Landwirtschafts-Maschinenpark in Griechenland ist überaltert

5. Februar 2014 / Aufrufe: 587

Bei einer Tagung im Rahmen der AGROTICA wurde die Notwendigkeit der Modernisierung des landwirtschaftlichen Maschinenparks in Griechenland betont.

Die Mechanisierung der griechischen Landwirtschaft ist heutzutage kritischer denn je, da die moderne maschinelle Ausrüstung die Agrarprodukte auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähiger macht. Dies betonte der Vorsitzende des Verbands der Importeure und Vertreter für Landwirtschaftsmaschinen (SEAM), Sawwas Mpalouktsis, auf der Tagung mit Thema die „Mechanisierung der griechischen Landwirtschaft“ (Gemeinschaftsveranstaltung der TIF-Helexpo und des SEAM) und erklärte, der heutige Grad der Mechanisierung der Landwirtschaft sei nicht besonders wettbewerbsfähig.

Die Tagung wurde im Rahmen der Parallelveranstaltungen der 25. AGROTICA durchgeführt, die am vergangenen Freitag (30 Januar 2014) im Internationalen Messe- und Kongresszentrum von Thessaloniki (TIF-Helexpo) begann und um 19:00 Uhr von Agrarminister Athanasios Tsavtaris eingeweiht wurde.

Griechischen Landwirten fehlt Investitionsbewusstsein

Spezieller und bezüglich des Themas der Mechanisierung entfallen unserem Land 0,5 Traktoren je landwirtschaftlichen Betrieb, zu einem Zeitpunkt, wo der entsprechende Index in Italien 2,0, in Spanien 1,9, in Portugal 2,1 und in Slowenien 3,7 beträgt. Von den schätzungsweise 180.000 derzeit in Griechenland aktiven Traktoren sind 29,3% bis zu 15 Jahre alt und 45,3% sind von 26 bis 40 Jahre alt, während es auch einen Anteil von 2,2% gibt, die älter als 40 Jahre sind.

Das Durchschnittsalter der Traktoren in Griechenland beträgt ungefähr 23 Jahre und ist erheblich höher als das durchschnittliche Alter in anderen europäischen Ländern. Weiter verfügt ein über 40% liegender Anteil der Traktoren nicht über Vierradantrieb, während ein entsprechender Prozentsatz, also über 40%, weder über eine Kabine, aber auch keinen Sicherheitsrahmen (Überrollschutz) verfügen.

Das niedrige Niveau der Mechanisierung wirkt sich negativ auf das Einkommen eines landwirtschaftlichen Betriebs aus, da ein Landwirt ohne moderne Maschinen mehr Treibstoff, Geld für Wartung und Reparaturen, Dünger, Pflanzenschutzmittel, Arbeitsstunden u. m. benötigen. „Der Staat schuf bei dem griechischen Landwirt kein Investitionsbewusstsein, während auch die wirtschaftliche Krise der letzten fünf Jahre zur Aufschiebung geplanter Käufe und Investitionen führte„, ergänzte Herr Mpalouktsis und unterstrich, die jungen Landwirte müssen sich mit Nachdruck auf der Qualität, Unternehmergeist und einem hohen Grad der Standardisierung mit der Landwirtschaft befassen.

Griechenland braucht andere Kulturen und Viehzucht

Theofanis Gemtos, Professor an der Thessalischen Universität, betonte von seiner Seite, dass im Griechenland der Krise der Agrarsektor die wenigsten Einkommensverluste im Vergleich zu anderen Zweigen der Wirtschaft hat, aber mit der neuen GAP auch eine Senkung der Subventionen kommt. „Leider beschäftigen wir uns seit vielen Jahren mit den Subventionen und überhaupt nicht mit den Produktionskosten, die ein Element der Wettbewerbsfähigkeit sind„, erklärte Herr Gemtos und fuhr fort: „Für höhere Einkommen und mehr Arbeitsplätze müssen die Kulturen geändert werden und wir uns hochwertigen Kulturen (wie Obst und Gemüse) und der Entwicklung unternehmerischer Viehzucht zuwenden.

