Regierung in Griechenland zittert vor dem Herbst

1. August 2013 / Aufrufe: 4.992

Funktionäre der Regierung in Griechenland schlagen die Alarmglocke und warnen vor anstehenden unkontrollierbaren Zuständen.

Die Mitglieder der griechischen Regierung zittern vor dem nächsten Tag nach den Massenentlassungen, da sie inzwischen – sei es auch mit Verzögerung – die große Gefahr wahrnehmen, die sich von den tausenden Arbeitslosen ergeben wird. Und dies, weil obwohl der Premierminister die Beschleunigung bei den Verfahren, 25.000 Bedienstete in „Bereitschaft“ zu versetzen, aber auch bei den Entlassungen etlicher von diesen verlangte, dennoch – wie Spitzenfunktionäre der Regierungsformation betonen – der Staat nicht dafür gesorgt hat, einen Organismus zur Stützung dieser Menschen zu schaffen, die sich ohne Arbeit und Geld auf der Straße wiederfinden werden.

Die existierenden Strukturen des Arbeitsministeriums und der Arbeitslosenkasse reichen nicht mehr aus um der Welle der Arbeitslosigkeit zu begegnen, die sich in Entwicklung befindet. Informationen zufolge haben Spitzenfunktionäre der Regierung Alarm geschlagen, da sie inzwischen begreifen, dass die Dinge im Herbst nicht nur schwierig, sondern auch unkontrolliert sein werden. „In den Familien der Menschen, die sich im Bereitschaftsstatus befinden oder entlassen werden, gibt es bereits Arbeitslose. Wie werden diese Menschen den Basisfunktionen einer Familie entsprechen können, da nicht ein einziger Euro in ihre Kasse kommt?„, äußerte beunruhigt ein Spitzenfunktionär der Regierung.

Troika und Gläubiger spielen mit dem Feuer

Einige vertreten sogar, das Thema sei auch im „Megaro Maximou“ (Anmerkung: gemeint ist der Sitz der Regierungszentrale) gestellt worden, von dessen Seite jedoch behauptet wurde, es existieren keine Mittel zur Umsetzung dieses Mechanismus zur Unterstützung der Familien, die ernsthaften Problemen begegnen. Also müssen einfach die existierenden Mechanismen umgestaltet und neuorganisiert werden.

Jedenfalls sind in der Regierung auch diejenigen nicht wenige, die vertreten, die Troika und die Gläubiger Griechenlands spielen mit dem Feuer, da sie nicht wahrnehmen, dass das Problem inzwischen nicht mehr darin liegt, ob ein Bürger sein Finanzamt bezahlen, sondern ob er seine Familie unterhalten kann. Charakteristisch ist, dass die Regierung verzweifelt – also bis Ende September 2013 – nach weiteren 5.500 öffentlichen Bediensteten sucht, damit diese bis September in den Bereitschafts-Status versetzt werden, während bis Ende des Jahren weitere 12.500 Bedienstete abzuziehen sind.

(Es sei angemerkt, dass gemäß den derzeitigen Regelungen aus welchem Grund auch immer als „überzählig“ charakterisierte Bedienstete für maximal 8 Monate in den „Bereitschafts-Status“ versetz werden und so lange 70% ihres Grundgehalts erhalten. Findet sich innerhalb dieser Zeit keine andere Möglichkeit / Stelle für eine Weiterbeschäftigung, werden die Betroffenen endgültig entlassen.)

Im selben Moment zeigt sich der Minister für Verwaltungsreform, Kyriakos Mitsotakis, besonders nachdenklich, dass er seine Kollegen unwillig sieht, sich an der „Abschlachtung der öffentlichen Bediensteten“ beteiligen zu wollen. Deswegen erfolgte außerdem auch die heftige Ermahnung des Premierministers an alle Minister, in ihren Ministerien das Thema der Mobilität schnell zu beschleunigen. Parallel wurde auch die psychologische Stimulierung des Ministers mit einer Meinungsumfrage betrieben, laut der 60% der Befragten sich für die Mobilität und Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor aussprechen! Die Ergebnisse waren allerdings dermaßen himmelschreiend, dass sogar der Premierminister persönlich seine Überraschung zum Ausdruck brachte …

Regierung steckt in der Sackgasse

Die Sackgasse, in der sich die Regierung befindet, ist offensichtlich, und das in der parlamentarischen Fraktion der Nea Dimokratia (ND) existierende Murren hat inzwischen spezieller die Person des Antonis Samaras zu berühren begonnen, da Funktionäre seiner Partei vertreten, im Namen der anstehenden Wahlen in Deutschland werde angestrebt, Griechenland von der Landkarte zu löschen.

