Griechenland schönt Überschuss durch Zahlungsverschleppung

12. Januar 2014 / Aufrufe: 2.148

Der Fiskus in Griechenland begleicht seine Schulden an den Privaten Sektor nicht, damit der imaginäre primäre Haushaltsüberschuss aufgebläht wird.

Trotz der erfolgten Zahlungen zur Begleichung zum Teil seit Jahren fälliger Verbindlichkeiten des griechischen Fiskus an den privaten Sektor tangieren die Inlandsschulden des griechischen Fiskus den Betrag von 6 Mrd. Euro, weil die öffentlichen Träger ihre Zahlungen hinauszögern, damit der primäre Haushaltsüberschuss höher erscheint.

Wie die Zeitung „Naftemporiki“ schreibt, weitet diese Taktik, die eine erneute Aufblähung der fälligen Verbindlichkeiten des Staates an Privatleute, Lieferanten und Steuerzahler herbeiführt, die Finanzierungslücke des neuen Jahres 2014 aus (sofern natürlich das Finanzministerium überhaupt beabsichtigt, seine Schulden zu begleichen), während parallel die nebulöse Landschaft in der volkswirtschaftlichen Verwaltung weiter aufrecht erhalten wird.

Fiskus schiebt enorme Inlandsverschuldung vor sich her

Gemäß den Angaben des griechischen Finanzministeriums belief sich Ende November 2013 der verbleibende Betrag der fälligen Verbindlichkeiten an den privaten Sektor auf 5,858 Mrd. Euro, welcher Betrag innerhalb des Jahres 2014 schrittweise zu begleichen ist. In diesem Zusammenhang ist anzumerken wert, dass während der zwölf Monate (Dezember 2012 – November 2013) der Fiskus Schulden in Höhe von 6,171 Mrd. Euro abzahlte, ohne jedoch das Problem der fälligen Verbindlichkeiten zu lösen.

Detaillierter ergibt sich aus den von Vize-Finanzminister Christos Staikouras bekannt gegebenen Daten, dass bis einschließlich November 2013 das Finanzministerium Zahlungen für fällige Verbindlichkeiten und Steuerrückzahlungen in Höhe von 6,2 Mrd. Euro bewilligt hat, ohne dass jedoch die verbleibenden Schulden analog sanken, da neue Verbindlichkeiten geschaffen wurden.

Spezieller betrug im Dezember 2012, als auch das (von der Troika verlangte …) Tilgungs-Programm begann, die Summe der Schulden des Fiskus an die Lieferanten des öffentlichen Sektors und der Träger der Zentralregierung sowie auch an die Steuerzahler (Steuerrückzahlungen) insgesamt 8,871 Mrd. Euro.

(Quelle: Voria.gr)

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  1. h.kohrs
    12. Januar 2014, 16:29 | #1

    Warum diese Verwunderung? Ich habe in Griechenland einentlich immer die Erfahrung gemacht, dass fällige Rechnungen – wenn überhaupt – nach ca 6 Monate beglichen wurden. Wenn ich die Zahlungen früher anmahnte, hieß es unverhohlen, dass in Zukunft mit mir keine Geschäfte zu machen seien. Nun gut, dann eben nicht.

  2. max
    13. Januar 2014, 01:38 | #2

    Das war mir schon vorher klar! Aber keine Angst, liebe Griechen, es wird in jedem Land so laufen. Als man die Bundeswehr um paar hundertausend Mann verkleinerte, hat man danach auch den SPARERFOLG als ganz großartig hingestellt; natürlich wurde nichts eingespart, sondern nur der alte Müll verkauft, den niemand mehr brauchte.

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