Griechenland, die Amerikaner, die Deutschen und das Nichts

23. Juli 2013 / Aufrufe: 1.283

Ist die Regierung in Griechenland plötzlich hübscher geworden oder sputen Deutsche und Amerikaner sich zu einem letzten … „Quickie“?

Gemäß den Verlautbarungen aus dem Maximou (Anmerkung: gemeint ist der Regierungssitz) kommen die großen „Freunde“, „Alliierten“ und „Partner“ in Anerkennung der erfolgenden Bemühung. Laut einer anderen Lesart eifern dagegen Washington und Berlin darum, wer es schafft, noch einmal „einen wegzustecken“ … .

Die Agenda der vergangenen Tage in Griechenland

Lassen wir uns einen Blick auf die Agenda der Entwicklungen werfen:

  • Als die DIMAR ausscheidet und die Regierung destabilisiert wird, beschloss Schäuble, Athen zu besuchen.
  • Gleichzeitig öffnet Washington Samaras die Tür für einen Besuch im Weißen Haus.
  • Einen Tag vor der Ankunft Schäubles in Athen wird bekannt gegeben (Mittwoch, 17 Juli 2013), dass sich am Wochenende (konkret am Sonntag, dem 21 Juli 2013) auch der amerikanische Finanzminister Jack Lew einstellen wird.
  • Genau am selben Tag wird bekannt gegeben, dass am Freitag (19 Juli 2013) Außenminister und Regierungsvertreter Evangelos Venizelos Ankara besuchen wird, damit – gemäß den Verlautbarungen – der griechisch-türkische Kontakt wiederhergestellt wird, den die Amerikaner angesichts des Besuchs Samaras‘ in Washington anstreben.
  • Den Donnerstag, zur selben Stunde als Schäuble im Megaro Maximou war und sich mit Premierminister Samaras unterhielt, wählte der Präsident der Republik, Karolos Papoulias, für seine Begegnung im Präsidentenpalast mit dem Oppositionsführer und Manolis Glezos, in Bezug auf den nicht zu vergessen ist, dass er abgesehenen von seiner führenden Rolle in der Geschichte mit den deutschen Reparationen derjenige war, der in der Zeit der Besatzung (zusammen mit Santas) die deutsche Flagge von der Akropolis herunter holte.

All das Vorstehende mag auch einfach eine zufällige Abbildung einer Agenda sein. Wenn man jedoch den Zügen Deutschlands und der USA gegenüber Griechenland nicht als sich ergänzend, sondern als entgegengesetzt begegnet, sind die Eintragungen der Agenda von Interesse und beschreiben das gespannte Seil, auf dem die Regierung Samaras balanciert.

Drahtseilakt zwischen konträren Interessen

Dieses gespannte Seil ist wahrnehmbar, wenn man sich die jüngste Streiterei der Finanzminister Deutschlands und der USA in Erinnerung ruft. Die deutsch-amerikanische Kollision erscheint noch klarer, wenn man die Diskussion verfolgt, die genau zu dem jetzigen Zeitraum über die Rolle des IWF in den europäischen Rettungsprogrammen wie desjenigen für Griechenland geführt wird.

Einfacher gesagt scheinen die Amerikaner auf eine Politik zu drängen, die diese Diskussion verstärkt, und verlangt von den Deutschen, „Geld zu drucken“ oder – laut einer anderen Formulierung – in die Tasche zu greifen. Die Deutschen beharren von ihrer Seite auf harter volkswirtschaftlichen Disziplin und verlangen von Washington, sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern und sie den europäischen „Laden“ kommandieren zu lassen.

Die Dinge sind offensichtlich nicht so simpel wie sie sich weiter oben im Überblick (und subtraktiv) präsentieren, da die Verknüpfung und Verflechtung der europäisch-atlantischen und deutsch-amerikanischen Wirtschaftsinteressen von solcher Art sind, dass es schwer ist, Gewinne und Verluste an die eine oder andere Seite zu verteilen. Es gibt jedoch etwas, das klarer ist und mit der Verteilung der geopolitischen Macht zu tun hat: Berlin nimmt an, es sei die Stunde gekommen, die amerikanische Hegemonie in Europa, so wie sich diese nach seiner Niederlage im 2. Weltkrieg gestaltete, in Frage zu stellen, Washington von seiner Seite glaubt, eine solche Stunde würde niemals kommen!

Aus diesem optischen Blickwinkel ist das Dilemma Griechenlands und welcher griechischen Regierung auch immer und allgemein der politischen Kräfte des Landes offensichtlich, aber gleichzeitig auch außerordentlich schwer zu beantworten, da die Deutschen das Geld und die Amerikaner eine ungeheure Macht haben, die man unmöglich ignorieren kann.

Etwa so schickt Premierminister Antonis Samaras sich zu dem Drahtseilakt an, während er seine Koffer für das Weiße Haus packt. Antonis Samaras ist sehr wohl bekannt, dass so leicht es für die Deutschen ist, Griechenland uns seine Regierung hochgehen zu lassen, die Amerikaner es zweimal leichter zu tun vermögen. Die bis auf weiteres unbeantwortete Frage ist, wie das griechische Nichts etwas zwischen jemanden verteilen kann, die alles verlangen?

(Quelle: To Pontiki)

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