Griechenland-Hilfe fließt zu 98 Prozent an die Gläubiger

31. Juli 2013 / Aktualisiert: 25. August 2015 / Aufrufe: 2.702

Die Hilfskredite für Griechenland und die Erlöse aus den erzwungenen Privatisierungen fließen fast vollständig an die Gläubiger des Landes.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble mögen Griechenland für seine Opfer loben und Tranchen und neue Hilfe versprechen, sofern die Griechen ihre Verpflichtung einhalten, sich … selbst zu vernichten. Jedoch bleibt es eine Tatsache, dass ein minimaler Teil (sprich gerade einmal 1,6%) der Kredite und eigenen Finanzierungen, welche das Land erhält, in den staatlichen Haushalt und die reale Wirtschaft mit ihren Menschen fließen.

Dagegen dient fast die Gesamtheit der Hilfe an Griechenland der Bedienung seiner Gläubiger. „Die Gelder flossen von der einen Tasche in die andere„, dies ist die einzige Wahrheit bezüglich 89% der Kredite, die von der Troika als Hilfe an das überschuldete und leidende Griechenland gewährt wurden. Wie bezüglich dieser Gelder neulich auch die Nichtregierungsorganisation Attac erklärte, „flossen sie vorbei, erreichten jedoch nicht die Menschen„.

Tatsächlich kamen von den 212 Mrd. Euro, die Griechenland bis heute (Juli 2013) als Kredit von der Troika gewährt wurden, in der realen Wirtschaft nur ungefähr 16,6 Mrd. Euro (also 8,8%) zur Deckung des primären Defizits (Gehälter, Renten usw.) und weitere 4,9 Mrd. Euro (2,3% des BIP) für die fälligen Verbindlichkeiten, also gerade einmal 11% der Gesamtsumme an.

Unter dem Strich bleibt praktisch nichts

Jedoch ist auch dieser Prozentsatz aufs Ganze gesehen imaginär, da die 212 Mrd. Euro der bis heute erhaltenen Hilfe nicht ausreichen, die Brutto-Finanzierungsbedürfnisse von 239 Mrd. Euro der selben Periode oder auch nur die sich nach Abzug der eigenen Finanzierung von 22,4 Mrd. Euro (aus Privatisierungen und Gewinnrückzahlungen der Zentralbanken) ergebenden Netto-Finanzierungsbedürfnisse von 216,5 Mrd. Euro zu decken, die Griechenland bis heute hatte.

Man könnte also ohne weiteres behaupten, dass die primären Defizite und die fälligen Verbindlichkeiten vollständig aus der eigenen Finanzierung (zu 5/6 aus der Veräußerung öffentlichen Vermögens) finanziert wurden, da die Kredithilfe für diesen Zweck nicht ausreichte.

Die selbe Schlussfolgerung ergibt sich, wenn man untersucht, was das Programm zur Konsolidierung der griechischen Wirtschaft (siehe den Bericht der Europäischen Kommission) für die Gesamtdauer der Kreditvereinbarung (2010 – 2014) vorsieht: selbst wenn den 236,8 Mrd. Euro, die Griechenland schließlich erhalten haben wird, die vorgesehenen 25,5 Mrd. Euro der Eigenfinanzierung (Privatisierungen und Gewinnrückzahlungen) hinzugerechnet werden, kommen dem Staat und der Wirtschaft im allgemeinen Sinn voraussichtlich nur 1,6% zu Gute (wobei den fälligen Verbindlichkeiten auch die übrigen Liquiditätsbedürfnisse der Regierung hinzugerechnet werden).

Weil von der Gesamtsumme der somit verfügbaren Mittel in Höhe von 262,3 Mrd. Euro zu allererst der Schuldendienst (116.9 Mrd.), die Kosten des PSI und des Rückkaufs von Anleihen (94,1 Mrd.) und die geschuldeten Zinsen (47,1 Mrd.) zu decken sind.

Nicht ein einziger Euro für Wirtschaft und Bevölkerung

Anders gesagt werden bis einschließlich 2014 insgesamt 98,4% der – aus offiziellen Krediten und eigenen Finanzierungen – verfügbaren Gelder für Verpflichtungen an die Gläubiger aufgewendet worden sein. Angesichts der Tatsache, dass 22,5 Mrd. aus eigener Finanzierung 9,7% des gesamten Finanzierungskapitals entsprechen, wird ersichtlich, dass aus der offiziellen Kredithilfe nicht ein einziger Euro für die Bedürfnisse der realen Wirtschaft und der griechischen Bürger übrig bleibt. Daher auch die Finanzierungslücke, die sich für die beiden Jahre 2013 – 2014 präsentiert. Dies ist die nackte Wahrheit, die exakt in der Tabelle der Kommission abgebildet wird.