Charakteristisch ist die Verlegenheit, mit der das Magaro Maximou der Erklärung Schäubles begegnete, die Tranche könne sich verzögern, weil die Troika ihren Fortschrittsbericht nicht abgegeben habe. „Wir werden also nicht nur mit all dem verprügelt, was auf dem öffentlichen Sektor geschieht, sondern sie verarschen uns auch damit, die Gelder möglicherweise nicht regulär zu erhalten„, kommentierte ein Abgeordneter der Nea Dimokratia (ND). Sie verspotteten sogar auch die Eile des Finanzministers Giannis Stournaras, zu antworten, dass mit dem Entwurf zum Steuergesetz alle geforderten Voraussetzungen erfüllt werden.

Viele Abgeordnete und Funktionäre der ND hatten ihr Missfallen schon seit der vergangenen Woche gezeigt, als am Tag der Verabschiedung der Multi-Gesetzesvorlage mehr als 70 Abgeordnete dem Büro des Kostas Karamanlis einen Besuch abstatten und ein Klima der Enttäuschung, Panik und Ausweglosigkeit übermittelten. Von Seite des ehemaligen Premierministers sickerte sogar durch, er werde sein Amt quittieren, falls es wieder horizontale Kürzungen bei Geringverdienern und Kleinrentnern geben sollte.

Sogar auch von der „berüchtigten“ Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie – die per Bekanntmachung an das griechische Volk verkündet wurde – wird nicht erwartet, dass sie ungeheure Resultate bringen wird, da wertvolle Zeit während der touristischen Saison verloren ging und die Maßnahme durch die Nichtausstellung von Quittungen „substituiert“ wurde.

Als „Kerze“ auf der Torte kommen die kontinuierlichen Demoskopien hinzu, die alltäglich im Megaro Maximou eintreffen und das schlechteste Bild der Regierung seit dem Moment ihrer Übernahme der Führung der Regierung des Landes präsentieren. Die Bürger zeigen sich enttäuscht, die Arbeitslosen ohne Hoffnung, eine Arbeitsstelle zu finden, während der Anteil der Armen im Land immer mehr anwächst. Das System des Ablenkungsmanövers, die SYRIZA-Partei ins Visier zu nehmen, scheint nichts mehr zu bringen, während diverse Demoskopien, die an das Licht der Öffentlichkeit geraten und zeigen, die ND bleibe die erste Wahl der Leute, von den Bürgern verschmäht werden.

Selbst auch der Hauptpartner des Antonis Samaras, der PASOK-Vorsitzende Evangelos Venizelos, scheint hinter dem Rücken des Premierministers seine eigenen Spielchen zu treiben. Etwa so wurde die negative Stimme aufgefasst, die der vertraute Mitarbeiter Paris Koukoulopoulos des Vorsitzenden der PASOK-Partei zu der Multi-Gesetzesvorlage über die Kommunalbediensteten abgab, ohne das es „blutige Nasen“ setzte. Die Mitarbeiter des Premierministers Antonis Samaras sind inzwischen davon überzeugt, dass der Zug des Herrn Koukoulopoulos in völliger Kooperation mit Evangelos Venizelos erfolgte – trotz allem, was zuständig an das Megaro Maximou mitgeteilt wurde.

(Quellen: To Pontiki)

  1. Roland Wolf
    1. August 2013, 10:28 | #1

    Die Verringerung der Anzahl der Beamten wird nun schon so lange diskutiert das die grischische Regierung schlecht aussieht wenn sie erst jetzt feststellt das sie ein Problem hat. Wenn es ein solches Problem ist hätte sie der Troika schlicht mitteilen sollen das es nicht geht, und entweder einen anderen Weg vorschlagen sollen wie das Geld aufzubringen sei oder die Konsequenzen zu ziehen (gibt kein geld mehr)
    Die Forderungen der Troika waren seit langem bekannt, wenn man die entsprechenden Gesetze erst in letzter Sekunde umsetzzt sollte man sich nicht wundern wenn dann das Geld etwas später kommt.
    Und wenn man all das nicht mag: selber finanzieren, dann redet auch keiner rein.

