Allgemeines Jagdverbot in Griechenland

3. Dezember 2013 / Aufrufe: 2.252

Der Oberste Verwaltungsgerichtshof in Griechenland hat per einstweiliger Verfügung im gesamten Land die Jagd auf jede Art von Wild vorläufig verboten.

Die Vorsitzende der 5. Kammer des Kassationshofs bzw. Obersten Verwaltungsgerichts (StE), Angeliki Theofilopoulou, gab dem einschlägigen Antrag des Tierschutz- und Ökologieverbands Griechenlands statt und untersagte per einstweiliger Verfügung tausenden „Jägern“ ihren geliebten „Sport“.

Jagd gefährdet die Möglichkeit zur Fortpflanzung

Der Verband hatte Beschwerde gegen den Beschluss des stellvertretenden Umweltministers eingelegt, mit dem Themen bezüglich der Jagd geregelt wurden, und vertrat, die Dauer der Jagdperiode, die besonders früh am 20 August 2013 begann und übermäßig ausgedehnt am 28 Februar 2014 endet, der Fortpflanzungsmöglichkeit aller Arten der Wildfauna schadet und parallel auch die Zugvögel gefährdet, die sich auf ihrer Wanderung befinden.

Laut der Beschwerde endet die Jagdperiode (nach Wildarten) gestaffelt, obwohl ihr Ende für alle Wildarten gemeinsam zu gelten hätte. Zusätzlich erfolgt eine spezielle Bezugnahme auf die Brände der letzten Jahre im gesamten Land, und zwar zu einer Stunde, wo – wie angemerkt wird – ein Verbot der Jagd nicht einmal für die 264 Gebiete vorgesehen ist, die zur Eingliederung in das Schutznetz NATURA 2000 vorgeschlagen worden sind.

Weiter merkt der Verband an, der angefochtene Ministerialbeschluss verletze Paragraph 24 der Verfassung, internationale Abkommen, EU-Verordnungen und die griechische und europäische Gesetzgebung.

Die einstweilige Verfügung des StE wird so lange gelten, bis ein Urteil über den von dem Verband bei dem Obersten Verwaltungsgerichtshof eingereichten Antrag auf Aussetzung des angefochtenen Ministerialbeschlusses verkündet werden wird.

(Quelle: Zougla.gr)

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  1. Panhellene
    3. Dezember 2013, 14:04 | #1

    Ich kann diesen Beschluß nur begrüßen und hoffe, daß er dauerhaft gültig wird. Das blindwütige Abchießen, vor allem von nützlichen Singvögeln, ist steinzeitlich und paßt nicht mehr in ein modernes Europa, das sich dem Umwelt- und Naturschutz verpflichtet hat. Die Zugvögel werden in den Herkunftsländern aufwändig geschützt, in den Südländern werden sie dann auf ihrer kräftezehrenden Reise abgeknallt, ohne daß für die Jäger ein erkennbarer Nutzen herausspringt.

    Wer in Griechenland die Natur aufmerksam beobachtet, kann feststellen, daß immer mehr Pestizide zur Schädlingsbekämpfung ausgebracht werden, weil die natürlichen Feinde durch die Jagd merklich redeuziert werden.

    Wer die Jagd zum Sport oder Zeitvertreib braucht, sollte umdenken und sich eine andere Freizeitbeschäftigung suchen. Das Angebot hierfür ist riesig und bietet Jedermann beste Möglichkeiten.

  2. LiFe
    3. Dezember 2013, 14:35 | #2

    Das ist eine erfreuliche Meldung! In Nordgriechenland haben wir seltene Vögel und wir waren uns nie sicher, wenn geschossen wurde, ob sie verschont blieben. In einem Dorf wurde sogar auf einem Storch gezielt geschossen. Alle, Deutsche und Griechen haben im Dorf getrauert. Der Schütze wurde nie ermittelt. Das ist wirklich eine gute Neuigkeit. Denn würden die Vögel sich sicher fühlen, ich könnte mir vorstellen, dass der Tourismus in Griechenland zunehmen würde, wenn es sich herumspricht, dass man dort seltene Spezies beobachten könnte. Weiter so!

  3. Kleoni
    3. Dezember 2013, 14:55 | #3

    Die Artenvielfalt – die es noch gibt – in Griechenland gehört geschützt. In ganz Griechenland findet sich nirgends eine Überpopulation an Wildtieren, Zugvögeln etc. wie z.B. in Deutschland, wo sich Füchse und Wildschweine – mangels natürlicher Feinde – rasant vermehrt haben und inzwischen auch in den Städten in grosser Zahl heimisch geworden sind. In Deutschland ist die Jagd, die ja streng reglementiert ist – eine Jagderlaubnis wird nur nach eingehender Schulung und bestandener Jagdprüfung erteilt. Eine Jagdprüfung, die einen umfassenden Wissenstand über Wildhege und -pflege, Waffenkunde etc. erfordert, würde die Zahl der wildumsichschiessenden Pseudojäger entsprechend einschränken. Naturschutz ist ein wichtiges Kapitel bei der Ausbildung der Jäger.

