IWF tötet Kinder in Griechenland

26. Mai 2013 / Aktualisiert: 05. Oktober 2016 / Aufrufe: 4.750

Der kontinuierliche Anstieg der Morbidität und Mortalität der Bevölkerung in Griechenland lässt eine ungeheure humanitäre Krise befürchten.

Die Fakten, die auf dem 43 Pädiatrischen Symposium Nordgriechenlands präsentiert wurden und die Politiken extremer Austerität mit der Verschlimmerung der Gesundheit der Kinder in Zusammenhang setzen, sind dramatisch.

Im alltäglichen Leben wird als „Armut“ das Unvermögen definiert, eine würdige Lebensweise zu erreichen. Verursacht wird die Armut durch die Minderung des Einkommens und die Arbeitslosigkeit. Folgen der Armut sind: schwierigerer und nicht rechtzeitiger Zugang zu Gesundheitsstrukturen, mangelhafte Versorgung, unzureichende pharmazeutische Behandlung, Abwertung der präventiven Medizin. All dies führt zu einem tragischen Anstieg der Morbidität speziell bei den Kindern.

Armut ist heute erste Ursache für Todesfälle und Anstieg der Morbidität

Wissenschaftliche Untersuchungen stellen einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem monatliche Einkommen und dem Gesundheitsniveau der Bevölkerung fest:

  • mit einem monatlichen Einkommen von 1.800 Euro hat man ein ausgezeichnetes Gesundheitsniveau,
  • mit 1.300 Euro nur noch ein mittleres Gesundheitsniveau und
  • mit 550 Euro ein sehr schlechtes Gesundheitsniveau.

In diesem Augenblick leben ungefähr 4.000.000 Griechen – von denen 500.000 Kinder sind – unter der Armutsgrenze. Wenn dies dramatisch erscheint, dann bedeutet wahrscheinlich die Feststellung, dass diese Zahlen mit einem jährlichen Rhythmus von 26% ansteigen, dass wir uns vor einer humanitären Katastrophe befinden, die jedoch (bisher) nicht jene sekundären Charakteristika aufweist, die sie erkennbar machen.

Viele Kranke haben keine Zugangsmöglichkeit zu krankenhäuslicher Behandlung. Krebspatienten und chronische Kranke haben Schwierigkeiten, ihre Medikamente sicherzustellen. Die Anzahl der Nichtversicherten steigt kontinuierlich an. Die Arbeitslosigkeit tangiert 30% (65% bei jungen Leuten im Alter zwischen 18 – 30 Jahren), folglich sinken die Einnahmen der Versicherungskassen, während die Finanzierung des Nationalen Gesundheitsträgers (EOPYY) durch den Haushaltsplan um 25% geringer ist. In den drei letzten Jahren wurden dem öffentlichen Gesundheitssystem mehr als 3 Milliarden Euro entzogen.

  • Es wird ein klarer Anstieg der Säuglingssterblichkeit und ein Rückgang der Lebenserwartung beobachtet.
  • Anstieg des Suizide und Infektionskrankheiten.

Zunahme der Tuberkulose in Ländern unter Kontrolle des IWF

In ihrer Gesamtheit zeigten die Länder mit Kreditabkommen mit dem IWF eine um 16,6% höhere Sterblichkeit wegen Tuberkulose im Verhältnis zu Ländern, die kein solches Abkommen hatten. Für jedes weitere Jahr des Verbleibs beim IWF stiegen Morbidität und Mortalität wegen Tuberkulose um 4,1% an. Für je zusätzlich 1% des Kreditbetrags von dem IWF stiegen Morbidität und Mortalität wegen Tuberkulose um 0,9% an! Umgekehrt präsentierten die Länder, die ihre Verträge mit dem IWF abbrachen, einen Rückgang der Indizes der Morbidität und Mortalität wegen Tuberkulose um 30,7% (!).

Die Verschärfung der sozialwirtschaftlichen Ungleichheiten verursacht einen kontinuierlich schlimmer werdenden Anstieg der psychosozialen Belastung und aller damit verbundenen psychischer Störungen: Angst, Depression, Selbstmordtendenzen usw. Verschlimmert wird die Lage durch den steilen Absturz der Einkommen der Beschäftigten in Gesundheit und Pflege, sowie auch durch die wissenschaftliche Emigration und das Verwaisen der Gesundheitsdienste, die einen signifikanten Teil ihres qualifizierten Personals verlieren.

Die Krankheiten der Armut sind:

  • Tuberkulose (476 Fälle im Jahr 2011)
  • Malaria, AIDS (1180 neue Fälle im Jahr 2012)
  • Dengue-Fieber (84 Fälle)
  • psychische Störungen, Alkoholismus, familieninterne Gewalt, geistige und psychosomatische Zurückgebliebenheit, Krebs, Herzerkrankungen, Krätze, Syphilis und Tollwut (KEELPNO 2012 – 2013).

