Fiskus in Griechenland schuldet Privatsektor Milliarden

8. November 2013 / Aufrufe: 1.438

Der Fiskus in Griechenland schuldete dem privaten Sektor Ende September 2013 fällige Zahlungen in Höhe von insgesamt 6,63 Milliarden Euro.

Die fälligen Verbindlichkeiten des griechischen Fiskus an den privaten Sektor verzeichneten im September 2013 einen Anstieg auf 6,63 Mrd. Euro, gegenüber 6,57 Mrd. Euro im August 2013.

Laut einer Bekanntmachung des Finanzministeriums betrug im August 2013 die Summe der fälligen Schulden der Zentralregierung 5,98 Mrd. Euro, während auch Steuerrückzahlungen in Höhe von 643,2 Mio. Euro anhängig waren.

Fällige Verbindlichkeiten von 3,3 Mrd. Euro allein im Gesundheitssystem

Im September hatten die Ministerien und dezentralisierten Verwaltungen fällige Verbindlichkeiten in Höhe von 370 Mio. Euro, die Lokale Selbstverwaltung Schulden von 712 Mio. Euro, die öffentlichen Krankenhäuser Verpflichtungen von 1,09 Mrd. Euro und die Sozialversicherungsträger Schulden von 3,54 Mrd. Euro (davon 2,21 Mrd. Euro allein der Nationale Träger für Gesundheitsleistungen EOPYY), während die Schulden der übrigen juristischen Personen insgesamt 265 Mio. Euro betrugen.

Auf der anderen Seite der Schuldenfront schritt das Finanzministerium in den 11 Monaten Dezember 2012 – Oktober 2013 zur Befriedigung von Anträgen auf Begleichung fälliger Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 5,99 Mrd. Euro und hat damit 75% der gesetzten Zielvorgabe von 8 Mrd. Euro getilgt.

Von den 5,99 Mrd. Euro, die das Finanzministerium bereitstellt, sind von den Ministerien bisher allerdings nur 5,18 Mrd. Euro an die reale Wirtschaft weitergeleitet worden, da die Auszahlung der übrigen 710 Mio. Euro sich aus hauptsächlich bürokratischen Gründen verzögert.

Die finalen Zahlungen der Ministerien stellen sich folgendermaßen dar:

  • Gesundheitsministerium: 2,012 Mrd. Euro
  • Ministerium für Arbeit, Sozialversicherung und Fürsorge: 1,08 Mrd. Euro
  • Finanzministerium (Steuerbehörden): 787,67 Mio. Euro
  • Innenministerium: 646,58 Mio. Euro
  • Verteidigungsministerium: 468,05 Mio. Euro
  • Entwicklungsministerium: 117,32 Mio. Euro
  • Ministerium für Kultur und Athletik: 48,33 Mio. Euro
  • Ministerium für Bildung und Konfessionen: 12,45 Mio. Euro
  • Außenministerium: 7,70 Mio. Euro
  • Ministerium für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz: 5,23 Mio. Euro
  • Ministerium für Seefahrt und Ägäis: 4,29 Mio. Euro
  • Ministerium für Agrarentwicklung: 0,03 Mio. Euro
  • Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel: 0
  • Justizministerium: 0

(Quelle: Voria.gr)

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  1. Tinos
    8. November 2013, 19:43 | #1

    Da möchte ich nicht sehen, wie die Statistik aussieht, wenn die schon seit Monaten ausstehenden Gehälter dazugerechnet werden! Eine Frechheit, die Mitarbeiter über Monate (großteils mehr als 6) nicht zu bezahlen. Die Leute haben ja schließlich auch Zahlungsverpflichtungen wie Raten für die Häuser, Lebensmittel, Schule, Gesundheit, etc.
    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wenn mal alle Zahlen korrekt gezeigt werden, dass man hier auch nur annähernd von einem „Haushaltsüberschuss“ reden kann.

  2. Adrianós
    8. November 2013, 20:10 | #2

    Der Fiskus in Griechenland schuldete dem privaten Sektor Ende September 2013 fällige Zahlungen in Höhe von insgesamt 6,63 Milliarden Euro.

    Die fälligen Verbindlichkeiten privater und juristischer Personen an den Fiskus in Griechenland summierten sich Ende September 2013 auf fast 62 Milliarden Euro.

    So kann kein Staat funktionieren. Wir brauchen endlich einen Reset.

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