Premierminister Griechenlands lebt seinen Mythos

5. August 2013 / Aufrufe: 959

Antonis Samaras, Premierminister von Griechenland, lebt seinen Mythos und erregt den Verdacht, nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge differenzieren zu können.

Auch die letzte der seltenen Sitzungen des griechischen Kabinetts entwickelte sich zu einer kommunikativen Show über den Fleiß der Regierung und die Entschlossenheit des Premierministers. Den Massenmedien zuliebe verlangte der Premierminister gestern „kontinuierliche Präsenz und Aktivität“ sogar auch an den Tagen um Mitte August (Anmerkung: der 15 August ist in Griechenland ein hoher Feiertag), während er den Ministern nahe legte, sich für Kurzurlaube mit dem Regierungssekretär abzustimmen.

Alle Züge der Regierung und des Herrn Samaras erfolgen für den Anschein und enden darin, gefährlich zu sein„, schreibt Thanasis Karteros in der Zeitung „Avgi“.

Strafen die Tatsachen mein Reden, um so schlimmer ist es für sie

Welche Charakterisierung gebührt einem Premierminister, der den Bürgern seines Landes „Erfolgsgeschichten“ in einem Moment erzählt, in dem die Dinge immer schlimmer werden? Dessen Bezug zu der Wahrheit dermaßen zerrüttet ist, dass er billigerweise den Verdacht erregt, inzwischen endgültig die Fähigkeit verloren zu haben, sie von der Lüge, den Märchenerzählungen und der Politisierung zu unterscheiden? Der von dem bekannten Prinzip geleitet wird, „wenn die Tatsachen mein Reden Lügen strafen, um so schlimmer ist es für sie„.?

Die Rede ist natürlich von Antonis Samaras. Von all dem, das er seit so langer Zeit vertritt, nämlich dass wir uns dem Ausgang des Tunnels nähern, das Greecovery beginne, die Epoche der Opfer dem Ende zugehe und bla, bla, bla. Und mit diesem gelehrten und dem ich-will-ein-großer-Führer-sein-Habitus beharrend, konträr zu den Tatsachen, konträr zu dem, was Millionen Menschen erleben, konträr zu der Armut, welche die meisten Haushalte in den Würgegriff genommen hat, konträr zu der Brutalität seiner Politik, konträr zu allem, was sich und hauptsächlich zu allem, was sich nicht in seinem verödeten Land bewegt.

Samaras lebt seinen Mythos

Und jetzt kam also der zu seinen Leitern und Auftraggebern zählende Bedienstete des IWF, Herr Thomsen, um die Märchen zu Staub und Asche zu machen. Aufschwung sagtet ihr? 0,6% im Jahr 2014, wenn überhaupt … . In Worten: Null Komma sechs Prozent, um es zu verinnerlichen. Und wenn es international keine Verschlimmerung geben wird, und wenn die Reformen voranschreiten – schaudert Ihnen? -, und wenn es gesellschaftliche Ruhe und politische Stabilität geben wird. Und wenn der Name des Premierministers mit „S“ und nicht mit „T“ beginnt – nur sagt er uns dies nicht.

Und für alle, die Zweifel daran hegen, was uns erwartet so lange Samaras bleibt, kam auch der offizielle Bericht des IWF, um Thomsens „wenns“ und Finsternis zu multiplizieren. Sie werden sagen, wir haben es gewusst. Gräbt man sich sogar etwas tiefer in die Mehrdeutigkeiten dieser unbeschreiblichen Berichte hinein, wird die Absicht ihrer Verfasser erkennbar, nicht Griechenland aus dem Tunnel herauszuführen, sondern ihren Schwanz aus dem griechischen Drama zu ziehen. Wir haben es gesagt, dass wenn nicht dies und wenn nicht das, unser richtiges Programm dann nicht aufgeht.

Mögen sie reden. Samaras lebt seinen Mythos, Wenn er jedoch glaubt, die Griechen werden ihn noch lange leben, dann ist er nicht nur blöde gefährlich – er ist auch gefährlich blöde …

(Quellen: tvxs.gr)

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  1. almir
    6. August 2013, 16:18 | #1

    Ich denke Herr „T“ ist viel gefährlicher. Vielleicht merkt das Griechische Volk erst zu spät einem Rattenfänger gefolgt zu sein.

  2. Realist
    7. August 2013, 18:46 | #2

    Die heutigen Demokraten sind ähnlich wie ihre Anhänger gefährlich blöde. Die Borniertheit der Etablierten und Besitzenden nimmt schon beinahe biblisch-epische Züge an. Vom Realismus der Generation der ersten Stunde ist auch hierzulande nichtsmehr zu spüren. Die Demokratie verkommt in ganz Europa immer mehr zum Saftladen, in dem sich jeder noch rasch bedienen darf, … Die einzige Antwort kann eigentlich nur heißen: Zurück zu den Wurzeln! Ich höre schon den Rattenfänger, wie er seine Flöte pfeift …

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