Griechenland schafft Amateur-Angelschein ab

17. März 2014 / Aufrufe: 5.363

In Griechenland soll mit der Abschaffung des bisher obligatorischen Amateur-Angelscheins für Sportfischer der See- und Angeltourismus stimuliert werden.

Laut Artikel 14 der Gesetzvorlage „Touristische Schiffe und andere Bestimmungen“, die dem griechischen Parlament vorgelegt wurde, „wird der persönliche Amateur-Angelschein sowie auch die Verpflichtung der Schiffe oder der sich auf diesen befindlichen Personen abgeschafft, sich einen solchen zu beschaffen„.

In dem Begründungsbericht des Gesetzentwurfs wird angeführt, dass die Dienstleistungen auf dem Sektor des See- und Angeltourismus in Griechenland attraktiver und wettbewerbsfähiger werden müssen und aus der Abschaffung der Ausstellung und Erneuerung der Amateur-Angelscheine für die Seefischerei mit der Einsparung einer signifikanten Anzahl an Arbeitsstunden und Bediensteten für die Hafenbehörden (schätzungsweise 850 Hafenbeamten) gerechnet wird, so dass sie sich besser ihren Kontrollaufgaben, speziell hinsichtlich des Grenzschutzes und der Sicherheit der Seefahrt widmen können.

Gesetzliche Einschränkungen und Verbote bleiben bestehen

Es wird jedenfalls klargestellt, „dass die Abschaffung des Angelscheins auf keinen Fall Ausnahmen von der Anwendung der übrigen Bestimmungen der Gesetzgebung in Zusammenhang mit der Amateurfischerei mit sich bringt, wie beispielsweise Tageszeiten, Jahreszeiten und Gebiete, in denen die Fischerei gestattet ist, erlaubte Fanggeräte, Arten und Fangmengen, Verbot des Verkaufs und allgemein des Handels mit den Fängen„.

Der zuständige Minister für Seefahrt und Ägäis, Miltiadis Varvitsiotis, erklärte bei der jüngst erfolgten Präsentation der Gesetzvorlage, dass mit der Abschaffung der Amateur-Lizenzen die Voraussetzungen für das Wachstum des Fischerei-Tourismus geschaffen werden, während es parallel einen Abbau der Bürokratie bei den Hafenämtern geben wird.

Laut dem Seefahrts-Minister müssen mit dem bisher geltenden System jährlich ungefähr 85.000 Interessenten bei den Hafenämtern vorstellig werden, eine Gebühr entrichten und ihren Amateur-Angelschein ausstellen bzw. erneuern lassen, und jedes Mal, wenn sie sich in ein anderes Gebiet begeben, haben sie erneut zum Hafenamt zu gehen und ihre Lizenz revidieren lassen, damit ihnen gestattet wird, in der von dem konkreten Hafenamt beaufsichtigten Zone der Sportfischerei nachzugehen und signifikante Sanktionen und Geldstrafen zu vermeiden.

(Quelle: Naftemporiki)

  1. Götterbote
    17. März 2014, 14:10 | #1

    Wenn damit angeblich auch Arbeitsstunden eingespart werden müssen, heißt das für mich nichts anderes, als das man auch hier mal wieder nicht kostendeckend gearbeitet hat, sprich die Gebühren offensichtlich zu niedrig waren.
    Grundsätzlich bin ich kein Freund von Verboten und Vorschriften und ich möchte auch niemanden grundsätzlich das Angeln verbieten. Aber wenn ich mit meinen (Laien-)Augen immer sehe, wie teilweise dutzende Angler auch kleinste Fische aus dem Meer ziehen, wundert es mich am Ende nicht, wenn die Bestände sich so schlecht erholen können.

  2. Rodi
    18. März 2014, 06:26 | #2

    Wer die Prozedur zur Verlängerung, oder wenn der Angelpass voll ist, zur Erneuerung der Lizenzen Kennt, weiß welcher irrsinnige Verwaltungsaufwand bisher betrieben wurde. Zum Angeln mit Boot brauchte man drei Genehmigungen. Eine fürs Boot, eine zum Angeln allgemein und eine zum Angeln auf dem Meer. Alle drei Lizenzen haben verschiedene Ablauffristen, welche nicht zusammengelegt werden konnten. Dass sich hier was ändert ist erfreulich. Auf der anderen Seite wird mir schlecht wenn ich daran denke, dass in Zukunft Hinz und Kunz sich über den eh raren Fischbestand hermachen darf. Wann hört der Mensch endlich auf, die Welt als sein Eigentum anzusehen und maßlos auszubeuten? Na ja, der Welt ist es egal, sie wird sich auch ohne uns noch lange munter weiterdrehen.

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