4 von 10 Geschäften in Griechenland droht Schließung

14. August 2013 / Aktualisiert: 14. August 2013 / Aufrufe: 1.100

Laut einer Untersuchung des nationalen Handelsverbands in Griechenland droht vier von sechs Handelsgeschäfte in unmittelbarer Zukunft die Schließung.

Laut einer Erhebung des Nationalen Griechischen Handelsverbands (ESEE), die in dem Zeitraum März – Juni 2013 an einem Muster von 2.375 Kaufleuten durchgeführt wurde, werden vier von zehn Handelsunternehmen (42%) in unmittelbarer Zukunft „sehr oder recht wahrscheinlich“ schließen. 58% der Handelsunternehmen erklärten dagegen, eine Schließung sei „überhaupt nicht“ oder „nicht sehr“ wahrscheinlich.

Laut der Untersuchung verloren die Handelsunternehmen während der Dauer der Krise, also in dem Zeitraum 2009 – 2013, ungefähr die Hälfte ihrer Umsätze. Konkret wird erwartet, dass der durchschnittliche Umsatz von 425.000 Euro im Jahr 2009 auf 232.000 Euro Ende des Jahres 2013 fallen wird (Rückgang um 45,2%), während der Umsatzrückgang allein in den beiden Jahren 2012 – 2013 auf 27% veranschlagt wird.

Handelsunternehmen verloren 86% Ihrer Nettogewinne

Noch größer sind die Verluste bei den Nettogewinnen der Handelsunternehmen, von denen erwartet wird, dass sie sich von 49.000 Euro im Jahr 2009 auf 7.000 Euro in diesem Jahr beschränken werden (Rückgang um 86%, wobei die Verluste der beiden letzten Jahre auf 45% geschätzt werden).

In der selben Untersuchung des ESEE zeigt sich, dass 22% der Unternehmen Sozialversicherungsbeiträge schulden, bei 81% werden keine Überstunden gemacht, während 74% erwarten, dass die Anzahl der Beschäftigten stabil bleiben wird, 15% rechnen mit einer Reduzierung und 19% beabsichtigen, die Anzahl der Beschäftigten zu erhöhen. Vier von zehn Handelsunternehmen schätzen ein, die Rezession auf dem Markt werde sich vertiefen, wogegen 27% annehmen, die Lage werde sich verbessern und 29%, dass sie stagnieren wird.

Handelsverband fordert Stützung der Kleinbetriebe

Anlässlich der in Rede stehenden Untersuchung wiederholt der ESEE seine Vorschläge zur Stützung der Handelsunternehmen, wie unter anderem:

  • Definition und gesetzliche Stützung der kleinen und mittleren „Krisenunternehmen“, welcher Kategorie die Unternehmen zugeordnet werden, die vor 2010 keine Schulden hatten und deren gesamte Verbindlichkeiten nach dem Ausbruch der Krise mit dem Ergebnis entstanden, dass sie heute fällige Verbindlichkeiten in Höhe von über 40% ihres Umsatzes haben.
    Gemäß dem Vorschlag können diese Unternehmen automatisch in alle bestehenden Steuer- und Versicherungsregulierungen (sprich Ratenzahlungsvereinbarungen) eingegliedert werden, während mit der Aufnahme unter die Regulierungen die Strafverfahren, die Kündigung von Kreditverträgen und die zivilrechtlichen Maßnahmen gegen sie ausgesetzt werden.
  • Regelungen für die zigtausend notbedingten Schuldner des Versicherungsträgers der Selbständigen (OAEE). Entkriminalisierung, Abkopplung der Erteilung eines familiären Krankenhefts, Aktivierung der Arbeitslosenkasse abgesehen von der Beihilfe auch bei der Deckung der medizinischen und Wiederaufnahme der Zahlung laufender Versicherungsbeiträge bei freier Wahl der Versicherungsklasse durch die „Arbeitslosen“.
  • Schaffung einer Sonder-Förderbank für kleine und mittlere Unternehmen, mit Möglichkeiten zu Bankgarantien und Finanzierungen für die kleinen und mittleren Unternehmen.
  • Änderungen bei dem „Tiresias„-System (Anmerkung: Pendant zur deutschen Schufa), mit Schaffung eines Zwei-Geschwindigkeiten-Systems mit unterschiedlicher Schwere für die Kategorie der Unternehmen, die innerhalb der Periode der Krise eingetragen wurden.
  • Bekämpfung des Schattenhandels und der grenzüberschreitenden Bewegungen zwecks Auffindung niedrigerer Preise.

(Quellen: Voria.gr)

  1. DerDicke
    14. August 2013, 12:20 | #1

    Probelesen hilft …

    • Team
      15. August 2013, 02:11 | #2

      @DerDicke
      Danke für den Hinweis, die „verkorkste“ Phrase wurde inzwischen korrigiert.

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