  2. Stipsi-Fan
    1. August 2013, 16:46 | #2

    Ich bin solche menschenverachtenden Kommentare so leid. Ich wünsche jedem Schreiber solcher „selber schuld“-Parolen von ganzem Herzen ein ganzes Jahr Leben in Griechenland als Arbeitsloser mit Diabetis ohne Arbeit. Warum ist das so schwer zu kapieren? Das Geld kriegen nur Banken und reiche Anleger. Wenn mitten in Europa Kranke nicht mehr behandelt werden, Kinder nicht mehr unterrichtet werden, Menschen hungern und sterben, Müll nur noch abgeholt wird, wenn zufällig Geld für Sprit da ist, Rettungswagen auch oft keinen Sprit mehr haben, Eltern ihre Kinder in SOS Kinderdörfer bringen müssen … (diese Liste könnte ich unendlich lang machen) KANN MAN DEM NICHT ENTGEGENHALTEN: SELBER SCHULD. Ich bin zutiefst erschrocken, dass das System (Kapital, Politiker, Medien …) Menschen zu so einer Unmenschlichkeit zu bringen in der Lage ist.

  3. Athanasios Papapostolou
    1. August 2013, 17:27 | #3

    „Selber finanzieren“ ist das Wundermittel. Soso. Ausgerechnet aus deutschem Munde müssen wir uns solch banale Plattitüden tagtäglich anhören. Als ob Deutschland in seiner ganzen Geschichte sich immer selbst finanziert hätte. Den Schuldenschnitt von 1953 vergessen! Den Marshall-Plan vergessen! Den WK1 und 2 auch. Die insgesamt 6 Pleiten (übrigens eine mehr als Griechenland) will ich gar nicht erst anführen. Ohne die Gutmütigkeit der Europäer und Amerikaner würden Leute wie Roland Wolf heute noch auf Apfelplantagen arbeiten. Das scheint dieser Mann zu vergessen. Griechenland hat ohne Frage viele Fehler gemacht und macht sie immer noch aber diese selbstgefällige und zutiefst unreflektierte „Zahlmeister“ Mentalität ist selbst für den gutmütigsten Griechen mittlerweile nur noch schwer zu ertragen.

  4. Samson
    1. August 2013, 17:51 | #4

    @Stipsi-Fan
    Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, dass die Volksverhetzer und Ignoranten bei uns scheinbar nicht aussterben bzw. nichts aus der Geschichte gelernt haben.

  5. FRANZ
    1. August 2013, 17:52 | #5

    @Stipsi-Fan
    Ich glaube, Sie sollten Ihr Statement an die Regierung Griechenlands und an die Regierungsparteien richten, den diese Damen und Herren tragen die Verantwortung für die von Ihnen aufgezeigten Zustände, die natürlich katastrophal sind, dies ist unbestritten.
    Gleichwohl geht es letztendlich darum, dass die Regierung in Griechenland und natürlich die entsprechenden Abgeordneten der Regierungskoalition sich darüber aufregen, dass mit den jeweiligen Gesetzesvorlagen die Voraussetzungen für die entsprechenden Hilfspakete eben nicht erfüllt sind. Die Vergangenheit zeigte, wenn die EU/IWF-Zahlungen erfolgten, wurden die versprochenen Reformen nicht durchgeführt. Es blieb alles beim alten, keine Öffnung der geschlossenen Berufe, keine Straffung der öffentlichen Verwaltung usw., die Liste ließe sich noch wesentlich erweitern.
    Jetzt will die TROIKA erst einmal Ergebnisse sehen und das ist auch zwingend notwendig wie die Vergangenheit sehr deutlich zeigte. Und wenn die momentane Regierung in Griechenland die Vorgaben nicht erfüllen kann oder will, dann soll sie den Mut aufbringen und ihr Mandat zurückgeben.

  6. Ich’s
    1. August 2013, 18:24 | #6

    In einigen wenigen Jahren wird es in Deutschland nicht anders sein. Dank des ESM werden auch wir bald wieder wie im Mittelalter leben, was auch so gewolt ist.