Konkret werden von den 236,8 Mrd. der offiziellen Hilfe, die Griechenland in der Periode 2010 – 2014 erhalten haben wird, 89,7 Mrd. für die Tilgung von Anleihen und langfristigen Krediten, 48,2 Mrd. für die Rekapitalisierung der Banken und 47,1 Mrd. für Zinszahlungen verwendet worden sein, 34,6 Mrd. beziehen sich auf die Kosten des PSI, 18 Mrd. decken kurzfristige Finanzierungen (Schatzbriefe), 15,8 Mrd. decken das primäre Defizit und 11 Mrd. den Rückkauf von Anleihen.

Den obigen Hauptposten (es sind nicht alle) ist zu entnehmen, dass die Summe der ersten 4 (237,6 Mrd.) den Betrag der offiziellen Hilfe übersteigt, während selbst die eigenen Finanzierungen von 22,5 Mrd. nicht ausreichen, die Summe der beiden übrigen Posten (primäres Defizit und Anleihen-Rückkauf) zu decken.

Kredithilfe – sie nehmen alles … und lassen uns Krümel

Die Gelder flossen von der einen Tasche in die andere.“ Dies ist die einzige Wahrheit bezüglich 98,4% der Kredite, die von der Troika als Hilfe an das überschuldete und notleidende Griechenland gewährt wurden. Wie bezüglich dieser Gelder neulich auch die Nichtregierungsorganisation Attac erklärte, „flossen sie vorbei, erreichten jedoch nicht die Menschen„.

Bis einschließlich 2014 werden 98,4% der gewährten Gelder – aus offiziellen Krediten und privaten Finanzierungen – für Verpflichtungen an die Gläubiger aufgewendet worden sein. Angesichts der Tatsache, dass 22,5 Mrd. € Eigenfinanzierung 9,7% des gesamten Finanzierungskapitals entsprechen, wird ersichtlich, dass aus der offiziellen Kredithilfe nicht ein einziger Euro für die Bedürfnisse der realen Wirtschaft und der griechischen Bürger übrig bleibt. Daher auch die Finanzierungslücke, die sich für die beiden Jahre 2013 – 2014 präsentiert.

Wenn keine neuen Kredite gewährt werden oder es keinen neuen Schuldenschnitt gibt, wird die Verschuldung untragbar bleiben.

Geld für den Griechen nur mit einem „Haircut“

Die WAHRHEIT ist, dass aus der Gesamtheit der Summe der offiziellen Hilfe auch nicht ein einziger Euro zur Deckung der unmittelbaren Bedürfnisse der griechischen Bürger eingenommen worden sein und die Verschuldung weiterhin untragbar bleiben wird, wenn keine neuen Kredite gewährt oder es keinen neuen Schuldenschnitt geben wird.

Unter diesem Prisma ist die Schlussfolgerung der Lisa Mettendrein (Attac), „das Ziel der politischen Elite ist nicht die Rettung der griechischen Bevölkerung, sondern des Finanzsektors„, als absolut gerechtfertigt zu beurteilen – allerdings mit dem Unterschied, dass – während Attac einschätzt, 77% der offiziellen Kredite seien direkt oder indirekt bei dem Finanzsystem angekommen – die Wahrheit ist, dass auf die eine oder andere Weise 100% dieser Kredite an die Gläubiger des Landes geflossen sind. Dies sollen all jene berücksichtigen, die dem griechischen Volk die Notwendigkeit eines „Schnitts“ der Verschuldung verweigern.

Bisher wurde Griechenland einzig und allein massiv mit Krediten – also in Fortsetzung seiner nicht tragbaren Verschuldung – gestützt, damit es darin fortfährt, seine Gläubiger zu bezahlen und den Banken und Investoren Zeit verschafft, das Risiko ihrer Positionierung in der griechischen Verschuldung auf die europäischen Staaten und die Zentralbanken abzuwälzen, mit Gegenleistung die Veräußerung des inländischen öffentlichen und privaten Vermögens.

