Schuldenschnitt für Griechenland ist unausweichlich

15. Juli 2013 / Aktualisiert: 21. Juli 2013 / Aufrufe: 1.361

Laut dem Wirtschaftwissenschaftler Yanis Varoufakis ist die Verschuldung Griechenlands untragbar und ein neuer Schuldenschnitt unausweichlich.

Yanis Varoufakis brachte in einer Sendung des TV-Senders SKAI seine Gewissheit zum Ausdruck, dass die öffentliche Verschuldung Griechenlands nicht tragbar sei und unterstrich, „es wird einen Schuldenschnitt geben, ob Frau Merkel es will oder nicht„. Weiter merkte er an: „Das Thema ist, wie er erfolgen wird. Wird es wie in der Vergangenheit geschehen, mit den diversen PSI, die sich als toxisch erwiesen und Wasser auf die Mühle der Krise gossen, oder wird er auf eine Weise erfolgen, die der Eurozone und natürlich Griechenland helfen wird?

Der bekannte Wirtschaftswissenschaftler betonte, Griechenland sei bereits zweimal bankrott gegangen, und schätzt ein, dass es auch ein drittes Mal geben wird, entweder mittels einer zinsfreien Verlängerung oder eines Schnitts. „Und das wird weder für Griechenland noch für die Eurozone erlösend und heilend sein„, führte er an.

Zwei Dinge können die Länder der Eurozone tun, um sich zu entwickeln. Das eine ist, aus dem Euro auszuscheiden, einen großen ‚Krach‘ zu erleben und nach ein, zwei Jahren wieder mit dem Wachstum zu beginnen. Das andere – von mir favorisierte – ist die Europäische Investitionsbank, die die Möglichkeit hat, die Basis des neuen europäischen Deals zu werden.

(Quelle: To Pontiki)

Relevante Beiträge:

  1. windjob
    15. Juli 2013, 13:33 | #1

    Warum heisst es immer „ob Frau Merkel das will oder nicht“. Frau Merkel und Herr Schäuble entscheiden nicht alleine. Entscheiden wird die EU gemeinsam mit der EZB und des IWF. Sicherlich ist Deutschlands Stimme gewichtig aber die anderen Institutionen werden mit entscheiden müssen. Auch die Franzosen werden eine starke Stimme haben.

  2. Adrianós
    15. Juli 2013, 18:26 | #2

    Merkel hat da überhaupt nichts zu entscheiden. Was auch gerne unter den Tisch fällt, auch bei der Diskussion hier ist, dass auch Spanien, Portugal und Italien beim Rettungspaket mit dranhängen. Deutschland kann einen griechischen Schuldenschnitt verkraften. Die drei genannten eher nicht. Und Frankreich steht ebenso nicht rosig da. Zumal nach einem Schuldenschnitt öffentlicher Gläubiger definitiv es politisch in keinem Land durchzusetzen sein dürfte nochmal zu Retten. Dann ist die Pleite bei dem nächsten BIP Einbruch, sollte einer kommen Faktum.

  3. Rudi
    16. Juli 2013, 19:49 | #3

    Leider liefert das krampfhafte Festhalten vieler EU-Politiker am Euro Griechenland und anderen Pleitekandidaten ein gewaltiges Erpressungspotential. Der unausweichliche Crash wird aber nur herauszögert. Eine Pleite wäre die ehrlichere und für den Normalbürger günstigere Lösung.

  4. CYR
    17. Juli 2013, 14:15 | #4

    @windjob

    Die Dt Regierung bestimmt die Politik und die Richtung der EU und Sie ist so gewichtig das selbst IWF mitspielt. Es gibt keine Politik der EU gegen Dt. eher umgekehrt.Ich kenne keinen Beispiel wo die EU etwas gegen Dt durchgesetzt hat. Aktuellstes Beispiel Abgasnormen für Autos. Merkel hat Nein gesagt und die Sache ist vom Tisch.

    @Rudi

    Grexit und Euro Ausstieg sind zwei paar Schuhe,.Und beides mit sehr hohen Risiken verbunden. Nur um einen Beispiel zu nennen Wie sollen die Auslandsschulden Griechenland nach einem Grexit nominiert werden?
    In USD, in EURO oder in Drachmen? In allen drei Fällen ist das Geld futsch.

  5. Mark
    19. Juli 2013, 09:21 | #5

    Herr Varoufakis sagt als lösung des Problems :“Das andere – von mir favorisierte – ist die Europäische Investitionsbank, die die Möglichkeit hat, die Basis des neuen europäischen Deals zu werden.“
    Es ist zweifelsohne möglich damit einen Investitionsinduzierten Aufschwung zu generieren, zumindest in den Ländern mit einem gewissen Organisationsgrad.
    Griechenland gehört nicht dazu. Die Griechen würden nur sehr indirekt davon profitieren, z.B. mehr Touristen und etwas mehr Export. Mehr ist nicht zu holen. Investieren kann man in Griechenland nur mit politischer Deckung, ansonsten besteht die Gefahr das das Geld verloren ist. Typisch für ein korruptes Land. Ein Staat ohne funktionierende Justiz, Verwaltung und politischen Führung / Opposition hat keine Zukunft. Solange die Griechen nur darauf hoffen wieder Subventionsmilliarden zu bekommen und diese wieder über Freunde und Förderer der Parteien zu verteilen wird kein Plan funktionieren.

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