Anstieg der Milchpreise in Griechenland um bis zu 5 Prozent

9. Februar 2014 / Aufrufe: 987

In Griechenland wurden Anfang Februar 2014 bei Milchprodukten merkwürdige und scheinbar harmonisierte Preiserhöhungen um bis zu 5 Prozent verzeichnet.

Zu einer Stunde, wo sich in Griechenland die Konfrontation bezüglich der Haltbarkeitsdauer der „frischen“ Milch verstärkt, steigt deren Preis weiterhin an und belastet übermäßig die Konsumenten. Während der letzten Tage werden in den Regalen der Supermärkte bei einem Teil der Frischmilchprodukte, aber auch pasteurisierter Milch Preiserhöhungen beobachtet, die bis zu 5% erreichen.

Laut den Daten der Preiswarte des Entwicklungsministeriums betrug am 16 Januar 2014 der Preis der Frischmilch eines führenden Unternehmens der Branche 1,18 Euro / Liter, wogegen die selbe Milch heute für 1,24 Euro Liter verkauft wird. Bemerkenswerterweise gilt der selbe Preis sogar in vier großen Supermarktketten.

Preiserhöhungen im Vorfeld imaginärer Preissenkungen

Außer bei Frischmilch werden Preiserhöhungen auch bei hochpasteurisierten Milchprodukten wenigstens zweier Firmen beobachtet, da deren Milch im einen Fall derzeit für 1,65 Euro / Liter (gegenüber 1,60 Euro / Liter am 16 Januar 2014 – Erhöhung um 3,1%) und im anderen Fall für 1,70 Euro / Liter (gegenüber 1,64 Euro / Liter – Erhöhung um 3,65%) verkauft wird.

Vertreter der inländischen Produzenten, aber auch der Minister für Agrarentwicklung, Maximos Charakopoulos, der wie bekannt öffentlich gegen die Pläne des Entwicklungsministeriums bezüglich der Freigabe des Haltbarkeitsdatums Position bezogen hatte, sprachen vor wenigen Tagen von „merkwürdigen und ungerechtfertigten Erhöhungen„. Die Überlegung hinter diesen Charakterisierungen ist, dass die Industriebetriebe ihre Preise jetzt erhöhten, damit im Fall der Aufhebung der (griechischen) Gesetzgebung, die als Haltbarkeit für die Frischmilch 5 Tage festsetzt, die Preise gesenkt werden, diese Senkung jedoch praktisch zu dem Niveau führt, auf dem sich die Preise vor 20 Tagen befanden.

Anders gesagt vertreten Erzeuger und Landwirtschaftsminister, die Preise würden geschickt angehoben, damit die Argumentation des Entwicklungsministeriums gestützt wird, da – wie sie betonen – in dem selben Zeitraum die Erzeugerpreise nicht gestiegen sind. Die Milch-Industriebetriebe führen dagegen von ihrer Seite die Preiserhöhungen auf die hohen Energiekosten, aber auch die Kosten des Rohstoffs zurück. Diesbezüglich wird angemerkt, dass laut den letzten verfügbaren Daten des Griechischen Trägers für Milch und Fleisch (ELOGAK) der durchschnittliche Erzeugerpreis für Kuhmilch in der Periode Juni – November 2013 um 2,31% anstieg.

Staatsanwaltschaftliche Untersuchung

Unabhängig davon, ob die angestellten „Verschwörungstheorien“ begründet sind oder nicht, kommen diese Erhöhungen jedenfalls in einer Periode, in der die Frischmilch-Preise im Verlauf des gesamten Jahres 2013 – sprich eines Jahres, das mit einer negativen Preissteigerungsrate abschloss – bereits signifikant erhöht worden waren. Laut den Daten der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) stieg in dem Zeitraum Dezember 2012 – Dezember 2013 der Einzelhandelspreis für Frischmilch um 3,5%.

Infolge der Pressemeldungen, die in den letzten Tagen das Thema der Preiserhöhungen der Milchpreise bei großen Supermarktketten in das Licht der Öffentlichkeit rückten, wurde inzwischen auf staatsanwaltschaftliche Anweisung eine Untersuchung eingeleitet um der Sache auf den Grund zu gehen.

Ergänzend sei angemerkt, dass auch von der Troika die Abschaffung der bestehenden gesetzlichen Regelung gefordert wird, die für sogenannte „Frischmilch“ eine Haltbarkeitsdauer von maximal 5 Tagen festsetzt. Die Befürworter argumentieren mit einer „Belebung“ des Wettbewerbs auf dem griechischen Frischmilch-Markt, von dem ausländische Anbieter (darunter speziell auch die Großerzeuger aus West- / Nordeuropa) wegen der langen Transportwege bzw. -dauer bisher praktisch ausgeschlossen bleiben. Die Gegner befürchten dagegen, eine Verlängerung oder gar völlige Aufhebung der gesetzlichen Haltbarkeitsfrist werde zusammen mit einer qualitativen Abwertung des Produkts zu einer „Milchschwemme“ aus dem Ausland führen und die einheimische Milchwirtschaft endgültig in den Ruin treiben.

(Quelle: Kathimerini)

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