Der von der Troika bereits ab 2012 versprochene Aufschwung wurde dagegen auf 2014 und später verschoben …

(Quelle: Eleftherotypia)

  1. Christo
    31. Juli 2013, 08:50 | #1

    Wenn fast die gesamten Hilfskredite an die Gläubiger fliessen, dann besagt das nichts Anders, als daß die griechischen Politiker der Vergangenheit mit dem Geld des Volkes geaast haben und dadurch diesen unermeßlich hohen Schuldenberg aufgetürmt haben. Was macht Griechenland, wenn demnächst die Hilfskredite auslaufen?

  2. Gast44
    31. Juli 2013, 09:20 | #2

    Sind es jetzt 98,4% (=100%-1.6%) oder sind es (100%-8.8%-2.3% = 88.9% ?
    Irgendwas stimmt mit den Prozenten nicht

  3. Roland Wolf
    31. Juli 2013, 10:24 | #3

    Die Rechnung erreicht nur den genannten Prozentsatz da die Griechischen Banken nach dem Schuldenschnitt mit ca. 50 Mrd Euro rekapitalisiert werden müssen da die anderweitig Pleite wären. Darüber hinaus werden an diese Banken, die vor dem Schuldenschnitt die Hälfte der privat gehaltenen griechischen Staatsschulden Zins und Tilgung gezahlt. Könnte man einstellen – schon ist mehr Geld für Haushalt und andere Wirtschaft da. Wie allerdings eine moderne Volkswirtschaft ohne Banken funktionieren soll erschließt sich mir nicht. Diese Banken sind Teil der griechischen Wirtschaft und werden auch von Menschen betrieben, nicht von Aliens, insofern sind die oben genannten Fakten wenig hilfreich.

    Es wäre sicher wünschenswert wenn dem griechschem Staat und seinen Bürgern mehr Geld zur Verfügung stehen würde. Die Frage ist nur wo es herkommen soll:
    – Transferzahlungen anderer Eurostaaten-sind politisch schwert durchsetzbar und es ist auch nicht ganz erklärlich warum Saaten, die zT. einen geringeren Lebensstandard als Griechenland haben zahlen sollten. Bereits vor der Kriese erhielt Griechenland Transferleistungen aus dieversen EU-Töpfen in nicht unerheblicher Höhe, viel mehr wird da nicht drin sein
    – Die EZB kauft alle Schulden und annuliert diese-schöne Idee, die dann mit Sicherheit auch von Irland, Spanien, Italien Portugal und möglicherweise Frankreich für sich gefordert wird. Der Wert des Euro dürfte nach so einer Aktion in Dollar ca. 1 USD Dollar betragen-pro 1 kg gebündelter Scheine.
    – Austritt aus der EU, Einführung einer Neo-Drachme und Umwandlung aller Schulden in diese per Dekret. Auch machbar und dürfte Exporte und Tourismus ob der besseren Umtauschrate ankurbeln. Aber: Es verteuert auch alle Importe und dürfte Griechenland auf Jahre von den Kapitalmärkten abschneiden-also mehr Geld drucken
    – Reperationszahlungen Deutschlands in der Höhe von 87 Fantastiliarden: Wünschenswert, aber unrealistisch. Selbst wenn Deutschland dies wollte würden anschließend eine Reihe anderer Staaten noch viel höhere Rechnungen aufmachen – also nicht leistbar. Da dem griechischen Staat ein Hebel fehlt um Deutschland zu Reperationen zu zwingen-klappt auch nicht

    Ich bin mal gespannt welche Löungen anderen Kommentatoren einfallen.

  4. Wildkatze
    31. Juli 2013, 10:40 | #4

    Schuldzinsen sind nun mal zu bezahlen! Wenn ich eine Hypothek aufnehme, bin ich auch zur Zahlung der Hypothekarzinsen verpflichtet. Weshalb sollte das bei einem Staat nicht so sein? Ohne die EU-Überweisungen wäre GR nicht nur theoretisch sondern auch praktisch längst bankrott. Würde heissen keine Rentenzahlungen, keine Auszahlungen von Beamtenlöhnen, keine Infrastruktur mehr. Dass all dies überhaupt noch – zugegebenermassen mehr schlecht als recht – funktioniert, ist nicht zuletzt auf die Hilfszahlungen der EU zurück zu führen. Das wird in GR geflissentlich übersehen. Weshalb ist es denn überhaupt so weit gekommen? Weil in GR immer alles so wunderbar funktioniert hat?

  5. windjob
    31. Juli 2013, 12:10 | #5

    Wenn ich mich so hoch verschulde, bleibt mir auch nichts für den privaten Bedarf. Also hilft nur eins und das ist schon lange überfällig. Insolvenz anmelden. Normalerweise müsste der griechische Staat wegen Insolvenzverschleppung verklagt werden.

