Immobilienmarkt in Griechenland ist seit 2 Monaten mausetot

7. März 2014 / Aufrufe: 2.081

In Griechenland kam seit Anfang 2014 wegen ungeklärter steuerlicher Themen, aber auch paradoxer Forderungen der Troika keine einzige Immobilien-Übereignung zustande.

Bei einem Arbeitstreffen mit technischen Stäben der Troika warnte der Staatssekretär des griechischen Finanzministeriums, Giorgos Mavraganis, die Verzögerungen bei der Änderung der Besteuerung des „Zugewinns“ aus Immobilientransaktionen haben signifikante Auswirkungen auf den Markt und Wirtschaftsaktivität.

Das Finanzministerium untersucht Änderungen (konkret Befreiungen von der pauschalen „Zugewinnsteuer“ in Höhe von 15%, die bei der Immobilien-Übereignung erhoben wird) für alle Verkäufer, die Immobilien über einen Zeitraum von über 25 Jahren in ihrem Eigentum behalten oder aus dem Verkauf einen „Gewinn“ von weniger als 25.000 Euro erzielen und die Immobilie wenigstens fünf Jahre lang behielten.

Die Vertreter der Gläubiger zeigen keine Eile …

Weiter soll für Steuerpflichtige, die innerhalb des Zeitraums von 25 Jahren zum Verkauf ihrer Immobilie schreiten, die Steuer in Abhängigkeit von der Inflationsrate begrenzt werden. Die Troika ist dagegen mit den von dem griechischen Finanzministerium erwogenen Änderungen nicht einverstanden und argumentiert, diese würden zu geringeren Steuereinnahmen führen. (Weitere Informationen zu der strittigen neuen Steuer bietet ein älterer Beitrag unter dem Absatz Verkäufer werden fortan mit eine 15%igen Gewinnsteuer abgezockt.)

Trotz der Einwände der griechischen Regierung, der Immobilienmarkt sei „eingefroren“, da er darauf warte, dass der neue gesetzliche Rahmen geklärt wird, scheint die Seite der Gläubiger keine Eile zu haben. (Anmerkung: Es versteht sich wohl von selbst, dass dieser künstlich verursachte „Transaktions-Stau“ speziell – wenn auch nicht nur – all jene Eigentümer, die so wie so schon lange verzweifelt ihre Immobilien zu verflüssigen versuchen, um finanziellen Verpflichtungen zu entsprechen, anhängige Verbindlichkeiten zu begleichen oder gar dem Gefängnis zu entgehen, zu weiteren harschen Preisabstrichen – z. B. im Rahmen mehr oder weniger „unmoralischer“ Vorverträge – zwingen wird … .)

Last but not least wird angemerkt, dass wegen der Unklarheit, die in der im Dezember 2013 verabschiedeten Gesetzgebung herrscht, aber auch des Beschlusses der Notare, aus dem selben Grund keine Immobilienverträge zu beurkunden, in Griechenland seit Beginn des Jahres 2014 nicht eine einzige Immobilie (rechtskräftig) übereignet worden ist.

(Quelle: dikaiologitika.gr)

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