Parallel merkte er an, Griechenland werde allein mit der Senkung der Arbeitskosten auf dem Agrarsektor schwierig wettbewerbsfähig werden, da es der zusätzlichen Mechanisierung und Nutzung von Hochtechnologie bedürfe. „Die Anzahl der Traktoren in Griechenland ist groß, jedoch sind viele alt und weisen andauernd Defekte auf. Die Nutzung der landwirtschaftlichen Traktoren ist mit 300 – 700 Stunden im Jahr gering und müsste wenigstens 1.000 Stunden betragen, damit die Amortisierungen akzeptabel sind„, endete Herr Gemtos und beschrieb, wie die maschinelle Ausrüstung mittels gemeinsamer Kulturen, Präzisionslandwirtschaft u. a. besser und effizienter genutzt werden kann.

Piräus-Bank will Vertragslandwirtschaft fördern

Die Aktivitäten zur Finanzierung der Landwirtschaft beschrieb der stellvertretende geschäftsführende Vorstand der Piräus-Bank, Christodoulos Antoniadis, und unterstrich die Notwendigkeit der Aufwertung der Wirtschaft und des Agrarsektors. „Die Piräus-Bank hat als strategischen Beschluss gefasst, den Agrarsektor zu unterstützen und ist vielleicht die einzige Bank, die etwas derartiges macht„, merkte Herr Antoniadis an und betonte weiter: „Wir sind in der Lage, die Finanzierungen auf dem Agrarsektor weiter zu verstärken und verstehen die spezielleren Anforderungen der landwirtschaftlichen Betriebe.

In diesem Rahmen wird erwartet, dass die Piräus-Bank in diesem Jahr erheblich die 2013 bei 17 – 18 angelangten Vertragslandwirtschafts-Programme steigern wird, und das Ziel ist, dass sie bis Ende 2014 etwa 100 tangieren. „Wir verfolgen, einen der strukturellen Fehler der Landwirtschaft zu korrigieren, der darin besteht, erst anzubauen und danach einen Käufer für mein Produkt zu finden„, endete Christodoulos Antoniadis. (Anmerkung: Die Piräus-Bank übernahm im vergangenen Jahr den „gesunden“ Teil der Griechischen Agrarbank ATEbank, siehe Piräus Bank übernimmt ATEbank in Griechenland.)

Auf die großen Vorteile aus der Nutzung moderner Maschinen in den landwirtschaftlichen Kulturen, welche die Kosten, aber auch die Beschäftigungsstunden senken, bezog sich der ehemalige Vorsitzende des Panhellenischen Verbands junger Landwirte Griechenlands, Giorgos Kefalas. Weiter erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen Griechenlands, die Landwirte seien noch nicht an dem Punkt der vollständigen Mechanisierung angelangt, da die Planungen der Verbesserungsprogramme nicht richtig funktioniert haben.

Grußworte an die Tagung richteten die SYRIZA-Abgeordnete Frau Litsa Amanatidou, der geschäftsführende Vorstand der DETH-Helexpo Herr Kyriakos Pozrikidis und der Vorsitzende der Gesellschaft der Landwirtschaftsingenieure Griechenland, Herr Pantazis Georgiou.

(Quelle: Voria.gr)

  1. Joe
    6. Februar 2014, 16:58 | #1

    Aber Griechenland hat schon seit den frühen Achtzigern Milliarden an Subventionen erhalten, vor allem auch speziell für die Agrarwirtschaft. Dass diese ganz offensichtlich nicht sinnvoll investiert wurden ist die Schuld der Griechen – eine Schuld für die nun leider doppelt und dreifach gebüßt werden muss. Gleiches gilt für die Zerstörung anderer Wirtschaftszweige zugunsten einer immer mehr auf den Import fixierten Wirtschaft. Jeder der diesen Weg bewusst gegangen ist, der wusste auch dass er im Nirgendwo endet.

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