Anhebung der Umsatzsteuer-Freigrenze in Griechenland

16. August 2013 / Aufrufe: 613

Auf Empfehlung des Internationalen Währungsfonds soll in Griechenland die Umsatzsteuer-Freigrenze für Kleinunternehmer auf 25000 Euro angehoben werden.

Eine Gesetzesvorlage, die von dem griechischen Finanzministerium ausgearbeitet und vermutlich ab 2014 gelten wird, sieht die Befreiung der Kleinunternehmen und Freiberufler mit einem Jahresumsatz bis zu 25.000 Euro von der MwSt.- bzw. Umsatzsteuer vor.

Ein einschlägiger Vorschlag an das Ministerium erfolgte von dem IWF mittels einer speziellen Studie, in der unterstrichen wird, die Grenze für die Befreiung von der Einnahme und der Abführung der Mehrwertsteuer müsse von derzeit 5.000 Euro (Jahresumsatz) auf 25.000 Euro – was die durchschnittliche Grenze in der Eurozone ist – angehoben werden.

Umsatzsteuerpflichtige Kleinunternehmen sind für Fiskus unrentabel

In dem Bericht betonen die Experten des IWF, dass ungefähr 42% der Unternehmen und Freiberufler in Griechenland, also insgesamt 415.548 der Mehrwertsteuer unterliegende Steuerpflichtige, keinen oder einen Jahresumsatz von bis zu 10.000 Euro deklarieren und in ihrer Gesamtheit jedes Jahr Mehrwertsteuererstattungen im Gesamtbetrag von ungefähr 200.000.000 Euro fordern!

Die „Troikaner“ sind der Ansicht, dass im Fall der Anhebung der Grenze für die Eingliederung unter den MwSt.-Status auf 25.000 Euro auch der Betrag der MwSt.-Rückzahlungen sinken wird, während die Bürokratie und die steuerlichen Belastungen der Unternehmen eingeschränkt werden. Das Finanzministerium hat die Bestimmungen, welche die Untergrenze des Jahresumsatzes für die obligatorische Eingliederung in das MwSt.-System festsetzen, bereits fertig, und das neue System wird sehr wahrscheinlich ab 2014 gelten.

Informationen zufolge soll unmittelbar nach der Vorlage des Gesetzentwurfs über die Besteuerung der Immobilien im kommenden September die neue Gesetzesvorlage eingereicht werden, die den Unternehmen Investitionsanreize bieten wird. Es wird erwartet, das in der Gesetzesvorlage auch eine Bestimmung über die Befreiung der Kleinunternehmen und Selbständigen – unter gewissen Voraussetzungen – mit Brutto-Einnahmen von bis zu 25.000 Euro von der Umsatzsteuer enthalten sein wird.

Rationalisierung des MwSt.-Systems

Die in dem in Rede stehenden Gesetzesentwurf enthaltenen Basispunkte sind:

  • Obligatorische Mindestgrenze für die Registrierung von Kleinunternehmen für das MwSt.-System..
  • Schaffung einer Sondereinheit für die Beobachtung des gesamten MwSt.-Aufkommens, die Analyse von Tendenzen und potentiellen Einnahme-Risiken und die Unterbreitung von Vorschlägen zur Verbesserung bei dem MwSt.-Aufkommen.
  • Einführung eines zügigeren Verfahrens zur Löschung „vermisster“ Kaufleute aus dem MwSt.-System.
  • Schaffung einer Einheit mit der Zuständigkeit für die Auffindung von Fällen des MwSt.-Betrugs und die Koordinierung von Aktivitäten zu deren Prävention.
  • Schaffung eines auf Risikofaktoren basierenden automatisierten Bewilligungssystems für die MwSt.-Erstattung.

(Quellen: Dimokratia.gr)

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