  7. GR-Block
    1. August 2013, 18:41 | #7

    @Stipsi-Fan
    Liebe Stipsi, Ihr Appel ist vergebens. GR ist ein einträglicher Wirtschaftsraum mit viel Gewinn-Potential. Den lassen die Konzerne sich nicht entgehen. Die Tatsache, dass die nicht vorhandenen „Beamtenstellen“ gekürzt werden sollen, bedeutet nur, dass die einzigen griechischen Konkurrenzkonzerne, nämlich die Staatsbetriebe (OTE, OSE…), den Weg für die EU-Privatwirtschaft frei machen sollen.
    Leider unterstützt die Troika griechische Konzernlobbyisten in Athen. Es sind die Lobbyisten, die seit vielen Jahren die Privatisierung von erfolgreichen Staatsbetrieben fordern, um ihre Klientel zu bedienen. Die Troika ist hier nur der Blitzableiter für den Zorn des arbeitslosen Griechen. Die Reduktion der öffentlichen Angestellten wird aber nur vordergründig angemahnt. Denn die Ämter sind nicht wirklich überbevölkert. Die einträglichen, großen Staatsbetriebe sind das Ziel. Sie beschäftigen 10-20% der öffentlichen Angestellten. Sobald die Privatisierung abgeschlossen ist, wird keiner mehr von zu viel Staatsbediensteten sprechen, obwohl die Zahl der „Beamten“ (=Steuerzahler in der Verwaltung) die gleiche oder gar höher sein wird. Glauben Sie nicht? Na, dann warten wir mal ab.

  8. Christian
    1. August 2013, 18:46 | #8

    Griechenland ist am Ende. Egal wie viel Geld die runterschieben. Es bringt null. Man verlangt von einem Volk das im Sommer am Tage nicht arbeitet und nicht arbeiten kann, dessen Lebensrytmus total anderes abläuft, sich in das selbe Hamsterrad zu stellen und den gleichen Sklaventanz, wie wir in der BRD GmbH aufführen, mitzutanzen. Leute wacht auf das machen die nie und nimmer.
    Die Griechen müssen raus aus dem Euro, ansonsten wird es spätestens in den Wintermonaten zu Aufständen kommen wie wir es bisher nur aus den aktuellen Ländern wie Syrien und Ägypten kennen.

  9. Marko Fricke
    1. August 2013, 19:15 | #9

    Die Crux liegt im Falle Griechenlands ja nicht in der Lösung der Frage Schuld oder Unschuld. Das Problem ist, dass alle Regierungen der westlichen Staaten dieses Planeten längst von ihrer Bevölkerung, die sie gewählt hat, losgelöst hat. Diese Politiker leben ein Eigenleben und spielen den Völkern ein Oscar reifes Theater vor; hängen in Wahrheit aber als Marionetten an den Strippen der Hochfinanz und Industrieoligarchie – der einzigen Branchen – die wirklich globalisiert sind.

    Ob sie dabei aus persönlicher Machtgier, aus Angst ( Erpressung, NSA etc. ) oder Profitgier handeln ist dabei unerheblich. Fakt ist, dass in solchen politischen Situationen nichts passiert, was nicht auch geplant war. Geplant und in die Tagespolitik getragen von kranken Hirnen aus Hochfinanz und Industrieoligarchie bei Treffen zahlloser Interessenvereinigungen, die teilweise geheim unter Abschirmung tagen: Nato, UN, WHO oder Club of Rome und darunter in der Hierarchie CFR, Bilderberger, Trilaterale Commission. Organisationen deren Agenda die sogenannte Neue Weltordnung ist.

    Frei von Verschwörungstheorien wird hier die Welt von Morgen gedacht und unter Nutzung der o.e. Schwächen der Politiker in die Umsetzung gegeben. Das Geldsystem, die eigentlichen Flugzeugträger dieser Irren wankt. Dies ist aber Chance, nicht Niedergang für Hochfinanzjongleure und Oligarchie. Man kreirt eine neue Landkarte, die dem US amerikanischen Imperialismus Rechnung trägt und nebenbei der Wallstreet und City of London alle Werte gegen “ Luftgeld “ in die Hände spielt.

    Nicht nur für Griechenland gilt, es wird noch viel schlimmer, denn die Endphase fängt gerade erst an und Menschen wie der obige Forist „Roland Wolf„ sind vordergründig Schuld, weil sie Hass predigen, die Verursacher nicht nennen und zu faul sind auf der Strasse für ihr Recht zu kämpfen. Hintergründig ist er auch unschuldig, weil: „denn sie wissen nicht was sie tun“.

