Der mörderische Plan der Neonazis in Griechenland

19. September 2013 / Aufrufe: 1.641

Der von einem Mitglied der rechtsradikalen Chrysi Avgi verübte Mord an dem 34-jährigen Pavlos Fyssas reiht sich in den mörderischen Plan der Neonazis in Griechenland ein.

Der gewalttätige und wie immer gleichermaßen dreiste wie feige Mordanschlag der Mitglieder der rechtsextremen Chrysi Avgi gegen einen linken Bürger stellt keine Überraschung dar. Die Chrysi Avgi hat dies seit ihrer Schaffung getan: sie schlug ihre politischen Gegner zusammen und versuchte sie zu eliminieren.

Ihr rassistischer Hass ist der Hass derjenigen, die ihre tatsächliche politische Heimat im Nazi-Deutschland haben, gegen jeden Linken, jeden Demokraten, jeden progressiven Bürger und jeden, der einer niedrigeren sozialen Klasse angehört und sich seiner gesellschaftlichen Interessen bewusst ist – unabhängig von Hautfarbe, Nation, Rasse und Religion.

Das Establishment spannt die Neonazis für seine Zwecke ein

Die Promotion ihres immigrantenfeindlichen Profils war – ohne den tiefen und offensichtlichen Hass der Chrysi Avgi zu verkennen – nicht mehr als das Fahrzeug, um Popularität zu erlangen und das Volk hinsichtlich der tatsächlichen Gründe der Krise zu täuschen und die Aufhebung der Demokratie voranzutreiben, die bereits schwerste Schläge durch die Memorandums-Regierungen und die ausländischen Zentren, deren Anweisungen sie unterstehen, erlitt.

Es ist natürlich, dass die Polizei und die Gesamtheit der staatlichen Funktionen die Aktivität der Chrysi Avgi toleriert und sogar auch unterstützt, zusammen mit ehrlosen, bourgeoisen Politikern, die unabhängig von ihrer politischen Herkunft auf ordinäre Weise die SYRIZA und jede linke Partei mit der Chrysi Avgi gleichzustellen versuchen, und natürlich mit Hilfe von Medien, welche die Linie der Regierung nachplappern. Trotz ihres lächerlichen, pseudo-antisystemischen Charakters – wie das öffentliche Urinieren vor den Büros des TV-Kanals MEGA und andere kommunikative Blödheiten – ist die Chrysi Avgi eine Ausgeburt schattenstaatlicher Mechanismen des bourgeoisen Staates und Diener der parasitärsten und obszönsten Teile des Kapitals.

Wir dürfen nicht darin müde werden zu sagen, dass sie zwei Rollen wahrnimmt: die erste ist, als Vorbote und Schreckgespenst einer bürgerkriegsähnlichen gesellschaftlichen Spannung zugunsten der Memorandums-Mächte zu fungieren, damit letztere vorankommen und im Namen der Demokratie zu Autoritarisierung und Verfälschung der Demokratie schreiten und dabei mit der Gefahr des Chaos drohen. Die zweite Rolle jedoch, welche die Chrysi Avgi zu spielen aufgerufen sein wird, sofern das Establishment den Radikalismus des Volkes nicht kontrolliert, ist die der Forcierung der völligen Entgleisung und Auflösung der Demokratie.

Niemand wird eine Demokratie retten, die Nazis unterstützt

Vor unseren Augen entwickeln sich die Ereignisse, die auch in der Vergangenheit zu der Auflösung der Demokratie und den nationalen Tragödien vieler Volker führten, und wir bleiben untätig und denken, dass so etwas heutzutage nicht mehr geschehen kann. Falsch! Niemand, weder aus Europa noch aus Amerika, wird eine Demokratie retten, wenn das selbige Volk Mörder und Nazis toleriert und unterstützt. Niemand wird eine Gesellschaft retten, wenn sie ihre eigene Zerstörung und Entehrung wählt oder duldet.

Wir befinden uns nahe bei dem Punkt der Zäsur: auf der einen Seite beginnt sich ein zunehmender Volksradikalismus zu zeigen, der heranreift. Auf der anderen Seite erleben wir die Mobilisierung jeder systemischen Waffe, angefangen von auf Bestellung erfolgenden Verfolgungen und völliger Kontrolle der Medien bis hin zu nazistischen Morden. Dazwischen befindet sich eine erledigte Regierung und ihre Politik.