  4. Roland Schlaak
    3. Dezember 2013, 15:50 | #4

    Mir ist unverständlich wie man kleine Vögel und sonstige Tiere welche Ungeziefer fressen, einfach so abknallen kann. Dabei laufen die „Jäger“ ganz stolz durch die Olivenhaine und fühlen sich als Helden wenn sie auf Jagd gehen. Angesprochen reagieren sie gar nicht oder fuchteln mit ihren Gewehren drohend herum. Im Dorf kann man dann abends, wenn keine Touris da sind, beobachten wie sie die kleinen Vögel bergeweise verspeisen. Wie kann man nur so naiv sein und den Zusammenhang von Schädlingsbekämpfung und Vögeln nicht zu sehen! Hier fehlt, wie bei der Umweltverschmutzung (Müll, Plastik, usw.) der Tierquälerei, jegliches Gespür für Umwelt, Natur und Touristen. Und dann wollen sie auch noch gute Christen sein!

  5. Tinos
    3. Dezember 2013, 17:49 | #5

    Ich kann mich hier nur allen „Vorschreiben“ nur anschließen! Vielleicht sollte der Staat hier mal die Steuern für die Schrotpatronen so weit anheben, das jeder Schuss 50 Euro kostet! Dann würde diese sinnlose Ballerei von allein aufhören! Wenn ich im September in GR bin und sehe, das die Nachbarn mit der Uhr im Garten stehen und dann um 7:00 Uhr pünktlich der dritte Weltkrieg ausbricht, ist das nicht mehr zeitgemäß! Hier werden auch generell gültige Gesetzt missachtet. Es ist eigentlich verboten, in einem Umkreis von 200 Metern um jedes Haus zu schießen. Ist aber jedem Griechen egal! Daher sollten diesen Leuten sofort die Waffen und die Lizenzen entzogen werden!

  6. PETROS
    3. Dezember 2013, 20:25 | #6

    Was sich in der Jagdzeit in Griechenland abspielt ist schlicht eine Schweinerei. Da wird in einer Europäischen Schutzzone bei Astros alle Zugvögel abgeschossen, z.B. Schwäne, Enten, Silberreiher, Gänse usw. Leute die das kontrollieren sollten findet man in der Taverne. Seit Jahren vermissen wir die Vögel, der Raubbau findet nun auch im Meer statt. Waffen sehen wir in jedem Haushalt und ob alle einen Waffenschein besitzen ist fraglich.

  7. Michael
    4. Dezember 2013, 19:00 | #7

    Es wurde hohe Zeit. Jedes Jahr, wenn ich in Griechenland bin, haben mich 2 Dinge aufgebracht: die sinnlose Jagd, auf alles, was da kreucht und fleucht, an allen Gesetzen vorbei, ohne Rücksicht auf das Fortpflanzungsverhalten der Tiere, das Umgehen mit der Natur, als ob es eine 2te im Kofferraum gäbe und das sinnlose und grausame Vergiften herrenloser Hunde und Katzen – natürlich möglichst, bevor die Touris da sind, könnte ja einen schlechten Eindruck machen. Ich spende hier für Euronatur und andere Umweltverbände, damit unsere Zugvögel geschützt werden, an denen wir uns jedes Jahr erfreuen, und in meinem 2ten Heimatland werden die Tiere schlichtweg abgeknallt. Das ist unzivilisiert und gehört verboten.

  8. LiFe
    5. Dezember 2013, 00:32 | #8

    Es sind nicht nur Jäger, die Sorgen machen. Mich erreichte heute eine sehr traurige Nachricht. Eine Hündin einer Freundin hatte bei einem Spziergang am Strand, es sind keine Touristen, eine Angelschnur samt Haken verschluckt. Die Hündin hätte leben können! Der Haken befand sich in ihrem Magen. Der Angelhaken hatte den Magen perforiert und auch andere Organe verletzt. Sie hatte schwere innere Verletzungen und man konnte ihr trotz OP nicht helfen. Angler lassen alles liegen. Man findet immer Haken am Strand! Niemand scheint Verantwortung zu kennen. Die Srände sind außerdem vermüllt, es liegen überall Plastik und Unrat wohin man sieht. M. E. müsste bald ein jeder einsehen, dass es so nicht weitergehen kann. Nicht nur Tiere auch Kinder setzt man einer großen Gefahr aus. Wenn auch die Zeiten für alle schwierig geworden sind, dafür hat jeder Verständnis, aber ist es denn so viel verlangt, wenn man auf etwas Ordnung und Sauberkeit, um des Sicherheitswillen achtet? Es geht um Sicherheit! Im Übrigen eine gepflegte Landschaft ist eine Visitenkarte für jedes Land. Ich meine wirklich jedes Land in Europa. Entweder ist man eine Gemeinschaft, oder niemand ist für den anderen verantwortlich. Was hätten wir lieber?

