Verkauf abgelaufener Lebensmittel in Griechenland

29. August 2013 / Aufrufe: 2.256

Laut der Handelskammer Athen dürfen in Griechenland ab September 2013 Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft werden.

Ab dem 01 September 2013 werden sich unter konkreten Bedingungen Lebensmittel mit „abgelaufener Haltbarkeit“, also mit einem abgelaufenen (Mindest-) Haltbarkeitsdatum in den Regalen der Supermärkte befinden. Diese Lebensmittel werden speziell gekennzeichnet und billiger als die anderen sein, während in Fällen der Nichteinhaltung der einschlägigen Bestimmungen empfindliche Geldstrafen verhängt werden.

Wie die Handelskammer Athen in einem Informationsschreiben anführt, ist fortan der Verkauf von Lebensmitteln mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum – unter Ausnahme solcher, die von der Gesetzgebung als leicht verderblich eingestuft werden – unter der Bedingung gestattet, dass sie klar getrennt von den anderen Lebensmitteln und mit einem daran angebrachten Schild angeboten werden, auf dem in Großbuchstaben die Phrase „Lebensmittel mit abgelaufener Haltbarkeit“ geschrieben steht.

Definitionen, Bestimmungen und Sanktionen

Als Lebensmittel beschränkter Haltbarkeit verstehen sich Produkte, auf denen in Kombination mit der Phrase „Verbrauch vorzugsweise bis …“ (häufig auch „Best before …„) ein Datum angeführt wird, und nicht jene, die ein konkretes Verfallsdatum tragen, wie beispielsweise (Frisch-) Milch, Joghurt, Wurstwaren usw.

Ab dem Datum der Mindesthaltbarkeit der jeweiligen Produkte dürfen diese abhängig von der Art der Auszeichnung und unter den entsprechenden Voraussetzungen noch über einen beschränkten Zeitraum verkauft werden, der sich je nach Fall folgendermaßen gestaltet:

  1. Eine Woche im Fall von Produkten, deren Mindesthaltbarkeit mit der Aufschrift von Tag und Monat angegeben wird.
  2. Einen Monat im Fall von Produkten, deren Mindesthaltbarkeit mit der Aufschrift von Monat und Jahr angegeben wird.
  3. Drei Monate im Fall von Produkten, deren Mindesthaltbarkeit mit der Aufschrift nur einer Jahresangabe angegeben wird.

Die ausschließliche Verantwortung für den guten hygienischen Zustand der Produkte trägt der Verkäufer. Weiter dürfen Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum nicht in Bewirtungsstätten feilgeboten werden. Ebenfalls ist natürlich der Wechsel oder die Änderung des Mindesthaltbarkeitsdatums auf jede beliebige Weise und durch jede beliebige Person verboten. Schließlich sind die obigen Produkte nur zu ermäßigten Preisen zu verkaufen.

Im Fall der Missachtung werden die nachstehenden Verwaltungsstrafen verhängt:

  • Fehlendes Schild mit der Aufschrift „Lebensmittel mit abgelaufener Haltbarkeit“: 1.000 Euro je Produkt-Code.
  • Nicht erkennbare Trennung der Lebensmittel mit abgelaufener Haltbarkeit von den übrigen Lebensmitteln: 1.000 Euro je Produkt-Code.
  • Verfälschung (Wechsel oder Änderung) des Mindesthaltbarkeitsdatums: 2.000 Euro je Produkt-Code.
  • Verkauf von Lebensmitteln mit abgelaufener Haltbarkeit in Bewirtungsräumen: 5.000 Euro je Produkt-Code.
  • Missachtung der Verpflichtung des Verkaufs von Lebensmittel mit abgelaufener Haltbarkeit zu niedrigeren Preisen: 2.000 Euro je Produkt-Code.

Es gilt, was seit Jahrzehnten gilt

Anlässlich der Informationsschrift der Handelskammer Athen und der einschlägigen Pressemeldungen sah der Staatssekretär im griechischen Entwicklungsministerium, Thanasis Skordas, sich genötigt, das „Gerede von Lebensmitteln mit abgelaufener Haltbarkeit“ zu „dementieren“ und betont in seiner Erklärung: „In der neuen Marktordnung gibt es absolut keinerlei Bestimmung, die sich auf Produkte bezieht, deren Haltbarkeit abgelaufen ist.

Der Staatssekretär unterstreicht – damit bei den Konsumenten kein falscher Eindruck entsteht -, „es ändert sich nichts von all dem, was seit Jahrzehnten in Zusammenhang mit Produkten beschränkter Haltbarkeit galt. Das System wird einfach nur strenger, gemäß auch den Bestimmungen der EU. Es ist endlich an der Zeit, dass die Panikmache über nicht existente Themen aufhört. In einer für jeden Griechen sehr schwierigen Periode wird das öffentliche Wort eines Jeden an der von ihm gezeigten Ernsthaftigkeit und Verantwortlichkeit beurteilt.

Was mit diesem „Dementi“ ausgesagt bzw. überhaupt bezweckt werden sollte, mag unklar bleiben. Tatsache scheint jedenfalls zu bleiben, dass fortan Lebensmittel völlig legitim auch nach Ablauf des jeweiligen Mindesthaltbarkeitsdatums – und zwar dann zu ermäßigten Preisen – angeboten werden dürfen, anstatt kurzerhand vernichtet werden zu müssen … .

(Quelle: in.gr, in.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Rudi
    29. August 2013, 10:29 | #1

    Das ist nur vernünftig und gegen den Wegwerfwahn. In den letzten Jahren wurden die Haltbarkeitsfristen von den Herstellern laufend verkürzt um größeren Umsatz zu erzielen. Wer sich auf seine Augen und seine Nase verlässt, kommt bei abgelaufenen Fristen zu guten und preiswerten Lebensmitteln.

  2. juls
    29. August 2013, 17:11 | #2

    ja, und nun werden die Fristen sicher wieder verlaengert, damit man dann den Preisnachlass von 50% „umgehen“ kann. Es gibt ja genug Produkte, wo man evtl. noch einen Schritt weiter gehen kann, die Haltbarkeit ueber das „normale“ Mass hinaus verlaengern kann. Bringt auch wieder einen groesseren Gewinn in der Kasse.
    Also ich halte das alles fuer Augenwischerei , denn bei der Not koennte man diesem „angeblichen“ Wegwerfen … doch entgegensteuern und die Waren bei beduerftigen Menschen abgeben. Aber NEIN, nun kann man ja noch 50% herausholen. Die „Gier“ kennt halt keine Grenzen … in der Lebensmittelbranche wird ja sowieso, wegen hoeheren Einnahmen, gelogen und betrogen, das die Schwarte kracht … besser man weiss so wenig wie moeglich, sonst wird einem schlecht….

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