Ob die Waage sich in die eine oder andere Richtung neigen wird, hat damit zu tun, ob das Volk ins Rampenlicht tritt, ob es sich in jeder Nachbarschaft und jedem kollektiven Raum organisieren wird. Damit, ob beim nächsten Mal, wo die Bürger einen Angriff vor ihren Augen stattfinden sehen werden, sie nicht vor Angst erstarren, sondern einschreiten und – gleich ob das Opfer ein Grieche oder ein Ausländer ist – beweisen, dass wir eine Gesellschaft der Solidarität und Selbstaufopferung bleiben. Außerdem ermordet die Chrysi Avgi den selbigen Hellenismus als solchen.

(Quelle: TVXS.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Alexios
    19. September 2013, 10:24 | #1

    Eine Gesellschaft, die aus sich heraus nicht funktionieren kann, wird langfristig immer untergehen. Die griechische Demokratie hat ihre moralische Bankrotterklärung längst hinter sich, das bezweifelt heute niemand mehr. Da helfen auch keine Moralpredigten und Denkverbote. Es ist doch ein Unsinn, von „Demokratie“ zu reden, wenn 10 superreiche Familien das Sagen haben. Wenn Ihr dann von „Grundwerten“ und „Gleichheit“ redet, lacht Euch doch jeder aus, der deklassiert ist. Abgesehen davon, dass ein Mord sicherlich immer ein Mord bleiben wird, sollte man sich doch einmal auch einen anderen Blickwinkel einnehmen: Man sollte sich fragen, ob die Zuwanderung nach Griechenland den einfachen Leuten ernsthaft schadet oder den einheimischen Arbeitslosen wirklich nützt. Linke, die ständig nach Umverteilung rufen, sollten sich schon mal fragen, ob sie den normalen Menschen damit Schaden zufügen. Und noch eine Frage: Würden es die Ultralinken anders machen, wenn sie an der Macht wären?

  2. Deutscher
    19. September 2013, 10:44 | #2

    Wird noch schlimmer werden liebe Griechen. Schaut euch einmal die Geschichte der Weimarer Republik an. Dort schlugen sich linke und rechte Trupps. Am Schluß waren die Rechten die Sieger, weil sie vom Kapital unterstützt wurden. Schade, dass Griechenland durch das Versagen seiner Eliten den selben Weg gehen muss.

  3. Catalina
    19. September 2013, 16:20 | #3

    @Alexios
    Man sollte sich fragen, ob die Zuwanderung nach Griechenland ….

    Sorry Alexios, aber mich beschleicht der Gedanke, dass du, genau wie die jetzige Regierung in GR die Schlägertruppe der Chrysi Avgi „schönreden bzw. verharmlosen“ willst. Zuwanderung nach GR? Ich glaube nicht, dass die Mehrheit der „Zuwanderer“ vorhat(te) in Griechenland zu bleiben. Was in Griechenland schon längere Zeit stattfindet, ist keine Zuwanderung, sondern die Überschwemmung mit armen Seelen, die man Asylanten nennt und die Aufgrund der irrsinnigen EU-/Schengen-Gesetze gezwungen werden in Griechenland zu bleiben, obwohl die wenigsten dies wollen.