  10. Goethe und Faust
    1. August 2013, 19:29 | #10

    @Stipsi-Fan

    Glauben sie mir, all jene die jetzt kein Mitgefühl mit den Menschen haben, weil sie derart egoistisch geworden sind und der Hetze der Medien auf den Leim gehen, werden es bald am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet. Nur wird dann diesen Menschen ebenfalls kein Mitgefühl entgegengebracht werden, und dann werden sie erkennen, wie hartherzig sie selbst waren.
    Alles ein Lernprozess. Es gibt ein altes Sprichwort: „wer nicht hören will muss fühlen“. Würden die Menschen endlich ihren eigenen Verstand einsetzen, anstatt sich den Müll der Medien anhören, müssten sie erkennen, dass schon hunderte Milliarden an Hilfspaketen geschnürt wurden. Aber wohin sind des diese hunderte Milliarden? Und was diese Lemminge auch nicht berücksichtigen, dass alle Völker ausgeraubt werden und von ihren eigenen Politikern verraten werden. Ohne Ausnahme. Eigentlich müsste man Solidarität zeigen und sich zusammentun gegen die 1% die für all das Elend verantwortlich sind. Aber wie gesagt, es muss noch mehreren Menschen schlecht gehen, das wird dann das Hirn hoffentlich durchpusten.

  11. Hmann0815
    1. August 2013, 19:39 | #11

    Stipsi-Fan und andere haben natürlich recht, aber eine Lösung bieten sie auch nicht an. Und wer glaubt, Deutschland sei in einer grundsätzlich besseren Situation als Griechenland, der wird sich noch arg wundern. Die einzig richtige Lösung für alle Europäischen Länder wäre, den Bänkstern zu sagen: „Steckt euch eure Forderungen sonst wo hin, von uns gibt es keinen Cent mehr“. Und dann ganz neu anfangen. Alle Produktionsbetriebe wären noch da, und alle wären schuldenfrei. Die Versorgung für alle Menschen wäre überhaupt kein Problem. Und alle Bänkster und Politiker wären überflüssig. Eine herrliche Welt. Und so einfach.

  12. Goethe und Faust
    1. August 2013, 19:39 | #12

    @Athanasios Papapostolou

    Da sind sie ebenfalls einer Propaganda auf den Leim gegangen. Die Deutschen wurden seit 1945 regelrecht geplündert. Das ganze Gold, tausende Patente wurden gestohlen, viele Industrien wurden abgebaut und woanders wieder aufgebaut. Zudem wurde der Kredit schon zig-mal abbezahlt. Zudem wurden Millionen Deutsche ermordet, Frauen und Kinder vergewaltigt. Suchmaschine „Rheinwiesenlager“ eingeben.
    Außerdem ist die Geschichte über den 1. und 2. WK vom Sieger geschrieben worden. So wie damals über die Indianer falsch berichtet wurde (heute weis man es besser), haben die Sieger immer die Schuld dem Besiegten in die Schuhe geschoben. Aber dazu muss man sich mit der Geschichte auch auseinandersetzen. In den Schulen werden leider viele Lügen verbreitet. Das erste was im Krieg stirbt ist die Wahrheit. Auch Griechenland wurde durch die damaligen dortigen Volksverräter in die Kriege verwickelt und musste viel Leid ertragen.
    Alle Völker wurden und werden betrogen. Es sind nur 1% der Menschen auf dieser Erde die sämtliche Kriege und Revolutionen angezettelt haben. Wir die 99% sollten zusammenhalten und uns nicht gegenseitig zerfleischen, denn genau das wollen diese 1%. Die Politiker, Medien, Wissenschaftler etc. sind allesamt gekauft und berichten nur das, was sie dürfen. Dafür werden sie gut bezahlt. Aber sie vergessen, dass sie am Ende, wenn sie nicht mehr benötigt werden, als Sündenböcke dienen werden.

  13. Batoris
    1. August 2013, 20:01 | #13

    Gerettet werden in Griechenland die Gläubiger. Ca. 80% der Hilfsgelder gehen an die Gläubiger! Unter der Herrschaft des EURO gibt es für Griechenland keine Rettung. Egal, wieviel im öffentlichen Dienst Beschäftigte auf die Straße gesetzt werden. Die voraussichtliche Entwicklung:
    Die Regierung Samaras wird scheitern und von der SYRIZA abgelöst werden. Danach kommt der EURO (EU?) – Austritt und die Rückkehr zur Drachme sowie die Beendigung der Privatisierungen zu Ramschpreisen. Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes studiere man gründlich das isländische Modell und die Möglichkeiten zur Förderung von Oel und Gas.
    Griechenland muss praktisch neu erfunden werden. Das ist die bittere Realität! Ich wünsche den mir persönlich sympathischen Griechen viel Glück und Erfolg bei der Behebung ihrer wirtschaftlichen Probleme.

