Diebstahl-Opfer in Griechenland verzichten auf Beuterückgabe

8. Dezember 2013 / Aufrufe: 1.154

Opfer von Diebstählen und Raubüberfällen in Griechenland verzichten auf gefundenes Diebesgut, um nicht in die Mühlen der Bürokratie und Justiz zu geraten.

Bürger verneinen, Diebstählen und Raubüberfällen zum Opfer gefallen zu sein, um nicht in die Mühlen der Bürokratie zu geraten. Sie lehnen es ab, ihnen entwendete und wieder aufgefundene Geldbeträge und Schmuckstücke in Empfang zu nehmen, weil sie die damit einhergehenden „Formalitäten“ und die juristischen Strapazen vermeiden wollen.

Dies ist das Bild einer bizarren Situation, der sich in letzter Zeit Offiziere der griechischen Polizei (ELAS) – hauptsächlich auf Polizeirevieren in Attika und peripheren polizeilichen Dienststellen – gegenüber sehen, die sich mit Verhaftungen griechischer und ausländischer Einbrecher und Räuber befassen.

Angst vor „Laufereien“ führt zu Verzicht auf gefundenes Diebesgut

Wie nach der Zerschlagung einschlägiger Banden üblich ist, tragen die Verfolgungsbehörden das in den Verstecken der Täter aufgefundene Diebesgut zusammen und stellen es aus. Die Opfer von Diebstählen und Einbrüchen, die bei den Polizeirevieren einschlägige Anzeigen erstattet haben und deren Aussagen zu der Aktivität der verhafteten Verbrecher passen, werden aufgefordert, bei den polizeilichen Dienststellen vorstellig zu werden und die gefundenen Wertgegenstände zu identifizieren.

Man sollte nun glauben, die … glücklichen Bürger bzw. Opfer würden im Rahmen dieses Prozedere zu den Revieren eilen und die Gegenstände in Empfang nehmen, die ihnen entwendet worden waren. Manchmal läuft dieses Verfahren jedoch nicht auf diese Weise ab – und zwar nicht nur, weil etliche Bürger befürchten, die Polizei werde so wie so nichts unternehmen, und deswegen die Diebstähle erst gar nicht melden.

Wie die Offiziere der EL.AS. erklären, „sind auf den Revieren Diebstählen zum Opfer gefallene Bürger vorstellig geworden, die einen kleinen Teil der Schmuckstücke oder der Gegenstände vorfinden, die ihnen gestohlen worden sind, und wollen sich die Gegenstände nicht zurückgeben lassen. Diese Reaktion erfolgt, weil die Personen sich schon einmal in der selben Lage befunden und – wie sie sagen – bittere Erfahrungen gemacht haben. Beispielsweise werden ihnen Gegenstände im Wert von ein paar hundert Euro zurückgegeben. Dies macht sie jedoch sofort zu Zeugen für die Aktivität der Bande. Wann immer diese Sache verhandelt wird, müssen sie somit vor den Gerichten erscheinen, sich den Strapazen der Vertagungen unterziehen und sind kurz gesagt für viele Jahre in diesen Sachen gefesselt. Weil dies allen schon einmal einem Diebstahl zum Opfer gefallen Personen bekannt ist, versuchen sie es zu vermeiden … .

Laut anderen Polizeibeamten „sind diejenigen, die sich üblicherweise weigern, Diebesgut relativ geringen Wertes zurückzuerhalten, hauptsächlich Selbständige. Wir hatten den Fall eines Mannes, dem eine Uhr im Wert von 1.000 Euro gestohlen worden war, jedoch weigerte er sich, die Uhr in Empfang zu nehmen. Wie er uns erklärte, würde er zwar einen Gegenstand von nicht unerheblichem Wert (sprich die Uhr) zurückbekommen können, würde jedoch ab dem Moment, wo er seiner Arbeit fernbleiben müsste, weil er zu den Gerichten zu rennen hätte, ein Vielfaches des Betrags verlieren … .

(Quelle: in.gr)

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