  9. Bluebird
    5. Dezember 2013, 08:35 | #9

    Ich kann mich uneingeschraenkt allen Beitraegen anschliessen und hoffe, dass das Verbot bestehen bleibt und auch kontrolliert wird.Anscheinend kann jeder Idiot hier ein Gewehr bekommen und wild durch die Gegend schiessen, von Hege und Pflege des Wildbestandes kann man sowieso nicht sprechen. Das Vergiften von Hunden und Katzen mit Gift, das seit Jahren verboten ist, gehoert genauso dazu, aber keiner kontrolliert und es wird auch nicht gesellschaftlich angeprangert. In den Staedten sieht es etwas anders aus, aber auf dem Land ist noch Steinzeit.

  10. Götterbote
    5. Dezember 2013, 14:13 | #10

    Die besten und strengsten Gesetze und Vorschriften sind nur so gut, wie sie kontrolliert und verfolgt werden. Und hier sehe ich das größere Problem und kann mich daher der Freude der Vorschreiber nicht anschließen. Gerade in den ländlichen Gebieten, wo diese Jagd am meisten stattfindet, kennt doch jeder jeden und jeder den netten Dorfpolizisten. Und dieser wird (in diesen Fällen muss ich ausnahmsweise „leider“ sagen) natürlich auch weiterhin wegschauen und weghören. Sinn würde es machen, wenn man Kontrolleure / Polizisten gegenseitig austauschen würde und diese die Vergehen verfolgen. Das wäre gut für die Natur, den Staat und für die Erziehung.

  11. Ingrid
    5. Dezember 2013, 18:08 | #11

    Stimmt, was nuetzen Gesetze, wenn die Missachtung keiner verfolgt und bestraft. Gestern traf ich einen jungen Mann, der regelmaessig im Nestos-Delta jagen geht, wie unzaehlige andere. Dieser Mann bringt sogar Serben und Bulgaren in dieses Naturschutzgebiet. Er wusste nichts vom Jagdverbot und fragte verwundert, warum? Trotz der Info war er heute wieder mit mehreren Leuten Richtung Nestos unterwegs. Jeden Morgen und Abends in der Daemmerung knallt und ballert es unaufhoerlich. Die Spaziergaenge in den Feldern sind lebensgefaehrlich. Sogar im eigenen Garten fliegen einem die Schrotkugeln um die Ohren, weil gerade ein Schwarm Zugvoegel im Feigenbaum gelandet ist. Alles wird abgeschossen, kleine Schakale, Fuechse, Fasane, Wildkatzen. Auch Hauskatzen und Hunde, die in den angrenzenden Feldern unseres Dorfes unterwegs sind.
    Es sollte wirklich regelmaessig kontrolliert werden und saftige Geldstrafen verhaengt werden. Griechenland hat ein hohes Potenzial durch diese Strafen seine Finanzloecher zu stopfen. Das waere mal eine sinnvolle Gesetzesaenderung.

  12. Elisabeth
    28. Dezember 2013, 21:55 | #12

    Ich lebe auf Kos (Dodekanes). Morgen ist es wieder soweit und wie jeden Sonntag wird vor meiner Haustür gejagt. Auf Schimpfen wird nicht reagiert oder agumentiert, daß in dieser Gegend immer schon Jagdgebiet war. Das „Jagdgebiet“ liegt inmitten von 4 (!) Dörfern. Selbst die Einheimischen trauen sich an solchen Tagen nicht aus dem Haus und sagen will keiner was, weil er ja die Jäger selber kennt. Ich frage mich, ob es nicht eine höhere Stelle als die örtliche Jagdaufsicht gibt, z.b. in Athen. Falls jemand mir helfen kann, bitte melden.

  13. juls
    29. Dezember 2013, 16:14 | #13

    Das oben angegebene Jagdverbot wurde nach 3 Tagen wieder ausser Kraft gesetzt. Das Jagen war damit also wieder erlaubt, bis es zum Gerichtsprozess kommt …und das wird dauern … darum kanllt es ueberall ohne Einschränkung.

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