. Das stabilisiert wiederum Politikerkarrieren und das System. Aber, so oder so, danach heißt es wieder: „Die Party geht weiter“

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