  6. Ottfried Storz
    31. Juli 2013, 12:52 | #6

    Die aufgeführten Zahlen sind quellenlos, daher nicht nachvollziehbar. ATTAC legte vor gut einem Monat eine Studie genau zu diesem Thema vor. Darin jedoch wurde das Fazit gezogen:
    „Mindestens 77 Prozent der Hilfsgelder lassen sich direkt oder indirekt dem Finanzsektor zuordnen“.

    Wenn jedoch die Troika-Kredite nicht geflossen wären, hätte Griechenland, seine Banken, Pensionskassen, Versicherungen etc bereits 2010 Insolvenz anmelden müssen. Damit verbunden wäre sicherlich ein hunderprozentiger Verlust ALLER Spareinlagen, Renten- und Versicherungseinzahlungen.
    Die Kredite der Troika halfen also gleich doppelt: Die Institutionen bleiben liquide – und am Leben. Insofern dienten diese Kredite zweifellos auch den Menschen in Griechenland.

    Die Troika kann keinen Aufschwung „versprechen“. Eine kreditfinanzierte Konjunkturbelebung durch Umsatzsteigerung vorrangig importierter Konsumprodukte ist jedoch als Alternative tot.
    Ein Konjunkturaufschwung muss aus Griechenland heraus selber kommen. Da jedoch wirtschaftsfördernde Reformen kaum auffindbar sind, griechische Selbständige immer weiter drangsaliert werden und Griechenland für Investoren unverändert extrem unattraktiv bleibt, ist ein Aufschwung unverändert unwahrscheinlich.

  7. Mark
    31. Juli 2013, 13:26 | #7

    Hier eine schöne Beschreibung, leider nur auf Englisch. Passt aber zu dem was ATTAC / Elefthorytipia oder auch Ökonomen wie Varoufakis und seine Freunde schreiben:
    „If debt is the problem, removing debt is indeed a solution. But in a country where there is endemic corruption, constant protests and civil strife, chronic tax evasion, a weak state whose chief purpose is to dole out patronage, and a private sector that is so heavily protected as to mock basis notions of meritocracy, it is hard to see how a default or a new currency are a “solution.” These recommendations start by asking “how can Greece lessen its debt burden” rather than, “what kind of crisis does Greece face?” Different questions, different answers.“
    http://www.greekdefaultwatch.com/p/big-picture.html

  8. GR-Block
    31. Juli 2013, 14:03 | #8

    „Bisher wurde Griechenland … mit Krediten … gestützt, damit es darin fortfährt, seine Gläubiger zu bezahlen und den Banken und Investoren Zeit verschafft, das Risiko … auf die europäischen Staaten und die Zentralbanken abzuwälzen, mit Gegenleistung die Veräußerung des inländischen öffentlichen und privaten Vermögens“
    Mit der stärkeren Öffnung der, durch Privatisierung erweiterten, Privatwirtschaft für „Investitionen“ europäischer Konzerne wird der Grieche zum Lohnabhängigen und Serviceleistenden für ausländische Unternehmer degradiert. Das Land der Unternehmer wird zum Land der Gastarbeiter im eigenen Land. Schöne neue Welt.

  9. Böse
    31. Juli 2013, 14:44 | #9

    Ist doch eine ganz normale Sache in einem Rechtsstaat. Schulden mussen zurück bezahlt werden. Erst dann kann zur Hilfe geschritten werden und dieses wird ja auch getan. Siehe Mittelstandsförderung usw.

  10. GR-Block
    31. Juli 2013, 16:53 | #10

    windjob :
    … Normalerweise müsste der griechische Staat wegen Insolvenzverschleppung verklagt werden.

    Richtig, und zwar vom griechischen Volk, Ansätze dazu gab es in den vergangenen 2 Jahrzehnten des Binnenmarktes. Dies hat die EU aber verhindert, indem Sie die griechischen EURO-Plitiker protegiert hat und den wahren Zustand der nationalen Ökonomie 20 Jahre lang beschönigte. Den Niedergang konnte die EU-Entwicklungshilfe (Strukturfonds) nicht aufhalten sondern nur verschleiern.

