Das Verbrechen des IWF in Griechenland

1. April 2014 / Aufrufe: 2.174
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Der Internationale Währungsfonds beging in Griechenland ein vorsätzliches Verbrechen, in dessen Rahmen das griechische Volk auf unerhörte Weise betrogen wurde.

Auf Basis des am 18 März an die Öffentlichkeit gegebenen Berichts der Unabhängigen Bewertungsstelle wurden die Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) über Griechenland als einer seiner drei größten Fehler charakterisiert. Die Stelle untersuchte die Prognosen des IWF für 103 Länder in der Periode 1990 – 2011 und stellte insgesamt fest, dass seine Einschätzungen übertrieben optimistisch waren. Der griechische Fall war dermaßen himmelschreiend, dass er zusammen mit Argentinien im Jahr 2000 und der asiatischen Krise drei Jahre vorher eine besondere Position der technokratischen … Top-Fehler einnahm.

Um die Pflicht zur Korrektur … abzuhaken, empfiehlt die Bewertungsstelle der Organisation sogar, einen größeren Nachdruck auf die Kooperation mit den nationalen Behörden zu legen. Also etwas mehr auf die … Eingeborenen zu hören, mit denen er angeblich auf gleichberechtigter Basis zusammenarbeitet, und dabei gegenseitigen Respekt aufzuzeigen und aus ihrer Erfahrung zu lernen.

Angebliche Fehler des IWF waren Teil eines perfiden Plans

Der Der Bericht der Bewertungsstelle ist eine Lächerlichkeit, die nach vier Jahren kommt um die Kritik zurückzuweisen und dabei alle zum Schweigen zu bringen, die meinen, der IWF lerne nicht aus seinen Fehlern, sowie auch all jene, die ihn wegen Intransparenz kritisieren. Laut ihnen selbst zeigt der Bewertungsbericht, dass sie die angemessene Reife haben um der Realität und ihren eigenen Verfehlungen zu begegnen. Somit … Ende gut, alles gut!

Um die „Entschuldigungs-Fabrik“ des IWF ernst zu nehmen, muss jemand sehr naiv sein oder einen materiellen Vorteil haben. Weil ein etwas aufmerksamerer Blick auf seine angeblichen Fehler ausreicht um zu begreifen, dass es sich nicht um Fehler, sondern um eine bewusste Verzerrung der Realität geht. Mit ihren viele Seiten umfassenden Berichten streuten die Funktionäre des Fonds den Menschen Sand in die Augen! Im Frühjahr 2010 – um uns das Klima der Epoche in Erinnerung zu rufen – bemühte Georgios Papandreou sich, die Beunruhigung des Volkes über die Leiden zu zerstreuen, welche die verhasste Organisation mit sich bringen würde. Selbst auch wenn der griechischen Gesellschaft die wirtschaftlichen Verbrechen des IWF in Afrika, Asien und Lateinamerika noch nicht genau bekannt waren, ahnte sie jedoch, was folgen werde, und war gegenüber den Plänen der Regierung ziemlich misstrauisch.

Papandreous Funktionäre der ersten Reihe, die … Anarchisten der Macht, wie er sie genannt hatte – Levordos, Petalotis, Papakonstantinou, Diamantopoulou, Reppas, Ragkousis und noch viele mehr – belogen die Menschen öffentlich, dass die erforderlichen strukturellen Angleichungen ein mehr oder weniger bitterer Kelch waren und diese „Zäsur“ um so schneller abgeschlossen sein würde je schneller wir ihn trinken würden. Wer von einer Schocktherapie sprach, wurde als Verschwörungstheoretiker verspottet. Wer sich auf die von den wirtschaftlichen Killern des IWF verübten Verbrechen in Asien und Lateinamerika berief, wurde verklagt, weil „der IWF sich angeblich geändert hatte“. All dies wurde in Seminaren gelehrt, welche in Athen eine bekannte Werbefirma unter Mitwirkung vieler und namhafter Journalisten veranstaltete, die alles, was sie vorgebetet bekamen, in ihren Kolumnen schrieben oder in den 8-Uhr-Nachrichten nachplapperten.