Dramatischer Rückgang der Geburten in Griechenland

Die Gesellschaft für Psychokommunikative Gesundheit der Kinder und Jugendlichen stellte in einer Untersuchung fest, dass viele Eltern in diese Periode der wirtschaftlichen Krise hart und unzuverlässig geworden sind und ihre Kinder vernachlässigen oder verlassen. Die schlechte psychische Gesundheit im kindlichen und jugendlichen Alter kann auch zu Gesundheitsproblemen im jungen Erwachsenenleben führen, z. B. Konsum von Stoffen, Gewalt, geringerer Ausbildungsfortschritt, Arbeitslosigkeit, schlechtes Fortpflanzungs- und Sexualleben.

Die wirtschaftliche Krise wird eine familiäre und persönliche Krise. Die Arbeitslosigkeit und die flexiblen Arbeitsverhältnisse erhöhen die soziale Verzweiflung, inmitten einer Situation, in der gleichzeitig auch die Beschäftigung und der Wohlfahrtsstaat zusammenbrechen.

Wenn es Armut gibt, gibt es unausgewogene Ernährung mit niedrigem Verzehr von Gemüse, Obst, Milchprodukten, Fleisch und Geflügel. Dies hat eine Unterernährung, also das Fehlen von Nährstoffen in unserem Organismus, oder eine Überernährung – also durch den übermäßigen Konsum billiger Nahrungen (Junk Food) – zur Folge, die zur „Fettleibigkeit der Armen“ führt und das Auftreten von Herzgefäßerkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck usw. sogar selbst ab dem Kindesalter zum Ergebnis hat.

(Quelle: Zougla.gr)

Relevante Beiträge:

  1. Kostantinos
    26. Mai 2013, 00:54 | #1

    Einfach nur traurig, so etwas zu lesen. Und bezweifle, dass es in absehbarer Zeit besser werden wird, eher noch schlimmer. Weil die Wirtschaft weiter ruiniert wird, die Steuereinnahmen sinken, aber immer weitere finanzielle Hilfen benötigt werden, deren Annahme wieder mit Einschränkungen und weiteren Steuern für die Bevölkerung verbunden sein wird und mit Enteignungen, mangels Zahlungsfähigkeit.
    Der Überschrift kann ich nicht zustimmen, meiner Meinung nach tötet die Regierung Griechenlands ihre eigenen Kinder und Bürger.
    Steinreiche haben immer noch die Möglichkeit, lächerliche Einkommensteuererklärungen abzugeben. Obdachlose mit Steuernummer müssen Steuern bezahlen, auch wenn sie kein Einkommen haben. Jeder Mensch in Griechenland der eine Steuernummer hat, auch wenn er nichts verdient, muß zahlen. Die Regierung blutet das Volk aus, weil sie nicht Willens ist, sich das Geld bei den Reichen zu holen, bei sich selbst drastisch zu sparen und lieber die Wehrlosen auspresst.
    Eine Schande ist das.

  2. windjob
    26. Mai 2013, 07:47 | #2

    @Konstantinos

    Ich gebe hier vollinhaltlich Recht. Es ist die Politik. Die Politiker sind korrupt und aalen sich in ihrem Reichtum warum sollten sie dann auch etwas für die Bevölkerung tun ihnen geht es ja gut. Wenn man liest, dass 25% der Firmen und Privatleute ihre Steuern nicht entrichten. Dass viele Reiche noch steuerbefreit oder- begünstigt sind wird einem schlecht. Es ist nur sehr traurig um die Kinder, die die Zukunft des Landes sind das auf diese Weise systematisch zerstört wird. Wann wachen diese Leute endlich auf. Wann wacht das Volk auf und boykottiert die Wahlen damit diese Schmarotzer endlich merken was sie anrichten weil irgendwann geht es trotzdem auch an ihr Geld und so wie die Entwicklung ist, wird es evtl. nicht mehr sooo lange dauern. Aber vielleicht ist es dann schon zu spät. Schade um das schöne Griechenland und die gastfreundlich Bevölkerung.

  3. 241
    26. Mai 2013, 08:35 | #3

    so ist es konstantinos, dabei stellt sich mir immer wieder die frage wer steht dahinter? es ist mir einfach unbegreiflich, dass n i e m a n d die macht hat diese „verbrechen“ aufzuhalten.

  4. Peter Adam
    26. Mai 2013, 08:41 | #4

    Meine Heimat geht zugrunde !!

