Gläubiger rauben Griechenland aus

21. November 2013 / Aufrufe: 1.767

Das von den Gläubigern Griechenlands eingefädelte Programm stellt nüchtern betrachtet nichts anderes als einen perfiden Diebstahl dar.

Die Weise, auf die Zinswucherer ihre Geschäfte auf dem Markt regeln, ist bekannt: Sie „helfen“ mit Krediten aus, die unmöglich fristgerecht und verzinst zurückgezahlt werden können. Den Krediten vorhergegangen sind Voreintragungen (Memoranden – Kreditverträge), deren Einhaltung … durchtrainierte Geldeintreiber übernehmen. So viel zum „Milieu“ … .

Bei den internationalen Beziehungen sind die Dinge – wie inzwischen die gesamte griechische Gesellschaft feststellt – noch schlimmer: Die Gläubiger Griechenlands haben den Zinswucher auf ein solches Niveau entwickelt, das Chicagos Mafiosi wie Sonntagsschüler aussehen lässt. Sie haben es sogar fertiggebracht, bei ihren Geschäften das Gesetz auf ihrer Seite zu haben! Einschüchterungen und gebrochene Knochen stehen nicht auf ihrem Menü. Wenn nötig, „servieren“ sie schon mal einen Premierminister ab, setzen einen anderen ein und halten im übrigen mit ihren Leuten die gesamte Verwaltung des Staats unter erdrückender Kontrolle.

Zinswucherer interessierten sich nie für die Zukunft ihrer Opfer

Ziel der Gläubiger – wie auch der Zinswucherer des Milieus – ist, alles in die Hand zu bekommen: Rohstoffe, Infrastrukturen, Produktionsstätten, Boden und Geld. Nach drei Jahren der „Rettung“ weiß inzwischen die Gesamtheit der griechischen Gesellschaft, was genau „Rettung“ bedeutet: Sie begreift, dass die „Programme“, die umgesetzt wurden und werden, weder die Modernisierung noch für Ordnung zu sorgen zum Ziel haben. Die Zinswucherer interessierten sich niemals für die Zukunft ihrer Opfer, die sie solange „leben lassen“, wie sie ihnen Zahlungen leisten können.

Naive Naturen fühlen sich vielleicht von der Härte überrascht, mit der die Büttel der Gläubiger (Thomsen & Co) der griechischen Regierung befehlen, zu Pfändungen der Wohnungen des (ehemaligen) Mittelstands zu schreiten. Offensichtlich vermögen die verbliebenen Naivlinge nicht die Größe dieses Geschäfts zu begreifen, das unter dem Strich zur Konzentration des Kleinvermögens und seiner Umwandlung in eine Quelle ewig währender Einnahmen für diejenigen führt, die es letztendlich in die Hand bekommen.

Die Art und Weise, auf welche dieses Verfahren durchgezogen wird, ist gleichermaßen unverhüllt wie empörend:

  1. sie entziehen dem Kleineigentümer sein Einkommen (Kürzungen – Arbeitslosigkeit – Überbesteuerung),
  2. sie erhalten die „Blase“ der sogenannten „objektorientierten Immobilienwerte“ aufrecht,
  3. sie besteuern den Eigentümer mit dem beschnittenen oder inexistenten Einkommen für diesen „Mondpreis“,
  4. sie verabschieden ein Gesetz über die Freigabe der Zwangsversteigerungen.

Das Ziel der Gläubiger ist, alles an sich zu raffen

Der nächste (empörende) Schritt in diesem Prozess ist die Senkung der Grunderwerbsteuer, damit jene Wenigen, die alles an sich raffen werden, keinen roten Heller zahlen! Und wir wetten, dass – sobald der Coup durchgezogen ist – die Besteuerung der Immobilien gesenkt wird, die sich in einigen wenigen Händen konzentriert haben werden, was schrittweise auch die Immobilienpreise wieder steigen lässt, so dass der Besitz einer Wohnung / eines Hauses für den „chinesierten“ griechischen Arbeitnehmer ein unerreichbarer Traum sein wird.

Derartige Winkelzüge nennt man im Milieu „Coups“, „schnelles Geld abzocken“, „einen Stich machen“. In der aktuellen politischen Terminologie wird das in Rede stehende Prozedere „Rationalisierung des Markts“, „Modernisierung der Strukturen“, „Wachstum“ genannt.

In der Umgangssprache reicht jedenfalls für all das ein Wort: Diebstahl.

(Quelle: To Pontiki, Autor: Dimitris Milakas)

Relevante Beiträge:

  1. Deutscher
    21. November 2013, 15:15 | #1

    Worte wie „Gläubiger rauben Griechenland aus“ und „Zinswucher“ hörte man auch in Weimar in den 1920-iger Jahren. Fehlt nur noch die „Zinsknechtschaft“ sowie „die internationale Hochfinanz“. Da könnte man als Deutscher meinen, man ist wieder in Weimar. Auch die Griechen kommen nun auf den Trichter, wer Schuld ist an ihrem Los. Nun braucht es nur noch eine oder einen, die oder der dagegen vorgeht.

  2. Filipas
    21. November 2013, 20:12 | #2

    Und wer hat die Volksvertreter, welche das alles zu verantworten haben, immer wieder gewählt?

  3. Kiener72
    21. November 2013, 23:07 | #3

    Ich bin der selben Meinung und Fakt ist, dass die griechische Bevölkerung sich auf eine Revulution einschwören soll. Krieg! Gegen die Regierung.

  4. Catalina
    22. November 2013, 00:31 | #4

    Der Krieg wird kommen. Ein Grieche kann viel ertragen. Aber der „Spaß“ hört auf, wenn es um sein Land, sein Haus geht. Die Regierung sitzt auf einer Zeitbombe mit ihrem geplanten Gesetz zur Zwangsversteigerung. Die Uhr für diese Regierung tickt … und da kann sich auch kein Herr Samaras mehr herauswinden.

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