Vorsätzlicher Betrug der Gesellschaft

Stellen wir uns vor, im April oder Mai 2010 hätte das erste Programm der Troika angeführt, dass die Arbeitslosigkeit auf 28% hochschnellen, Griechenland bis einschließlich 2014 in der Rezession versunken sein und einen Rückgang des BIP in einer Größenordnung von 21% (also einen noch größeren Absturz als in der Krise der 30er Jahre in den USA dokumentierten) Rückgang verzeichnen und das Land sogar auch noch heute eine größere öffentliche Verschuldung als damals haben wird. Es also die Wahrheit gesagt hätte. Das ganze Unterfangen der „Abtötung“ der Reaktionen und der Zerstreuung der Einwände wäre dann wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslose hätten sich erhoben, dabei nicht um die Kosten gekümmert und sie gesteinigt – wie der damalige Premierminister zu recht befürchtete.

Die Fehler des IWF, die als gemeinsamen Nenner die Bagatellisierung der Gefahren und die Beschönigung der Situation hatten, waren bewusste Versuche, die Gesellschaft zu betrügen – wobei es zu bedenken ausreicht, warum niemals ein gegenteiliger Fehler beobachtet wurde. Sie waren ein Produkt des Vorsatzes und nicht einer technischen Verfehlung. Ebenfalls dienten sie auch einem breiteren geopolitischen Plan.

Die selbe Schlussfolgerung ergibt sich auch aus den „Fehlern“ des IWF in Asien und Argentinien. Eine zyklische Krise In Indonesien, Malaysia und Thailand, bezüglich der fraglich ist, inwieweit sie die Zuflucht zu dem letzten Geldgeber in extremer Not – sprich dem IWF – erforderte, wurde in eine unerhörte und katastrophale Rezession umgewandelt, die tausende Menschen in den Hungertod oder Selbstmord trieb, als die Organisation als unerschütterliche Bedingung für die Gewährung von Krediten die Anhebung der Zinssätze und die steile Senkung der öffentlichen Ausgaben setzte. Das selbe geschah auch in Argentinien.

Nur bei den schmerzhaften gesellschaftlichen Resultaten verharrend verliert man jedoch das für den IWF schlechthin primäre Thema aus dem Blick, welches die Rettung der Banken und die Durchsetzung drakonischer Austerität ist. Wie es auch in Griechenland geschah. Das Problem ist also folglich nicht so sehr, dass das erste Programm eine Arbeitslosigkeit von 14,8% für 2012, von 14,3% für 2013, von 14,1% für 2014 und von 13,4% für 2015 oder das Wachstum des BIP um 1,1% für 2012, um 2,1% für 2013, um 2,1% für 2014 und um 2,7% für 2015 oder den Gang an die Finanzmärkte für 2012 prognostizierte. Das Problem ist vielmehr, dass der IWF die „mörderischste Waffe“ in dem Versuch der Annullierung der Errungenschaften des 20. Jahrhunderts und Durchsetzung eines modernen Mittelalters darstellt. Und bei diesem titanischen Werk lügt er eben auch mal … .

Einer hielt den anderen zum Narren

Im Fall Griechenlands gab es für den IWF zusätzliche Gründe, die Wässer zu trüben und ein unwahres, idyllisches Bild zu präsentieren. Wie sich sonnenklar aus dem neulich mit den Protokollen der internen Diskussionen bei der Organisation an die Öffentlichkeit gelangten klassifizierten Schreiben des Internationalen Währungsfonds mit Datum den 10 Mai 2010 zeigte, war das Risiko der Abstoßung der griechischen Anleihen durch die französischen, deutschen und holländischen Banken erörtert worden, die der griechischen Verschuldung in einem signifikanten Grad ausgesetzt waren. Dies hatten die Delegationen Argentiniens, Brasiliens und anderer Länder betont, war jedoch dementiert worden. Auf der dritten Seite wird im zweiten Absatz wörtlich angeführt: „Die Delegationen Hollands, Frankreichs und Deutschlands übermittelten dem Rat die Zusage ihrer Handelsbanken, Griechenland zu stützen und ihr Engagement aufrecht zu erhalten„!

Der weitere Verlauf ist uns gut bekannt. ab Mai 2010 bis Februar 2011 entledigten sich mithilfe des SMP (Security Market Program) die europäischen Banken der Anleihen an die EZB sowie ebenfalls auch an griechische Banken und Versicherungsträger und nutzten dabei bis aufs Äußerste die „Gnadenfrist“ aus, die der erste Kredit in Höhe von 110 Mrd. Euro sicherstellte, und danach gaben sie das „grüne Licht“ zum „Schnitt“ der Anleihen.

