Griechenland senkt Grunderwerbsteuer um 70 Prozent

26. Oktober 2013 / Aufrufe: 2.545

Mit Wirkung ab 2014 soll in Griechenland die sogenannte Immobilientransaktionssteuer – sprich Grunderwerbsteuer – um bis zu 70 Prozent gesenkt werden.

Die steuerliche Belastung bei den Übertragungen von Immobilien wird in Griechenland ab dem 01 Januar 2014 um bis zu 70% gesenkt. Derweilen gestalten sich auf dem Immobilienmarkt, der in letzter Zeit fast völlig gelähmt worden war, neue Umstände: Er beginnt in Bewegung zu kommen, was günstige Voraussetzungen für die gesamte Wirtschaft schafft.

Zu der Wiederbelebung des Immobilienmarkts trägt auch die Einfrierung der nach dem System der sogenannten objektorientierten Wertbestimmung festgesetzten steuerrelevanten Preise bei. Zu letzterem ist allerdings anzumerken, dass die „objektorientiert“ ermittelten Immobilienpreise auf Basis der Gegebenheiten vor Beginn der Krise bestimmt werden und somit inzwischen häufig deutlich – wenn nicht gar um ein Vielfaches – über den realen Marktpreisen liegen.

Anstatt völliger Abschaffung Senkung des Steuersatzes 3%

Das griechische Finanzministerium schreitet somit zu einer drastischen Senkung der Besteuerung der Übertragungen von Immobilien. Den bisherigen Informationen zufolge wird sich nach der erzielten Einigung mit der Troika die steuerliche Belastung um bis zu 70% verringern, da der Basissatz auf 3% sinken und ab dem 01 Januar 2014 in Kraft treten wird.

In der Regierung wird damit gerechnet, dass mit der Senkung der Steuer die Immobilien-Transaktionen erleichtert werden und dem Immobilienmarkt der … lebensrettende Kuss gegeben werden wird. In diese Richtung wird auch die Tatsache helfen, dass die „objektorientierten“ Werte der Immobilien, auf deren Basis die Steuer erhoben wird, bis einschließlich Ende 2015 auf dem heutigen Niveau bleiben werden.

Über das Thema der Immobilientransaktionssteuer gab es anfänglich eine Meinungsverschiedenheit zwischen Troika und Regierung, wobei die Gläubiger auf der völligen Abschaffung der Steuer beharrten und die Regierung eine Senkung um 50% wollte. Letztendlich wurde der … Mittelweg gewählt und die Steuer um 70% gesenkt.

Detaillierter beträgt derzeit die Steuer für einen nach dem System der objektorientierten Sachwertbestimmung festgesetzten Immobilienwert von bis zu 20.000 Euro 8% und für einen Wert von über 20.000 Euro 10%. Wenn beispielsweise ein Steuerpflichtiger ein Gebäude mit einem „objektorientierten“ Wert von 150.000 Euro kauft, hat er eine Transaktionssteuer von 14.600 Euro zu entrichten.

Für das selbe Gebäude zahlt der Steuerpflichtige derzeit natürlich jedes Jahr eine „Abzocke“ (Stichwort: EETIDE bzw. neuerdings EETA) von einigen hundert Euro, wobei es sehr wahrscheinlich ist, dass er analog zu dem Gesamtwert seines Immobilienvermögens zusätzlich jedes Jahr auch noch Vermögenssteuer zahlt. Mit der ab 2014 kommen einheitlichen Immobiliensteuer wird der selbe Steuerzahler sogar einen jährlichen Betrag für den Besitz der – und jeder – Immobilie zu zahlen haben.

Abschließend sei angemerkt, dass es bei der Übereignung von Immobilien bisher Steuerfreibeträge unter anderem für Steuerzahler gibt, die ihre Hauptwohnung erwerben oder Immobilien ererben. Ob und in welchem Umfang diese Freibeträge beibehalten, geändert oder gar völlig gestrichen werden, bleibt abzuwarten.

(Quelle: To Pontiki)

Relevante Beiträge:

  1. Tinos
    26. Oktober 2013, 13:12 | #1

    Da muss man einfach „schmunzeln“. Belebung des Immobilienmarktes? Das geht überhaupt nicht, da das derzeit gültige „Legalisierungsgesetz“ schon wieder kurz davor steht, für illegal erklärt zu werden. Leider ist eine Übertragung ohne die „Legalisierung“ ja nicht möglich. Selbst wenn jemand die „Legalisierung“ schafft, kann irgendjemand dagegen innerhalb eines Jahre Einspruch erheben. Dann hat man das viele Geld umsonst ausgegeben und steht wieder am Anfang. Ich kann leider ein Lied davon singen, wie schier unmöglich es ist, durch dieses Verfahren durchzukommen.

  2. Yiaourti Yiaourtaki
    27. Oktober 2013, 12:12 | #2

    Alle kleine Schweinchen in Politik und EU freuen sich schon drauf den „Gastarbeitern“ endlich ihre Häuser wegnehmen zu dürfen und eigentlich ist das auch der Hauptgrund für die Versklavung der Bevölkerung, ihre schönen Aussichten vom Balkon werden sie allerdings niemals geniessen können, denn soviel Security, die das dann ermöglichen muß, gibt es überhaupt nicht.

  3. Waltom
    28. Oktober 2013, 20:31 | #3

    Ja super, da in den nächsten Jahren zigtausende Imobilien unter den Hammer kommen, muss erst mal die Immobilientransaktionssteuer gesenkt werden, denn die Banken und Hedgefonds … müssen doch entlastet werden. Die Volksverarsche geht weiter.

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