Warnung vor weiterer Überbesteuerung in Griechenland

1. Februar 2014 / Aufrufe: 639

Angesichts der heftigen Überbesteuerung in Griechenland warnt die Haushaltsstelle, dass weitere Steuererhöhungen zur Ausweitung der Steuerhinterziehung führen werden.

„Nein zu neuen Steuern“ lautet es unmissverständlich in dem Quartalsberichts der Haushaltsstelle des griechischen Parlaments, in dem Fakten dargestellt werden, laut denen die Einkommensteuersätze für natürliche Personen und Unternehmen sowie auch die Mehrwertsteuer in Griechenland über dem EU-Durchschnitt liegen.

In einer in dem Bericht enthaltenen Analyse wird zu beantworten versucht, ob es in Griechenland eine Überbesteuerung gibt. Ein direkt Antwort wird nicht formuliert, es ergeht jedoch die Rede von bereits „schwer Besteuerten“ und wird eingeschätzt, dass eine eventuelle Erhöhung der Steuern keinen Anstieg der Einnahmen bewirken, sondern zur Ausweitung der Steuerhinterziehung und einem weiteren der fälligen Verbindlichkeiten an den Fiskus führen würde.

Steuern auf Einkommen und Immobilien haben sich seit 2010 vervielfacht

Wie in dem Bericht angeführt wird, „sind die Steuersätze sowohl für die Haushalte als auch für die Unternehmen höher als der Durchschnitt der Länder sowohl der EU als auch der Eurozone. Die MwSt. gestaltet sich auf 23%, gegenüber 21,5% in der EU und 20,5% in der Eurozone.

Der höchste Einkommensteuersatz für die natürlichen Personen gestaltet sich in Griechenland auf 46% (Basissatz von 42% plus 1% – 4% Steuer wegen Sonderabgabe), gegenüber 39,5% in der EU und 44,5% in der Eurozone, während der höchste Steuersatz für die juristischen Personen in Griechenland bei 26% liegt, gegenüber 21,8% in der EU und 25,9% in der Eurozone.

Parallel wird Folgendes betont:

  • Seit 2010 steigt die Besteuerung kontinuierlich an, wobei in der selben Periode die Löhne und Renten sinken und die Arbeitslosigkeit ansteigt. Diese Tatsache hat zur Verschlechterung der Lebensbedingungen der Bürger geführt.
  • Die Steuerhöchstsätze für jede Einkommenskategorie sind in Wirklichkeit höher, da mit der außerordentlichen Solidaritätsabgabe eine zusätzliche Steuer von 1% bis 4% erhoben wird.
  • Die Einkommensteuer für Arbeitnehmer und Rentner ist seit 2010 bis heute um bis das Siebenfache gestiegen, während die von den Selbständigen zu entrichtenden Steuern um bis das Neunfache gestiegen sind.
  • Der Gesamtbetrag, den die Steuerzahler für die Immobilien entrichten werden, hat sich seit 2009 von gerade einmal 500 Mio. Euro versiebenfacht und erreicht inzwischen 3,5 Mrd. Euro.
  • Bei den Immobilien kam zusätzlich die Besteuerung des Mehrwerts hinzu.
  • Die Mehrwertsteuer wurde seit 2010 viermal erhöht.
  • Die Veranlagungsindizien und die Kfz-Steuer wurden seit 2010 zweimal und die Steuern auf Treibstoffe dreimal erhöht.
  • Ab Mai 2010 wurde zum ersten Mal eine Verbrauchsteuer auf elektrische Energie und seit 2011 auch auf Erdgas erhoben.
  • Die Gleichstellung der Steuersätze auf Heizöl und Dieselkraftstoff führte zu einem Anstieg der Steuern um 450%.

Laut dem Bericht „führt die weitere Ausübung der steuerlichen Belastung der bereits schwer Besteuerten ‚wegen Erschöpfung der Fähigkeit zur Entrichtung von Steuern und Verstärkung der Steuerhinterziehung‘ keine weiteren Steuereinnahmen herbei„.

(Quelle: euro2day.gr)

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