Das Problem mit dem IWF liegt folglich nicht in seinen Prognosen bezüglich der makroökonomischen Größen. Das Problem ist vielmehr, dass die großen nordeuropäischen Länder die kleinen betrogen, indem sie den Kredit ausnutzten, um ihre Banken zu retten, und alle zusammen das griechische Volk zu betrügen, dem sie eine kurzfristige Therapie versprachen und das auf der Intensivstation vergessen zu sterben droht …

(Quelle: Zeitung „Epikaira“, republiziert unter tvxs.gr, Autor: Leonidas Vatikiotis)

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  1. Hexe
    1. April 2014, 08:51 | #1

    Was ich mich immer wieder frage, wenn ich solche Artikel lese, ist: Warum ist es denn in Griechenland so weit gekommen, dass IWF, EZB etc. eingreifen mussten? Und: Niemand hat Griechenland zu irgend etwas gezwungen. Die Alternative war Insolvenz, Euro-Austritt und Neubeginn. Griechenland hat sich für den nun eingeschlagenen Weg selber entschieden und jammert nun über die Konsequenzen. Erinnert mich irgendwie an Goethes Faust. Wer seine Seele dem Teufel verkauft …

  2. Böse
    1. April 2014, 12:22 | #2

    man kann nur mit dem Kopf schütteln wenn man diesen Bericht liest.
    Ist halt immer das selbe. Die Betrüger geben den Betrügten die Schuld an deren Missetaten. Fehlerfrei ist niemand, aber so einseitig wie die Linken in GR argumentieren ist schon primitiv. Warum haben gerade diese Kreise nicht in früheren Jahren die Missstände im eigenen Land angeprangert?

  3. Roland Wolf
    1. April 2014, 12:49 | #3

    Voraussagen, die Zukunft betreffend, können schwierig sein. Die damalige Griechische Regierung hätte eine eigene Abschätzung treffen und aus einer anderen Einschätzung Folgen ziehen können – z. B. die Erklärung des Bankrotts. Die Einschätzung der damaligen Regierung war offensichtlich das die Folgen eines solchen Kurses die Gewinne überstiegen, wie auch immer man zu dieser Einschätzung gekommen ist. Das soll nicht heißen das die Einschätzung nicht fehlerhaft war-das war sie. Es ist nur so das auch andere dieselbe oder eine ähnliche Einschätzung hatten – sind das dann alle Verbrecher?
    Die Investoren die 2010 noch griechische Staatsanleien hielten haben ca. 100 MRD Euro abgeschrieben – Rettung sieht für mich anders aus.

  4. GR-Block
    1. April 2014, 15:44 | #4

    Ich bin jetzt nicht sicher, ob man dem IWF alleine diesen Vorwurf machen darf. Jede Lobby hat seine Auftraggeber und damit seine Aufgabe. Der IWF vertritt den Kapitalismus amerikanischer Prägung und steht deshalb im Gegensatz zu reinen EU-Interessen. Dass von europäischer Seite in regelmäßigen Abständen in den Medien die Wut der Bürger ausschließlich auf den IWF gelenkt wird, erscheint mir deshalb verdächtig.
    Die Troika samt der Task Force vertritt Kapitalinteressen der FUKG-US Staaten (aber nicht nur). Ihre Aufgabe ist, im Europa der Krise so viele Staatsaufträge wie möglich für die Privatwirtschaft zu retten. Im laufenden Interessenskampf hätte eigentlich die nationale Regierung die andere Seite vertreten sollen. Nun waren aber noch vor dem Beitritt GRs in die EWG in ALLEN relevanten athener Parteinen einzelne Volksvertreter mit Schlüsselstellungen von außen korrumpiert/gefördert worden (Karamanlis (EWG), Papandreou (US), Simitis (EG). Damit hatte der griechische Unternehmer und v.a. natürlich das griechische Volk keine eigene Lobby mehr. So konnte z.B. der Beitritt in den Binnenmarkt (Maastricht 1993, durch die ND) nicht verhindert werden.
    Nein, „Vorsätzlicher Betrug der Gesellschaft“ wurde in GR von den gekauften Lobbys in Parlament und Regierung begangen. Ein „Perfider Plan“, Statistiken und Prognosen zu beugen, wird immer dann geschmiedet, wenn es die politische Situation erfordert, wenn z.B. undemokratische Knebelverträge gegen die Interessen der lokalen Wirtschaft und des Volkes unterzeichnet werden sollen. Perfide Beispiele: EWG-Vertrag (ND 1980), Maastricht (ND 1992), EURO (PASOK 2001), Memoranden (PASOK / ND 2010-2012). In all diesen Fällen wurde massiv zu Gunsten der Ausländer gelogen. Man darf gespannt sein, was demnächst kommt, etwa ein Beitritt in die „Europäische Union für Öl und Gas“ (SYRIZA 2018) mit Hauptsitz in Hamburg …?

