Korrupte Steuerfahnder in Griechenland verhaftet

10. Juli 2013 / Aufrufe: 687

In Griechenland wurden 3 Beamte der Steuerfahndung verhaftet, nachdem sie von einem Unternehmer ein Schmiergeld in Höhe von 25000 Euro gefordert haben sollen.

In Thessaloniki wurden am 08 Juli 2013 drei Beamte der „Einheit zur Verfolgung der Wirtschaftskriminalität“ (SDOE – volkstümlich auch „Steuer-Rambos“ genannt) verhaftet, denen vorgeworfen wird, von einem Unternehmer ein „Fakelaki“ (sprich Schmiergeld) in Höhe von von 25.000 Euro verlangt zu haben, um nicht zu seinen Lasten ein angebliches Steuervergehen festzustellen, das möglicherweise mit mit einer Geldstrafe von bis zu sogar 100.000 Euro geahndet worden wäre.

Es geht um einen 60-jährigen Abteilungsleiter, dessen 55-jährigen Stellvertreter und einen 37-jährigen Kontrolleur, die bei dem Bezirksamt der SDOE Zentralmakedoniens in Dienst stehen. Zusammen mit ihnen wurde außerdem eine 50-Jährige verhaftet, die bei dem Unternehmer die Bücher führte und in der Sache vermittelt haben soll.

Anfängliche Forderung wurde von 15.000 auf 25.000 Euro hochgeschraubt

Die vier Verhafteten wurden der Staatsanwaltschaft des Strafgerichts Thessaloniki vorgeführt und zu ihren Lasten leitete die Staatsanwältin am Landgericht, Syrmo Kakali, ein Strafverfahren wegen versuchter gemeinschaftlicher Erpressung, gemeinsamer passiver Bestechung in direkter Mittäterschaft und rechtswidriger Entwendung von Dokumenten ein, während sie für ihre Aussagen an die 5. reguläre Untersuchungsrichterin Thessalonikis überstellt wurden.

Wie in einer Bekanntmachung der griechischen Polizei (ELAS) angeführt wird, begann die Erforschung der Sache nach der Anzeige eines einheimischen Geschäftsbesitzers in Thessaloniki, laut der Anfang Juli 2013 zwei Beamte der SDOE Thessaloniki (ein 37-Jähriger und ein 55-Jähriger) während einer Kontrolle in seinem Geschäft seiner Ehefrau ein Buch des Unternehmens abnahmen, in dem sie formlos die finanziellen Geschäftsvorgänge notierte.

Laut der einschlägigen Bekanntmachung benachrichtigte der Unternehmer seine Buchhalterin, die sich daraufhin in das Geschäft begab und die beiden Beamten traf und ihm danach mitteilte, dass sie anfänglich 15.000 Euro forderten, um nicht eine Geldstrafe festzustellen, die 100.000 Euro erreichen könnte, während ihre Forderung sich in den nächsten Tagen auf den Betrag von 25.000 Euro gestaltete.

Erpressung unter Vermittlung der Buchhalterin

Nach Absprachen und Verhandlungen zwischen dem Geschäftsmann und der Buchhalterin über den Modus der Geldübergabe überreichte der Unternehmer der Buchhalterin am vergangenen Montag (08 Juli 2013) die vorgemerkten Banknoten im Betrag von 25.000 Euro. Danach griffen die Polizeibeamten ein und nahmen die Frau fest, während in ihrer Tasche auch das Geld gefunden und beschlagnahmt wurde.

Wie die polizeiliche Ermittlung ergab, war das Geld für den 60-jährigen Abteilungsleiter der SDOE bestimmt, der es sich im weiteren Verlauf mit seinen beiden anderen Kollegen geteilt hätte. Es folgte die Verhaftung der Beamten, und bei einer im Büro des 60-Jährigen durchgeführten Durchsuchung wurden das Buch, das die beiden anderen Beamten sich angeeignet hatten, ein Geldbetrag von 1.000 Euro und die Dienstanweisung zur Kontrolle des obigen Geschäfts gefunden und beschlagnahmt.

Bei einer in dem Büro des 55-Jährigen erfolgten Durchsuchung wurde ein dienstliches Schreiben mit den Ergebnissen der erfolgten Kontrolle gefunden, aus dem hervorgeht, dass bei der durchgeführten Kontrolle keinerlei Übertretung festgestellt worden und auch keine Beschlagnahme erfolgt war.

(Quelle: in.gr)

  1. windjob
    10. Juli 2013, 12:54 | #1

    Aber die griechische Steuerbehörde ist genauso effizient wie die deutsche. Warscheinlich beim einsacken in die eigene Tasche. Ein Schelm der hier nichts schlechtes denkt. Genau hier liegt Griechenlands Problem. Entscheidend ist aber es zieht sich von oben nach unten durch und muss in dieser Richtung auch behoben werden. Nicht von unten nach oben wie es momentan geschieht.

  2. BravoZulu
    10. Juli 2013, 13:24 | #2

    Es fehlen einem die Worte.

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