Haftstrafen für heilige Unterschlagung in Griechenland

12. November 2013 / Aufrufe: 612

Zwei Geistliche der orthodoxen Kirche in Griechenland wurden wegen Betrugs des Fiskus um insgesamt 930000 Euro zu Haftstrafen von 18 und 6 Jahren verurteilt.

Ein hartes Urteil fällte die Justiz gegen zwei Geistliche im Alter von 36 und 38 Jahren aus Trikala, die wegen Betrugs zu Lasten des Fiskus verhaftet wurden, nachdem sie Beträge für ihr Bistum vorgesehener Gehaltszahlungen „aufgebläht“ hatten.

Die beiden wegen der Unterschlagung für Gehälter der Kleriker in Farsala bestimmter Beträge von insgesamt 930.000 Euro angeklagten Geistlichen wurden von der Strafkammer des Landgerichts Larisa entsprechend zu 18 und 6 Jahren Gefängnis verurteilt.

Verurteilung wegen Betrug, Fälschung und Mittäterschaft

Die beiden Geistlichen aus der Region Farsala, die mit der Entgegennahme und Auszahlung von Gehältern an Kleriker des Erzbistums Thessaliotida beauftragt waren, machten sich laut der Anklage den Umstand zunutze, dass die Gehälter der Geistlichen nicht dem Haushalt unterliegen, und reichten beim Finanzamt gefälschte Unterlagen und Belege ein. Die nach der regulären Auszahlung der den (übrigen) Geistlichen zustehenden Bezüge verbleibenden Beträge steckten sie sich selbst ein, und insgesamt hielt auf diese Weise der eine von ihnen 710.000 Euro und der andere 220.000 Euro für sich zurück.

Gegen den ersten Geistlichen, der mit den Gehaltszahlungen in der Pfarrgemeinde der Kommune Farsala beauftragt war, wurde wegen Betrug und Fälschung nebst Verwendung eine Haftstrafe von insgesamt 19 Jahren verhängt. Gegen den anderen Angeklagten, der bevollmächtigt war, von dem Finanzamt Farsala und der Griechischen Nationalbank Zahlungen entgegenzunehmen, wurde wegen Betrugs und Mittäterschaft zu einer Haftstrafe von 6 Jahren verurteilt.

Ebenfalls verurteilte das Gericht den ersten Geistlichen zur Zahlung einer Entschädigung im Betrag von 710.000 Euro und den zweiten im Betrag von 220.000 Euro an den als Kläger auftretenden Fiskus, welche Beträge dem Gesamtbetrag entsprechen, den sie sich in dem strittigen Zeitraum von Januar 2012 bis einschließlich zum 25 Juni 2012 – an dem sie verhaftet wurden – angeeignet hatten. Weiter verurteilte es jeden der beiden Verurteilten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 2.000 Euro an den Fiskus für den Schaden, den dieser durch ihre Handlungen erlitt.

Gefälschte Urlaubsgeld-Aufstellung führte zur Entdeckung

Der Fall war im Juni 2012 aufgedeckt worden, als Beamte des Finanzamts die Kriminalpolizei von Larisa über verdächtige Manipulationen und Veränderungen bei den aufgeführten Beträgen der Gehaltslisten der Kleriker der Region informierten.

Die beiden in Rede stehenden Geistlichen, die für die Verwaltung der Gehaltszahlungen zuständig waren, reichten bei dem Finanzamt die Liste der Geistlichen für die Auszahlung der Urlaubsgelder der Kleriker ein, und anstatt des korrekten Betrags von 8.864 Euro wies die gefälschte Aufstellung den Betrag von 28.864 Euro aus.

In Abstimmung mit der Kriminalpolizei bewilligten die Finanzbeamten den Betrag, und als beiden Geistlichen zur Bank gingen, um das Geld in Empfang zu nehmen und die Kleriker zu bezahlen und das restliche Geld für sich selbst zu behalten, schritten die Polizeibeamten ein und verhafteten sie. Bei den beiden Verhafteten wurde weiter ein persönlicher Stempel des 38-jährigen Geistlichen und ein Stempel des Erzbistums gefunden, während bei der Durchsuchung der Wohnung des 36-Jährigen eine große Anzahl originaler Quittungen gefunden wurde.

(Quelle: Real.gr)

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  1. hkohrs
    12. November 2013, 02:43 | #1

    Ich hoffe es gibt noch viele solcher Fälle. Gott mag gnädig sein, der griechische Fiskus darf sich keine Nachsicht leisten.

  2. juls
    12. November 2013, 09:17 | #2

    wenn in einem so kurzem Zeitraum die Moeglichkeiten bestanden so viel Geld zu unterschlagen, dann frage ich mich wirklich, wieviel Geld in die Nebentaschen flossen, als in Griechenland noch nicht so verzweifelt nach Geld gesucht wurde. Denn diese „Ideen“ kommen ja nicht von ungefaehr.

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