Automatisierte Steuerhinterziehungs-Anzeigen in Griechenland

8. März 2014 / Aufrufe: 466

Ein neues System der Steuerverwaltung in Griechenland soll unter anderem elektronische Meldungen über Steuerhinterziehung und Korruption automatisiert verarbeiten.

Gemäß dem operativen Plan der Zentrale für öffentliche Einnahmen in Griechenland wird demnächst ein neues System zur elektronischen Kommunikation und Beschaffung von Informationen aus öffentlichen Dokumenten durch Dritte bzw. andere Dienststellen innerhalb und schrittweise auch außerhalb der Steuerverwaltung, einsatzbereit sein.

Gleichzeitig werden die Steuerpflichtigen Angaben über Steuerhinterziehung und Korruption übermitteln können, die durch ein automatisiertes System geprüft werden, und im weiteren Verlauf werden die Daten zur weiteren Überprüfung an die Kontrollmechanismen gehen.

Automatisierte Verwaltung und Beitreibung von Schulden

Ziel der Zentrale für öffentliche Einnahmen ist, Funktionen und Praktiken umzusetzen, die auch in anderen Ländern zur Aufdeckung von Phänomenen der Steuerhinterziehung genutzt werden. Außer den Informationen wird innerhalb der kommenden Monate ein automatisiertes System für Verwaltung und Beitreibung der Verbindlichkeiten in Betrieb genommen werden.

Spezieller und auf Empfehlungen der Troika schreitet das griechische Finanzministerium zur Umsetzung folgender Punkte:

  • Übernahme und Umsetzung eines neuen Verfahrens für MwSt.-Erstattungen unter der Anwendung von Methoden zur Risiko-Analyse. Bei jedem Antrag auf MwSt.-Erstattung wird das elektronische System das Profil des jeweiligen Unternehmens oder Steuerpflichtigen untersuchen, und entsprechend wird der Antrag zur weiteren Überprüfung oder Erstattung der Mehrwertsteuer an das Finanzamt weitergeleitet. Sofern sich aus den verfügbaren oder von den Kontrollbehörden verlangten Daten verheimlichte Einkommen ergeben, wird nicht nur keine Erstattung der MwSt. erfolgen, sondern eine tiefgreifende Überprüfung der Vermögensverhältnisse des Steuerpflichtigen oder des Unternehmens durchgeführt werden.
  • Schrittweise Entwicklung eines kompletten automatisierten Systems für Verwaltung und Beitreibung von Verbindlichkeiten.
  • Entwicklung eines elektronischen Systems für die zentrale Verwaltung der Steuerrückzahlungen.
  • Erhöhung der Kontrollen in Stätten für Herstellung, Verwendung und Vertrieb chemischer Substanzen und Produkte.
  • Bereitstellung neuer elektronischer Dienste oder Erweiterung der Verfügbarkeit der bereits angebotenen Dienste.
  • „Elektronisierung“ der Einreichungsverfahren für Erklärungen zur Kapitalbesteuerung.
  • Entwicklung eines System für elektronische Kommunikation und Beschaffung von Informationen / öffentlichen Unterlagen durch Dritte / andere Dienststellen innerhalb und schrittweise auch außerhalb der Steuerverwaltung.
  • Gestaltung einer Strategie interner und externer Kommunikation.
  • Entwicklung von Aktionen während der Jahre 2014 und 2015 zur Stärkung des Steuerbewusstseins und der Erhöhung der steuerlichen Konformität.
  • Einführung und Veröffentlichung von Qualitäts-Spezifikationen in Zusammenhang mit dem Betrieb der Dienststellen (Service Standards) zur effektiveren Bedienung der Bürger 2014 – 2015.
  • Bereinigung inaktiver Steuer-IDs des TAXIS-Registers.

(Quelle: Forologika Nea)

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