350000 Haushalte in Griechenland ohne Strom

18. November 2013 / Aufrufe: 2.621

Immer mehr private Haushalte in Griechenland bleiben vorübergehend oder dauerhaft ohne Stromversorgung, weil sie ihre Stromrechnungen nicht begleichen können.

Das Phänomen der „Energie-Armut“ in Griechenland hat ungeheure Dimensionen angenommen, da tausende Haushalte nicht in der Lage sind, die durch „Abzocken“ (sprich Sonderabgaben) und Gemeindesteuern „aufgeblähten“ Stromrechnungen zu bezahlen.

Mehr als 350.000 Eigentümer und Mieter von Immobilien vermögen nicht, fristgemäß den auf den Stromrechnungen angeführten Betrag zu entrichten, was zum Ergebnis hat, dass sie tagelang ohne elektrischen Strom bleiben, weil ihnen die Stromversorgung gekappt wird.

Verbindlichkeiten aus unbeglichenen Stromrechnungen tangieren 1,3 Mrd. Euro

Nachdem der konkrete Zeitraum immer länger wird, flüchten sich etliche Familien sogar zu der Notlösung der illegalen Wiederherstellung der Anbindung an das Stromnetz. Die Furcht vor den strafrechtlichen Folgen, die eine solche Handlung herbeiführt, wird zweitrangig, da die Eltern alles in ihren Möglichkeiten stehende unternehmen um die Bedürfnisse sowohl ihrer Kinder als auch ihrer selbst zu decken.

Ein Anteil in einer Größenordnung von 10%, also rund 35.000 Haushalte, suchen Hilfe bei Aktivisten und sozialen Organisationen, um den Technikern zu begegnen, die eintreffen um die Stromversorgung abzuklemmen. Parallel erwirken gerade einmal sechs von zehn Verbrauchern (ungefähr 210.000) eine baldige Wiederherstellung der Stromversorgung, während die übrigen für Wochen vergessen wie es ist, eine Lampe oder eine Herdplatte einzuschalten.

Ein Indiz für die sich in den beiden letzten Jahren gestaltende tragische Situation stellt die Tatsache dar, dass die Anzahl der Stromabschaltungen um 15% angestiegen ist: nämlich laut den Daten, auf die sich der Präsident und geschäftsführende Vorstand der DEDDIE (Tochtergesellschaft der DEI) Giorgios Kollias berief, von 300.000 im Jahr 2012 auf über 350.000 heute.

Seit das Memorandum in das Leben der Griechen getreten ist und die Versprechungen der Politiker bezüglich der Nichtergreifung horizontaler Maßnahmen sich als … leeres Geschwätz erwiesen, haben die Stromabschaltungen sich fast verdoppelt (+ 80%) und im Jahr 2010 rund 241.000 Fälle erreicht, von denen sich die meisten auf Haupt- und Ferienwohnungen beziehen. Parallel betreffen 30% – 40% Unternehmen, die wegen des Unvermögens zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten schließen.

Was die aufgelaufenen unbeglichenen Verbindlichkeiten aus Rechnungen der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) betrifft, übersteigen diese derzeit 1,3 Mrd. Euro, während allein 2012 mehr als 700.000 „Regulierungen“ (Ratenzahlungs-Vereinbarungen) getroffen wurden.

(Quelle: Zougla.gr)

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  1. Peter Adam
    18. November 2013, 17:01 | #1

    Es ist eine Schande was in Griechenland abläuft. Wie kann eine Gesellschaft derart in den wehrlos in den Untergang gehen? Meine Verlobte und ich wollen im nächsten Jahr, sobald meine Rente durch ist, nach Griechenland, ins Land meiner Vorfahren ziehen. Jedesmal wenn ich hier die neuesten Hiobsbotschaften lese, überkommt mich große Trauer. Trauer deswegen, weil ich mich noch an vergangene Zeiten erinnere und es mir immer noch vor Augen steht, als ich in Thessaloniki Mütter in Mülltonnen nach Essbarem suchen sah. Trotzdem, die Liebe zu meiner Heimat und ihren Menschen überwiegt bei weitem und soweit es mir möglich sein wird, möchte ich wenigstens etwas tun um in meiner zukünftigen Nachbarschaft wenigstens etwas zu helfen, auch wenn meine Mittel eher gering sind.

  2. Florian
    19. November 2013, 13:28 | #2

    Traurig, was dort passiert. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass die Griechen begreifen müssen, dass es der Euro ist, der ihnen die Luft zum Atmen nimmt. Solange sich diese Kenntnis nicht durchsetzt, wird sich leider nichts ändern.

  3. Sigala Dali
    19. November 2013, 18:41 | #3

    der teuro nimmt nicht nur den griechen die luft zum atmen, das spuert man in ganz europa. es ist eine schande dass es mitten in europa solche armut gibt, ganze familien mit kleinen kindern ohne strom und heizung, oder was ordentliches zum essen und was machen die politiker, der troika und dem merkel in den allerwertesten kriechen, die sollen sich schaemen, ich befuerchte die kennen dieses wort nicht mal!

  4. kosmos
    13. Dezember 2013, 10:17 | #4

    Nein … nein … auch ich komme demnächst dran!
    Was mich an der Rechnung wundert ist, dass ich mit 1 Kühlschrank, 1 Fernsehe, 1 Waschmaschine, 1 Heißwasserbereiter (den ich nur im Winter benutze) einn Verbrauch von 3000 – 4000 KW innerhalb von 4 Monaten habe und ich bin auch noch alleine. Kochen mit Gas und die Beleuchtung sind Stromsparlampen, heize mit Holz. Im gegensatz zu Deutschland also geht dort schon die Abzocke los.

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