Wer in Griechenland kein Geld mehr hat, muss sterben!

4. Januar 2014 / Aufrufe: 2.334

In Griechenland verstarb ein 66-jähriger Arbeitsloser, nachdem die Krankenhäuser sich geweigert hatten, ihn ohne Bezahlung aufzunehmen.

Ein krebskranker 66-jähriger arbeitsloser Berufskraftfahrer ohne Sozialversicherung musste sterben, da sich laut der Sozialpraxis Ellinikou (Metropolitan Community Clinic at Helliniko) die Krankenhäuser weigerten, den Mann ohne Bezahlung aufzunehmen.

In einer Bekanntmachung führt das Zentrum an, bereits Anfang September 2013 Alarm geschlagen und das Gesundheitsministerium über 10 nicht sozialversicherte Personen – zu denen auch der verstorbene 66-Jährige zählte – informiert zu haben, die in Lebensgefahr schweben, da sie sich ohne Übernahme der Kosten nicht in den Krankenhäusern behandeln lassen können, „jedoch haben wir bis heute (03 Januar 2014) keinerlei Antwort erhalten„.

Gesundheitsminister moniert politische Hintergründe

In der Bekanntmachung des Zentrums lautet es weiter: „Nach dieser Entwicklung (sprich dem Tod des 66-Jährigen) nimmt die 10. Position auf der gestern Abend an das Gesundheitsministerium geschickten detaillierten Liste mit unseren Patienten, deren Zustand dringend eine Behandlung erfordert, ein anderer Patient ein. Hoffen wir, dass mit diesen besser umgegangen wird. Die Liste umfasst 8 Patienten mit ernsthaften Herzproblemen, 1 mit Aorta-Aneurysma und 1 mit Non-Hodgkin-Lymphom, der eine spezielle Chemotherapie benötigt.

Gesundheitsminister Adonis Georgiadis dementierte die Darstellung des Zentrums und sprach von „politischen Vorsätzlichkeiten“. Ebenso wurde verlautbar, der (inzwischen verstorbene) Patient habe sich aus eigener Entscheidung nicht behandeln lassen (was insofern zutreffen mag, als der Mann sich außer Stande sah, die geforderte Bezahlung aufzubringen).

Jedenfalls gab das griechische Gesundheitsministerium schließlich am 03 Januar 2014 (!) bekannt, die Kosten der Behandlung der in Rede stehenden nicht versicherten Patienten zu übernehmen, die nun in Krankenhäuser eingewiesen werden. Letzteres bestätigte inzwischen auch das Soziale Behandlungszentrum Ellinikou.

(Quelle: in.gr, To Pontiki)

Relevante Beiträge:

  1. K. Marx
    4. Januar 2014, 17:34 | #1

    Nun ist Griechenland definitv am Ende. Am Schluß werden die „Unproduktiven“ durch den Tod entsorgt. Der Kapitalismus in seiner brutalsten Form.

  2. Panhellene
    5. Januar 2014, 09:30 | #2

    Ja, dahinter könnte Methode stecken. Denn jeder, der früher als sonst ins Gras beißt, erspart
    dem maroden Staat jahrelange Sozialleistungen. Wenn eines Tages die heute produktiv Tätigen ausgestorben sind, braucht man überhaupts nicht mehr fürs Soziale tun. Aber dann gibt es sowieso keine Steuereinahmen mehr und auch die Melkkühe im Ausland gibt es nicht mehr. Ganz schlimm wird es dann für die griechischen Politiker, die keine Bestechungsgelder mehr bekommen können, um sich die 82.oder 83. Immobilie kaufen zu können.

  3. Petroulla
    5. Januar 2014, 18:41 | #3

    Wie schon gehabt. Die patriotischen und vaterlandsliebenden Richter, Abgeordneten, Minister und andere Größen, die fleißig immer neue Sparmaßnahmen fürs Volk austüfteln, sehen natürlich nicht ein, daß sie selbst auch etwas zur „Rettung des Vaterlandes“ beitragen sollten. Also muß das Geld wieder von unten kommen. Ist doch eine tolle Idee. Man läßt alle älteren und/oder kranken Arbeitslosen, die eh zu nichts mehr nütze sind (das ist jetzt sarkastisch gemeint) über die Klinge springen und spart so jede Menge an Gesundheitsausgaben und Renten ein. Auch wenn die ihr ganzes Leben bis dahin gearbeitet und eingezahlt haben. Nun aber weg damit. Und von dem eingesparten Geld könnte man dann z.B. die „zu Unrecht“ gekürzten Gehälter der Richter zurückerstatten.

Kommentare sind geschlossen