Griechenland: Das Land, das die Investitionen vorbeiziehen sah

17. Oktober 2013 / Aufrufe: 1.774

Die Fiaskos bei den Privatisierungen in Griechenland zeigen, dass potentielle Investoren nicht nur knallhart pokern, sondern zum Teil auch qualitativ zu wünschen lassen.

Bei dem Stab des Fonds für Verwertung staatlichen Privatvermögens (TAIPED) herrscht Sorge über den nächsten Tag. Trotz der regierungsinternen Begeisterung über die Platzierung des Konstantinos Maniatopoulos am Steuer des Funds betonen die meisten Vorstände, die Probleme seien zahlreicher als die Lösungen. Und hauptsächlich, dass die Qualität der interessierten Investoren in einigen Fällen sogar auch die Ausschreibungen unterminiere.

Obwohl der TAIPED in den kommenden Monaten etliche Programme zu präsentieren hat, ist somit die Beunruhigung darüber, wie sie voranschreiten und ob sie zu einem Ergebnis – speziell wiederum zu einem wettbewerbsfähigen Preis – gelangen werden, offenkundig.

Wir würden Investoren aus entwickelten Ländern bevorzugen

Diese Beunruhigung zeichnete sich auf eine äußerst offensichtliche Weise in einer „Verlautbarung“ aus Regierungskreisen vor zwei Wochen ab: „Wir würden Investoren aus entwickelten Ländern bevorzugen„, erklärte der Funktionär, dessen Name (natürlich) nicht genannt wurde. Der Grund für den Kommentar bezog sich auf den Flughafen „Eleftherios Venizelos“ und speziell die Kanadier des Fonds PSP Investment, die 27,7% des Flughafens kauften. Natürlich kauften die Kanadier nicht die staatliche Beteiligung, sondern die Beteiligung der Hochtief Airport auf, die sich zurückzog und ein … Paket ihrer Aktien sowohl an dem Athener als auch an weiteren sechs großen Flughäfen der Welt verkaufte, die schließlich an den PSP übergingen.

Es war jedoch wahr, dass die PSP einer der seriösesten Investorengruppen ist, die in den letzten Jahren in eine Investition auf griechischem Boden involviert ist – sei es auch, weil der Kauf des Pakets (der Beteiligung) am „Eleftherios Venizelos“ mehr oder weniger … zwangsweise war. Aus diesem Grund eilten die Regierungsfaktoren sich außerdem auch, den … Schwiegersohn zu umarmen und in der Öffentlichkeit zu verbreiten, die kanadischen Investoren habe zugesagt, ein Angebot auch für die staatliche Beteiligung zu unterbreiten, wenn diese unter den Hammer kommen wird.

Keinerlei verbindliche Zusage

Die Wahrheit ist natürlich, dass es von Seite der Kanadier keinerlei einschlägige Verpflichtung, sondern nur das mündliche Versprechen gibt, das Thema untersuchen zu werden, wenn … die Stunde komme.

Wirft man einen Blick auf das Investitionsprofil, ist außerdem zu sehen, dass es nirgendwo die Übernahme von großen Mehrheitsbeteiligungen und Management gibt, so wie dies für den Fall des Privatinvestors vorgesehen ist, der die Mehrheit an dem Athener Flughafen erwerben wird. Die kanadischen Geschäftsführer mögen reichlich mutig bei dem Typ der Investitionen seien, jedoch auch eher vorsichtig, um keine Führungsverantwortung übernehmen.

Die „Masochisten“

Trotzdem gelten die Investoren der PSP als besonders konservative und seriöse potentielle Partner und Investoren, wenn sie mit … allem anderen verglichen werden, was in Griechenland vorbeizogt, gleich ob es sich auf die Privatisierungen oder eigenständige Investitionen bezieht. Und um in Erinnerung zu rufen:

Die Investoren aus Katar (Qatar) zogen sich von der Mega-Investition in Astakos zurück, als der „Deal“ nicht zu den geforderten privilegierten Bedingungen erfolgte, und brachten sogar auch die „grünen Cliquen“ des Giorgos Papandreou in eine schwierige Lage. Entsprechend zogen die Investoren aus Katar sich auch von dem Elliniko-Projekt zurück – und zwar am Vortag des Besuchs des griechischen Premierministers in Doha (womit sie Samaras einen großen Schlag versetzten) – und erklärten unverhüllt, nicht an Ausschreibungen (an Mehrbieter), wie sie von dem TAIPED vorangetrieben werden, sondern an bilateralen Vereinbarungen interessiert zu sein, die von vornherein das Ergebnis garantieren.

Die Katarer sind dermaßen hart, dass sie sich sogar auch über den – eine private (und nicht staatliche) Vereinbarung betreffenden – Kauf des Eilands Oxia bei Ithaka zerstritten. Ein klares politisches Signal übermittelnd beschied der Emir mittels seines Entsandten dem Bürgermeister von Ithaka, „in Griechenland sucht ihr nicht nach Investoren, sondern nach Masochisten„.

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