Minister in Griechenland soll Steuern hinterzogen haben

11. November 2013 / Aktualisiert: 01. Oktober 2017 / Aufrufe: 665

Laut den Feststellungen der Steuerfahnder in Griechenland sollen der ehemalige Minister Giannos Papantoniou und seine Gattin jahrelang Steuern hinterzogen haben.

Steuerhinterziehungen des ehemaligen Ministers Giannos Papantoniou im Grad eines Vergehens und seiner Gattin im Grad eines Schwerverbrechens stellt die stellvertretende Staatsanwältin für Korruption, Popi Papandreou, aus den Angaben des Dezernats für Wirtschaftskriminalität (SDOE) fest, das auf ihre Anordnung eine wirtschaftliche und steuerliche Überprüfung des Ehepaars durchführte.

Informationen zufolge bezieht die Steuerhinterziehung sich – wie das SDOE in seinem Bericht feststellt – auf einen Betrag von insgesamt über 3 Millionen Euro in dem Zeitraum 2000 – 2010, und aus diesem Grund erachtet die staatsanwaltschaftliche Amtsträgerin, dass zu Lasten des ehemaligen Ministers und seiner Ehefrau ein Strafverfahren wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung einzuleiten ist.

Papantoniou soll „nur“ unter 150.000 € jährlich verschwiegen haben

Die Charakterisierung der Straftat als Schwerverbrechen zu Lasten der Gattin des Giannos Papantoniou, Stavroula Kourakou, steht mit dem Betrag von 1,3 Mio. Euro in Zusammenhang, der mittels der sogenannten „Lagarde-Liste“ auf einem Konto von ihr bei einer Bank in der Schweiz ausfindig gemacht wurde. (Anmerkung: Giannos Papantoniou stritt in diesem Zusammenhang bereits 2012 jeden Vorwurf der Steuerhinterziehung ab, siehe auch Minister in Griechenland wusste nichts von Millionen-Konto seiner Frau.)

In Bezug auf Giannos Papantoniou übersteigen laut den Angaben des SDOE die verheimlichten Beträge nicht den Betrag von 150.000 Euro jährlich, ab welcher Grenze die strafrechtliche Verfolgung im Grad eines Schwerverbrechens vorgesehen ist. Laut dem Bericht der Prüfer soll der ehemalige Minister jedes Jahr Beträge in Höhe von über 80.000 Euro verschwiegen haben.

Zur Einleitung des Strafverfahrens zu Lasten der beiden Eheleute ist erforderlich, dass von dem zuständigen Finanzamt (DOY) die Steuerprüfung verwaltungstechnisch abgeschlossen wird und anschließend der zuständige Staatsanwalt für Wirtschaftskriminalität Anklage erhebt.

Informationen zufolge soll das SDOE festgestellt haben, dass die Ausgaben des ehemaligen Minister nicht in Einklang mit seinem deklarierten Einkommen standen, welche Tatsache von den zuständigen staatsanwaltschaftlichen Behörden untersucht wird um festzustellen, ob es unbekannte Einkommensquellen gibt.

Ergänzend sei angemerkt, dass gegen Giannos Papantoniou bereits ein Verfahren wegen des in seiner Steuererklärung des Jahres 2008 nicht deklarierten Vermögens seiner Gattin Stavroula Kourakou anhängig ist, er jedoch im April 2013 gegen Entrichtung einer Kaution in Höhe von 50.000 Euro nicht in Untersuchungshaft genommen, sondern vorläufig auf freien Fuß gesetzt wurde.

Auch Vasilis Kapernaros wird der Steuerhinterziehung beschuldigt

Laut den Prüfern des SDOE soll auch der bekannte Rechtsanwalt und Abgeordnete der Unabhängigen Hellenen (ANEL) Vasisilis Kaparnaros während der letzten 13 Jahre Einkommen in Höhe von 5 Millionen Euro nicht deklariert haben. Die Kontrolle erfolgte über einen rückwirkenden Zeitraum von 10 Jahren und laut dem von den Prüfern des Dezernats für Wirtschaftskriminalität erstellten Bericht wurde festgestellt, dass die auf Bankkonten des Abgeordneten ausfindig gemachten Beträge eine erhebliche Abweichung von seinen deklarierten Einkommen aufweisen.

Herr Kapernaros selbst sprach allerdings am 08. November 2013 in dem Morgenmagazin des TV-Senders ANT1 von einem politischen Schlag und erklärte: „Es sind miteinander kommunizierende Gefäße. Irgend ein eidbrüchiger Beamte des SDOE steht in Verbindung mit einer Website. Das Thema ist einzig und allein politisch.“ Weiter fügte er an: „Sie geben mir nicht die Daten heraus und berufen sich auf das Steuergeheimnis. Ich frage sie und sie geben sie mir nicht. Ich verlangte eine offizielle Kopie der anonymen Anzeige, weil sie mir sagten, sie verloren zu haben.“ und stellte sogar klar: „Sie haben diese Sache angeleiert, weil es um meinen Namen geht. Sie wollten meine Geschichte breittreten.“ sowie „Wir sind jedoch nicht von den Leuten, die ihre Hände in den Schoß legen. Ich werde sie stören. Ich werde ihnen begegnen.

Ergänzend sei angemerkt, dass Vasilis Kapernaros den Prüfern vorwirft, nur die Zahlungseingänge auf seinen Konten, jedoch nicht die Herkunft und den Verbleib der strittigen Gelder berücksichtigt zu haben. Laut dem Abgeordneten handelt es sich u. a. um Zahlungen aus Immobilienverkäufen, Rentenzahlungen und über seine Kanzlei abgewickelte Entschädigungen von Versicherungen an Klienten. Von Seite der SDOE verlautete dagegen, die Sache sei abgeschlossen und könne nur wieder aufgenommen werden, sofern von Seite des Beschuldigten neue Fakten beigebracht werden.

(Quellen: in.gr, Imerisia.gr)

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