Goldminen in Griechenland nehmen Privat-Armee unter Vertrag

31. Dezember 2013 / Aktualisiert: 02. September 2015 / Aufrufe: 3.469

Die Bewachung der Goldminen bei Skouries auf Chalkidiki in Griechenland übernehmen ab 2014 Söldner der berüchtigten Blackwater-Privatarmee.

Heftige Beunruhigung rufen die Meldungen des Sicherheitspersonals der „Hellas Gold“ (das Ende des Monats die Jobs verlieren wird) hervor, wonach die Bewachung der Anlagen der Goldminen auf Chalkidiki ab dem 01 Januar 2014 die auch als Privatarmee bekannte Gesellschaft „Blackwater“ übernehmen wird.

Auf diese Entwicklung wies das derzeitige Wachpersonal auch mit einem Transparent hin, das es bei der jüngsten Demonstration vor den Geschäftsräumen der Minengesellschaft in Stratoni / Chalkidiki aufgehängt hatte und auf dem es lautete „Raus mit den Mördern der Völker„.

Einsatz der Blackwater ist bereits seit Februar 2013 im Gespräch

Die „Blackwater“ ist inzwischen in „Academi“ umbenannt worden, stellt jedoch weiterhin eine private Truppe bewaffneter Söldner dar, die Schutz an Firmen verkauft, die hauptsächlich in Kriegsgebieten wie beispielsweise im Iran tätig sind. Zu ihren Hauptkunden zählt auch der bekannte Konzern „Monsanto“. Die Szenarien bezüglich der Präsenz der „Blackwater“ in Griechenland hatten am 01 Februar 2013 begonnen, und zwar nach der Enthüllung des griechischen Botschafters Leonidas Xhrysanthopoulos gegenüber eine kanadischen Zeitung über die Beauftragung der konkreten Gesellschaft durch die griechische Regierung mit der Bewachung des Parlaments.

Nachdem die griechische Regierung die Erklärungen des Leonidas Chrysanthopoulos, aber auch einschlägige Berichte nicht dementierte, reichten etwas später die SYRIZA Abgeordneten Rena Dourou, Theodoris Dritsas und Dimitris Tsoukalas eine parlamentarische Anfrage an den Minister für Bürgerschutz Nikos Dendias ein, mit der sie zu erfahren verlangten, ob es jemals irgendeine Kontaktaufnahme zu einer privaten Gesellschaft zur Erbringung militärischer Dienste gegeben habe, damit sie die Bewachung des Parlaments oder anderer öffentlicher Lokalitäten übernimmt oder Know-how oder Ausbildung oder eine Kombination des Vorstehenden erbringt, und falls ja, wie diese (Kontaktaufnahme) ausgegangen sei.

Die Antwort des Nikos Dendias, die praktisch eine Nichtbeantwortung darstellte, war eher besorgniserregend als beruhigend: Der Minister antwortete, für Themen der Bewachung des Parlaments sei nicht der jeweilige Minister für Bürgerschutz, sondern der Parlamentspräsident zuständig. In der selben Zeit begannen auch die Szenarien bezüglich der Präsenz der „Blackwater“ auf Chalkidiki zwecks Bewachung der Goldminen-Anlagen der „Hellas Gold“ und der „Eldorado Gold„. Die Szenarien hatte in einem Radio-Interview der Vorsitzende der Unabhängigen Hellenen (ANEL), Panos Kammenos, unter Berufung auf Informationen bestätigt, die er von Gewerkschaftlern der Polizei erhalten hatte.

Diese Informationen hatte der Vorsitzende der ANEL sogar auch bei einer Begegnung bekannt gegeben, die er gegen Ende Februar 2013 mit Veteranen des Militärs hatte. Panos Kammenos hatte damals erklärt, dass die Vereinbarung der griechischen Regierung mit der „Blackwater“ bereits unterzeichnet worden war, die in Griechenland agierende Truppe schon bereit steht und der erste Ort, an dem die konkrete Privatarmee zum Einsatz kommen werde, Skouries sein wird. „Ab dem Augenblick, wo sie den Vampir der griechischen politischen Szene das Thema um Skouries dermaßen hervorheben sehen, sollten sie wissen, dass dort auch die erste Wirtschafts-Sonderzone sein wird. Und als Wache wird sie die konkrete Truppe haben.

Die Meldungen des Sicherheitspersonals erhärtet die Anwesenheit der kanadischen Funktionäre der „Eldorado Gold“ in letzter Zeit auf Chalkidiki, die sich mit der Bemühung um die Senkung der Kosten befasst haben, worin auch die Entlassung des Sicherheitspersonals der Gesellschaft umfasst ist. Aber auch die Kombination all dessen mit dem Umstand, dass das kanadische Militär zu den Heeren der Länder zählt, in denen die „Blackwater“ sogenannte „technische Unterstützung“ leistet.

Die Blackwater

Die berüchtigte Söldner-Gesellschaft „Blackwater“ wurde in eine private Sicherheitsgesellschaft „Xe Services“ und kürzlich in „Academi“ umbenannt. Sie ist gezwungen, eine Strafe in Höhe von 42 Mio. Dollar wegen der brutalen Ermordung 17 irakischer Bürger auf dem Nisur-Platz in Bagdad im September 2007 zu zahlen – laut der Zeitung „The New York Times“, und wird wegen hunderter Strafbestände verfolgt, zu denen unter anderem der Export verbotener Waffen nach Afghanistan, die Ausbildung von Polizisten in Taiwan zu Heckenschützen und die militärische Ausbildung von Truppen im Süd-Sudan zählen.

Fünf Funktionäre der Gesellschaft werden wegen illegaler Waffen verfolgt, während zwei ihrer ehemaligen Angestellten die Morde an zwei Afghanen im Kabul im Mai 2009 angelasetet werden. Die konkrete Gesellschaft soll auch einen Teil der Ausbildung von Spezialeinheiten in Griechenland für die Periode der Olympischen Spiele übernommen haben.

Strafverfolgung eines 15-Jährigen

Der 15-Jährige aus Komotini, der unter der Beschuldigung der „Rebellion“ bei den Vorfällen am 21 Oktober 2012 in Skouries dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde, hat seine Aussage inzwischen schriftlich eingereicht. Der Jugendliche gab die Verteidigungsschrift im Rahmen der Voruntersuchung nach dem Verfahren ab, das der Staatsanwalt von Chalkidiki eingeleitet hat. Laut Informationen führt er in seiner Verteidigungsschrift aus, an den Zwischenfällen, die von den Spezialeinheiten der Polizei (MAT) mit ihrem Angriff auf die Demonstranten in Gang gesetzt wurden, nicht beteiligt gewesen zu sein. Er erklärt ebenfalls, sein Recht einzufordern, frei für die Verteidigung des Lebens und der Umwelt zu demonstrieren.

Seine Rechtsanwältin Eleni Laftsi unterstreicht, die Strafverfolgung des 15-Jährigen sei aus der Luft gegriffen, stütze sich nur auf die Tatsache, dass an dem Ort der Zwischenfälle sein Portmonee gefunden wurde, während es keinerlei Zeugenaussage und auch keinen polizeilichen Augenzeugen gebe, die ihn auf irgend eine Weise mit den Krawallen in Verbindung bringen. Wie sie sagt, handelt es sich um eine Verfolgung, die im Rahmen der Terrorisierung all jener geschieht, die gegen die Goldförderung sind, und in dieser Bemühung bedient sich die Polizei eines 15-jährigen Kindes, um unter den Bürgern Angst zu säen.

(Quelle: Eleftherotypia)

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