  14. windjob
    1. August 2013, 21:26 | #14

    Für mich hilft hier nur eins. Ein radikaler Schuldenschnitt und zwar zu Lasten der Banken damit diese endlich mal begreifen was sie mit ihrer Verantwortungslosigkeit und Raffgier anrichten. Dies allerdings nur unter einer Bedingung nämlich dieses Lumpenpack von Politikern rauszuwerfen und eine technokratische Regierung einzusetzen.

  15. GR-Block
    1. August 2013, 21:45 | #15

    @Christian
    Auch Ihr Appell in Ehren, aber er greift voll daneben. Der Austritt aus dem EURO hilft nicht, wenn GR den sog. Binnenmarkt nicht verlässt. Wer wirtschaftspolitisch Sparsamkeit nicht praktizieren darf, weil es der EU-Ideologie nicht entspricht, muss den bitteren Weg gehen und als Bad Bank abgewickelt werden.
    Es ist übrigens eine merkwürdige Zeitungsente die vor allem Urlauber verbreiten, dass die Griechen im Sommer nicht arbeiten würden. Meine Kollegen an der AUTh haben gerade einmal 14 Tage Urlaub im Jahr, so als „Beamte“ und staunen über meine 29. In die Sommerfrische schicken sie meist nur ihre Frauen und Kinder. Aber vermutlich entsteht der Eindruck, weil nur ein Drittel aller Griechen überhaupt Arbeit hat. Die anderen amüsieren sich mit den All-Inclusives und tun dabei so, als ob sie Geld hätten. Dabei wissen alle „Aufreißer“, dass der Frappe 😉 eigentlich von Opas Millionenpension bezahlt ist. Und solange die Troika weitere Kredite aufzwingt, anstatt den Konkurs zuzulassen, wird das Animationsprogramm für Touristinnen weiter subventioniert.

  16. Yiaourti Yiaourtaki
    4. August 2013, 13:57 | #16

    @Christian
    Wenn in Griechenland derartiges passiert, wird darüber einfach nicht berichtet, ist ja nicht Türkei.

  17. Esteffan
    9. September 2013, 14:03 | #17

    Hat jemand mal darüber nachgedacht, was in Deutschland los wäre, wenn die Regierung, aus welchen Gründen auch immer, sämtliche Renten und Beamtengehälter innerhalb von vier Jahren um beinahe 50% kürzen würde, bei gleichzeitig steigenden Preisen und Steuern??? Es herrscht eine seltsame, trügerische Ruhe in Griechenland. Das in früheren Krisen bewährte Modell des Rückzugs auf Familie und Religion hat Risse bekommen. Extrem rechte und ultralinke Parteien wären die klaren Gewinner möglicher Neuwahlen. Folglich wird der derzeitige konservative Premier Antonis Samaras, welcher sich mit 27% der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von unter 70% wohl kaum als demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt bezeichnen kann, von Europa gehätschelt. Griechenland mache Fortschritte, lautet die offizielle Version. Merkwürdig, dass man im Land selber nichts davon spürt. Wie lange wird dieses Kartenhaus halten? Es gibt hier bereits genug Menschen, die gar nichts mehr zu verlieren haben, und täglich werden es mehr. Ein Funke würde genügen, einen Flächenbrand auszulösen, an dessen Ende vermutlich eine Militärjunta stünde. Armes Griechenland!´

  18. Konstantinos
    9. September 2013, 20:01 | #18

    @Esteffan
    Was in Griechenland passiert, ist in keinem Land möglich. Was da passiert ist der Testlauf der EU, wie weit die gehen können und ab wann es klaren Widerstand geben wird. Da GR nun mal mit die unfähigsten und korruptesten Politiker hat, hatte die EU da leichtes Spiel.
    Im Grunde genommen, wenn man mal ein wenig in die Zukunft schaut, was in Griechenland passiert, blüht noch allen Ländern oder zumindest den EU Ländern. Steuergelder werden als Kredite vergeben, die nicht zurückgezahlt werden können und die Schulden eines Landes wandern von a nach b ohne das eine Tilgung erfolgen kann, dann werden die Schulden, gestreckt, halbiert die Zahlung wird verlängert, aber sie bleiben und die EU Länder nehmen weiterhin neue Kredite auf um die Luftblase finanzieren zu können.
    Das Ausnehmen der Bürger aller EU Staaten, sowie es in Griechland passiert, wird zwangsläufig früher oder später überall so sein. Wir sind schön längst wieder alle unter Feudalherrschaft, auch wenn die Raubritter sich heute Demokraten nennen.

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