  5. hubi stendahl
    1. April 2014, 16:05 | #5

    Ein langer Bericht, der die Situation ganz gut beschreibt. Er bleibt aber weitestgehend die Antwort auf die Frage nach Ursache und Wirkung und wie es weiter gehen soll schuldig. Das Land wurde unter Zuhilfenahme griechischer Politiker und Oligarchen mit Krediten zugeschüttet, die als Liquidität in eine völlig überbordende Verwaltung einerseits und als Geldsegen für die Reichen des Landes und internationaler Abzocker andererseits eingesetzt wurden. Soviel zur Ursache.
    Die Wirkung ist eine logische Folge der Ursache! Das Geld ist in Steueroasen der Reichen und in die Kassen internationalen Abzocker gewandert, die Politiker hielten die Hände auf. Vor einem Jahr gab es Wahlen und die Bevölkerung hätte das Siechtum aufhalten können.
    Hat sie aber nicht! Die Bevölkerung entschied sich wieder für die Abzocker und internationale Mafia. Wie soll man da noch Mitleid haben? Wären morgen Wahlen würde möglicherweise die Syriza stärkste Krraft. Würde dies etwas ändern? Sicher nicht! Man traut sich ja nicht einmal die Insolvenz zu erklären und eine eigene Währung zu installieren. So muss man halt weiter bluten, was die Dummköpfe in der Ukraine demnächst genauso spüren werden.
    Wie kann´s weitergehen? Blogs wie diese sollten nicht die internationale Mafia inkl. IWF auf´s Korn nehmen, sondern ihre Reichweite nutzen, um den Menschen vor Ort zu erklären, dass sie Mut zu einem Neuanfang zeigen müssen. Nach der Insolvenz mit eigener Währung, ohne EU, ohne NATO, mit neuer Verfassung unter davonjagen der politischen Klasse. Ansonsten geht´s jedes Jahr einen Schritt weiter Richtung Abgrund, der nicht mehr fern ist.

  6. laurent
    1. April 2014, 23:00 | #6

    Oje oje, jetzt sind die deutschen Maden ja schon zahlreich in den Gr-Blog einmarschiert !

  7. Melanie G.
    2. April 2014, 10:24 | #7

    Alles nur noch eine einzige Betrugsmafia. Alle mogeln, lügen, betrügen nach Strich und Faden. So krimminell kann mancher gar nicht denken, wie diese Gauner handeln. Und, das alles ist natürlich alternativlos. Es kann auch niemand auf Dauer auf Pump leben, irgendwann kommt die Rechnung, die Stunde der Wahrheit. Dann muß abgerechnet werden. Die gesammte EU wird auch bald abrechnen müssen.

  8. Werner Titz
    10. April 2014, 18:51 | #8

    @Böse

    Die ‚Linke‘, also die Syriza, gibt es in dieser Form erst seit 2005 und besteht aus Protestgruppen, die schon bisher die Zustände angeprangert und Gegenkonzepte präsentiert haben. Wie kann man die verantwortlich machen, wenn sie noch nie die Möglichkeit hatten, selbst zu regieren?
    Bei den Verursacherparteien Nea Demokratia und Pasok zwischen links und rechts zu unterscheiden ist so sinnlos wie dieselbe Unterscheidung von Konservativen und Sozialdemokraten auf europäischer Ebene.

  1. 1. April 2014, 10:40 | #1

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