Ein Hanswurst, der in Griechenland Minister wurde

18. November 2013 / Aufrufe: 3.179

Die Geschichte absolutistischer Regimes ist voll von kleinen Menschen in Machtpositionen, die sie normalerweise nicht einmal im Traum gesehen hätten.

Adonis Georgiadis, der Gesundheitsminister von Samaras und Venizelos, hätte in keiner anderen Regierung seit dem Regimewechsel Minister sein können. Keine Regierung würde einen unbedeutenden TV-Buchverkäufer aushalten, einen Clown, der seine Ware auslobt und dabei brüllt „Sie sind wild darauf, Sie sind wild darauf„, der mit Stentorstimme singt „schweig, Frau Despina, vergieße nicht so viele Tränen„.

Keine Regierung würde einen Halbgebildeten tolerieren, der den antiken Griechen als Vorläufer des Ioannis Metaxas begegnet, einen erklärten Faschisten, einen Propagandisten der antizionistischen Werke des Kostas Plevris, einen Fanatiker, der seine Gegner beschimpft, sie verhöhnt, sie verleumdet. Einen Hanswurst, der dank des medialen Lifestyles seiner Ehefrau bekannt wurde.

Der richtige Mann für Drecksarbeiten, die andere verabscheuen

Ein solcher Politiker könnte nur in einer Regierung wie der von Samaras und Venizelos gedeihen, einer Regierung unter speziellen Umständen und mit einem speziellen Zweck. Wenn man als Claqueur der Gläubiger agiert – Entschuldigung Herr Samaras, ist mir so herausgerutscht, werde es nicht wieder sagen -, wenn man Verträge gegen das öffentliche Vermögen vollstreckt, wenn man mit „Spezialeinheiten zur Widerherstellung der öffentlichen Ordnung“ (MAT) und Präsidialdekreten regiert, dann ist Georgiadis der geeignete Mann.

Adonis hat nämlich nicht nur Nachteile, er hat auch Vorzüge. Vor allem ist er bereit, die schmutzigsten Arbeiten zu erledigen, jene, die jeder andere zu übernehmen zögern würde. Er schließt Krankenhäuser, entlässt Arbeitnehmer, verleumdet Ärzte, transferiert öffentlichen Reichtum zu Klinikbesitzern, ohne dass sich auch nur sein Gesicht verzieht, ohne mit dem Auge zu zucken. Er tut das Böse und genießt es, es macht ihm Spaß, er nimmt es in seine Vita auf.

Nachteile der Demokratie werden zu Vorteilen des Absolutismus

Die Geschichte der absolutistischen oder in den Absolutismus abgleitenden Regimes ist voll von kleinen Menschen, die sich in Machtpositionen hervortaten, die sie unter normalen Umständen nicht einmal im Traum gesehen hätten. Die absolutistischen Regimes haben die Tendenz, die innere Finsternis der kleinen Menschen an die Oberfläche zu bringen und auszunutzen, um ihre Ziele voranzutreiben.

Die Nachteile der Demokratie werden zu Vorteilen des Absolutismus und die tückische Ratte wird plötzlich zu einem tollen Minister mit Zylinder. Dafür tragen auch die Medien Sorge, die bis zum letzten Tropfen das Thema aufsaugen, das zum Totlachen ist und ständig und diachronisch von dem Unbedeutenden produziert wird, der zum Bedeutenden ernannt worden ist. Der abrupte Übergang von der Bedeutungslosigkeit zu ihrem Gegenteil bringt einen instinktiv zum Lachen, nur dass – falls es nicht bald eine Rückkehr gibt – das Lachen zu Weinen, Blut, Tod werden kann.

Mussolinis Faschismus, Hitlers Nazismus, die lateinamerikanischen Bananenrepubliken waren voll von solchen Hanswursten. Schweifen wir aber nicht in die Ferne, unser siebenjähriges Regime der Obristen wimmelte von vulgären und ungebildeten bedeutungslosen Personen, die es fertigbrachten, sieben ganze Jahre an der Macht zu bleiben, zum „Ruhm“ des unbezähmbaren griechischen Volkes. Eine sieben Jahre dauernde mörderische Lächerlichkeit, die sogar auch in den Liedern der Epoche verzeichnet wurde: „Arme Mütter gebaren die vier Großen, den Giorgos Papadopoulos, den Pattakos und andere.

(Quelle: Avgi.gr, Autor: Giorgos Anandranistakis)

  1. Melanie G.
    18. November 2013, 10:27 | #1

    Wenn kleinkarierte Geister Macht bekommen, geht das selten gut. Das erkannte man schon früher und sagte: „Am schlimmsten sind die, die aus dem Nichts kommen.“

  2. Catalina
    18. November 2013, 10:31 | #2

    Genau richtig! Ein ungebildeter, überaus vulgärer Mann für all die Drecksarbeiten, die die anderen zu tun scheuen. Danke, dass das mal thematisiert wurde. Es war überfällig!

  3. bruno
    18. November 2013, 11:54 | #3

    Jedes regime braucht einen Buhmann, den man problemlos köpfen kann wenn die revolution vorüber ist. Dadurch vermeidet man den Verlust der wirklich Mächtigen.

  4. juls
    18. November 2013, 15:58 | #4

    Ein ungebildeter und vulgaerer Mann fuer alle Drecksarbeitem, die die anderen zu tun scheuen…

    Ich habe ihn in einer Satiresendung des oefteren mit seinem Bruder im TV „bewundern“ duerfen, da kann man sich ein Bild machen, zu was dieser Mann faehig ist. Er ist ja erst am Anfang seines „Wirkens“ als Gesundheitsminister, da kommt noch ne Menge auf uns zu, wir werden uns noch umschauen, da hat sich Herr Samaras den richtigen ausgesucht, der erledigt seine „Aufgaben“ blind! Kalinichta Ellada …

  5. Gogler
    19. November 2013, 09:30 | #5

    Ich kann nicht beurteilen, ob Herr Georgiadis ein unfaehiger Minister ist, wobei er sich da nahtlos in eine viel zu lange Ahnenliste einreihen wuerde. Wenn aber jetzt so viel „Drecksarbeit“ zu erledigen ist, dann ist dieser Dreck ja unzweifelhaft entstanden und diesen zu beseitigen, bedarf es vielleicht neuer Werkzeuge. Es ist dann doch eher die Frage zu stellen, wie die Arbeit dieses Ministers kontrolliert und transparent bewertet wird. Im Ergebnis muss sich doch vieles aendern, denn auch vor der Staatsfinanzkrise hat das Gesudheitssystem weit ab vom Optimum gearbeitet, oder?

  6. Sigala Dali
    19. November 2013, 18:47 | #6

    der hanswurst der dafuer verantwortlich ist, dass in santorini ein neu gebautes krankenhaus nicht eroeffnet werden kann! etliche millionen steuergelder verschwendet um es jetzt privat zu betreiben, wir bezahlen und irgend ein recher schnoesel soll sich jetzt die taschen noch mehr befuellen duerfen! eine insel als aushaengeschild fuer den tourismus in griechenland mit so vielen millionen touristen jedes jahr und deren bevoelkerung muss ans festland oder nach kreta wenn ein krankenhaus gebraucht wird, schande!

  7. Moppel
Kommentare sind geschlossen