    Du fragst, ob es die Ultralinken anders machen würden, wenn sie an der Macht wären? Das ist eine rein hypothetische Frage, die momentan überhaupt nichts mit der aktuellen Sache zu tun hat, eventuell sogar von den Schandtaten der Chrysi Avgi ablenken soll. Aktuell geht es darum, dass wir in allen Stadtteilen Athens, in allen Städten Griechenlands Schlägertruppen der Chrysi Avgi haben, die nach entsprechenden Telefonanrufen kommen, um für „Recht und Odnung“ (nach ihrer Vorstellung) zu sorgen. Sie treten ungeniert bei öffentlichen Veranstaltungen auf, schnappen sich die Mikrophone und verbreiten ihre unsägliche Sch….. Sie marschieren mit ihren dumpfen Glatzköpfen in Springerstiefeln und mit Fackeln durch die abendlichen Strassen und erzeugen ein Klima der nackten Angst ums Leben. Sie haben in den vergangenen Monaten mehrmals Leute umgebracht. Pakistani, Ägypter, Afghani etc. Aber das waren ja Ausländer, da hat es bei Kosta Normalbürger noch nicht richtig klick gemacht. Aber jetzt sind die Linken dran und alles was Chrysi Avgi dafür hält. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was in den anstehenden Wintermonaten auf uns zukommen wird.
    Und was tut die Regierung mit ihrem Polizeiapparat, der von Chrysi Avgi Anhängern durchzogen ist? Gar nichts tut sie, denn Herr Samaras zeigt jetzt sein wahres Gesicht. Er redet davon, dass es in Griechenland aufwärts gehe, dass die Finanzkrise überwunden sei bzw. präsentiert seine beschönigten Zahlen und Statistiken. Und das Letzte, was er dabei gebrauchen kann, sind demonstrierende Bürger. Also was tun? Die Chrysi Avgi die „Drecksarbeit“ machen lassen, ein Klima der Angst und Einschüchterung erzeugen, so dass sich niemand mehr auf die Strassen traut und niemand mehr den Mund aufmacht. Kommt dir das irgendwie bekannt vor?

  4. Konservative
    19. September 2013, 20:57 | #4

    @Catalina

    Ja es ist ja auch wirklich schwierig, jetzt noch vernünftige Lösungen zu finden. Viele Migranten sind eben nicht nur vorübergehend da gewesen, vielen ging es ausgesprochen gut. Das hat sich erst in jüngster Zeit mit dem Erstarken der Rechten geändert. Die Polizei hat in der Vergangenheit sehr viel mit Ausländergewalt zu tun gehabt. Wenn man nachfragt, sagt sie, dass sie die Nase voll hat. Die normalen Leute sehen keinen Grund, sich weiter solidarisch mit Fremden zu zeigen, sie sagen, dass die Zuwanderung ein ökonomischer Unsinn ist. Mir ist klar, dass hier ein Sündenbock gesucht wird, die Ursachen für die Antipathien sind aber aus der Sicht vieler meiner Bekannten leicht nachzuvollziehen.
    Ich meine niemand hat ganz recht. Ich denke, es bringt nichts einen großen Teil der Griechen zu beschimpfen, man müsste jetzt halt endlich auf die Bremse springen, die Grenzen dicht machen, die Drachme wieder einführen und den Staatsapparat sanieren. Ich für meinen Teil werde Griechenland in den nächsten 10 Jahren meiden wie der Teufel das Weihwasser!

  5. Pilioufilos
    25. September 2013, 09:55 | #5

    Bei allem Verständnis für Deine resp Eure Frustration, so geht das nicht!
    Auch bei uns am Pilion soll es Beispiele geben, die dem Vernehmen nach zu 80% Chrysi Avgi gewählt haben. Gleichwohl, das betrifft immer noch dieselben Ortschaften, die früher der PASOK oder der ND – immer auf der Suche nach dem kleinen, eigenen Vorteil – nachgelaufen sind.
    Erinnert Ihr Euch an das Jahr 2000, an die aufgeblasene, europaweite Entrüstung über die Regierungsbeteiligung der österreichischen FPÖ unter Jörg Haider und wie rasch sich das Problem selbst und die Sanktionen der EU gegen Österreich in warme Luft auflösten?
    Schade, dass Griechenland in der jetzigen Krise nicht die Chance für politische Experimente hat. Einmal in tatsächlicher Regierungsverantwortung würden rechte Radikale der Chrysi Avgi wie auch Populisten aus SYRIZA und aus anderen Parteien in deren Inkompetenz ganz rasch entzaubert.
    Was also tun? Stellt die „Heilsbringer“ vor Gericht, wenn sie gegen das Strafrecht verstoßen und dazu noch all die alten, korrupten „Eliten“ aus PASOK oder ND. Bringt rigoros alle Parteien vor das Verfassungsgericht, wenn Volksverhetzer die Demokratie gefährden und lasst gleich auch prüfen, ob nicht Parteien der „Selbstbereicherer am Volksvermögen“ Tatbestände organisierter Kriminalität erfüllen.
    Endlich nicht mehr unfähiges Opfer der eigenen Politiker zu sein, würde das Selbstbewusstsein aller Griechen stärken und den Stolz, Grieche zu sein.

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