  11. GR-Block
    31. Juli 2013, 17:08 | #11

    @Wildkatze
    Nein, nur Individuen müssen Schulden bezahlen. Staaten stoppen den Schuldendienst, wenn er aus dem Ruder gerät und die beiden Verursacher, Staat (=Bürger) und Privatindustrie, müssen es ausbaden.
    Wir haben aber hier zum ersten Mal den neuen, den EU-Weg gewählt. Wir haben die Verluste der Spekulanten auf die Bürger der EU umgewälzt und die Schuld für diese Entscheidung den Griechen gegeben. GR ist somit zu einer Bad Bank gemacht worden, anstatt den sauberen Konkurs anzumelden. Es lebe die EU der Konzerne.

  12. V99 %
    31. Juli 2013, 18:15 | #12

    Da kann man der Fr. Mettendrein nur gratulieren, wenn sie endlich verstanden hat, dass es um „die Deckung von Krediten und die Rettung des Finanzsektors“ geht… Was die angegebenen Zahlen angeht, finden sich einige abweichende Angaben. Wichtiger sind Fr. Mettendreins Schlussworte:
    „Die europäischen Eliten müssen einsehen, dass sie sich geirrt haben, aber was es wirklich braucht .. ist der Druck der Menschen, die sagen, dass sie sich das nicht mehr gefallen lassen und dass wir sagen: Wir lassen uns nicht mehr für blöd verkaufen.“
    Genau das fehlt mir hier in GR…

  13. Michael
    31. Juli 2013, 18:23 | #13

    @Roland Wolf
    So viel:)

    Sie sind ein Optimist.

    Zum Thema von @Wildkatze – Deutschland hat seti 62 noch nie Zinsen gezahlt, immer allein Nettoneuverschuldung ausgeweitet. Warum wohl?

    Griechenland kann aus Gründen nicht defaulten
    a) CDS würden fällig, momentan erkennt die Institution die das entscheidet keinen Default an
    b) Der Wirrwarr im Pensionsversicherungsbereich und den Banken im Umfeld der Staatsanleihen. Die machen im Moment gar nicht das große Geld mit den Zinsen allein sondern mit Sale and Lease von Staatschulden angeschlagener Bankensysteme den sog. Ländern (Spanien verkauf Ital. Staatsanleihen und kauf sie wieder züruck – damit die Risken aus den Bilanzen sind). Wenn in dem Eck etwas schief geht, bekommt der Arzt als Beispiel gennant und deutsche Beamte 900 EUR im Monat Pension, wenn überhaupt. Kommt drauf an wieviel schief geht.

    Griechenland ist sehr gut gewachsen bis 2006 und nach 2008 einfach eingebrochen, exakt seit der Bankenrettung, sprich der Rettung der Staatsanleihen zu Gunsten von Frankreich und Deutschland.

    Ich denke, der Grund warum eher sachte wird gefahren ist, dass der Double Dip sich mit viel Glück ins Positive wendet und dann wird mal irgendwas gemacht. Die Optionenlage ist bescheiden für ganz Europa.

  14. Jürgen
    1. August 2013, 03:01 | #14

    @Wildkatze, Ottfried & Co:
    Das mit den Schulden ist gar nicht so komplex und alternativlos wie es immer dargestellt wird. Es gab schon zig Länder die Pleite waren, na und? In einigen ist es gut gelaufen, in anderen nicht, es kommt auf den weiteren Weg an. Griechenland müsste schnellstmöglich eine Perspektive jenseits des Kapitalimus entwickeln. Das hat auch nichts mit Kommunismus-Sozialismus zu tun, die Kommentare könnt ihr euch sparen und die Zeiten sind vorbei, wir leben im 21. Jahrhundet. SYRIZA hat da einen vernünftigen Ansatz, wenn auch stark verbesserungsfähig. Richtig ist auf jeden Fall der Vorschlag, die Verträge und Prozesse welche ursächlich für die Verschuldung waren auf Rechtmäßigkeit zu überprüfen. Da liegen sicherlich einige Korruptionsfälle und andere Illegalitäten im Verborgenen, so dass die Höhe der Verschuldung und damit auch die Kredite und die Verzinsung fragwürdig wären. Viele Kredite wurden den Griechen aufgeschwatzt, im Interesse europäischer Großkonzerne und einiger korrupter Politker in GR. Das Volk hatte denen nie ein Mandat für U-Bootkäufe, Olympiade, Megabrücken oder Autobahnen gegeben.
    Außerdem ist bei Hochrisiko-Investments die Regel, dass der Geldgeber einiges verliert. Einem Hartz4er würde die Bank nichts leihen, weil sie weiß sie bekommt nichts zurück. Bei den Griechen wussten sie es auch, konnten aber auf die Politik und die Rückzahlung durch Steuergelder hoffen und so passiert es nun. Alles illegal.

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