    Wofür haben unsere Ahnen ihr Blut auf den Schlachtfeldern der Jahrtausende vergossen? Damit jene die angeblich 60% der Bevölkerung betragen, dem Euro als neuem goldenen Kalb huldigen, Not und Elend unser einstmals großes Volk heimsuchen, und unsere wichtigste Errungenschaft, die Freiheit in Sklaverei endet?
    Wann endlich begreift Ihr “ Kinder “ was wirklich gespielt wird?
    Wir waren fast immer ein armes aber zufriedenes Volk, doch wir konnten uns und unsere Kinder ernähren und ihnen Chancen eröffnen. Wir waren Herr im eigenen Haus. Nun regieren uns Parasiten und Abzocker, Blender wie Tsipras und Samaras beschwören einen Traum der sich zum Albtraum entwickelt, und unser Volk stirbt. Nicht auf fernen Schlachtfeldern, aber direkt vor unseren Augen, vor unserer Haustür. Wofür??
    Jagt endlich diese Parasiten zum Teufel, dahin wo sie hingehören. Erkämpft endlch eure Freiheit zurück und lebt wieder glücklich und zufrieden in unserem schönen Heimatland. Diejenigen die euch einreden wir müssten die Schulden zurückzahlen belügen euch nur. Streicht die die Schulden, tretet endlich aus dem Euro und der EU aus. Beugt euch nicht länger dem Diktat der Banken und Politiker! Ihr seid genau wie ich Griechen! Habt ihr keinen Stolz mehr? Unsere Ahnen würden uns ins Gesicht spucken ob unserer Feigheit. Es wird Zeit wach zu werden.

    Ein äusserst wütender Grieche.

  5. Max
    26. Mai 2013, 10:19 | #5

    Ich kann mich den Worten von Konstantinos nur anschließen. Die Hauptschuld an der himmelschreienden Misere trägt die seit Jahrzehnten total versagende griechische Politik, die unsägliche Korruption und die Unwilligkeit der Mehrheit der griechischen Bürger, ihre fälligen Steuern zu erklären und zu bezahlen. Wenn sich daran nichts Grundlegendes ändert, wird Griechenland über Jahrzehnte hinweg nicht mehr selbständig existieren können und damit eines der ärmsten Länder Europas bleiben.

  6. Traurig
    26. Mai 2013, 11:37 | #6

    Glaubt eigendlich einer diese Kriese würde Deutschland nicht erreichen ?
    Demnächst trauriger Weise auch in ihrem Kino.

  7. Petroulla
    26. Mai 2013, 17:02 | #7

    @Kostantinos
    Sie haben mir mit jeder Zeile aus dem Herzen gesprochen. Die internationalen Finanzmärkte haben natürlich einen gewissen Einfluß auf die Politik der Länder, aber wie damit umgegangen wird, liegt in der Verantwortung der einzelnen Regierungen. Die bestimmen doch, w e r letztendlich die benötigten Gelder aufbringen muß, die Reichen mit ihren Millionengewinnen, die aber lieber alles für sich behalten, oder die Mittellosen, die eines Tages noch ihre Kinder oder ihre Organe verkaufen müssen, um Steuern für Einkommen zu bezahlen, die sie nie erhalten haben.(wäre das nicht gleichmal eine neue Idee?- das ist sarkastisch gemeint) Erst muß mal im eigenen Lande richtig aufgeräumt werden. Aber daran haben die derzeitigen korrupten Politiker natürlich kein Interesse. Die werden doch nicht freiwillig den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Denen geht es doch gut, und wenn hier wirklich mal alles zusammenbricht, dann verschwinden die mit ihren ergaunerten Millionen (oder Milliarden) nach Nizza oder Florida oder auf die Bahamas und lachen sich eins. Denen ist es doch wurschtpiepschnurzegal, was mit dem griechischen („niederen“) Volk passiert. Egoismus vor Patriotismus. Der Euro selber allerdings, glaube ich, ist einfach nur eine Währung, Papierscheine und Münzen. Ausschlaggebend ist, was die Verantwortlichen damit machen. Es ist wirklich ein Trauerspiel für dieses schöne Land.

  8. Heinz
    27. Mai 2013, 12:40 | #8

    @Petroulla

    Ein wohltuend vernünftiger und treffender Beitrag. Danke dafür.

  9. Horst
    27. Mai 2013, 13:13 | #9

    Warum ruft Ihr nicht zu einem unbefristeten Generalstreik auf? So lange der nicht kommt, so lange werden die Daumenschrauben angezogen. Ich sage euch: dieses Szenario ist den Regierungen bekannt!

    Will heißen, ich habe kein Mitleid mit den Griechen, weil sie zu inkonsequent sind! WEHRT EUCH und ihr habt die Völker Europas hinter Euch!

  10. Willi F. Gerbode
    27. Mai 2013, 13:21 | #10

    @Petroulla
    Sie haben völlig recht: Der Euro ist nur eine Währung. Stellt sich mir die Frage, wieso er zu einem Symbol für eine angebliche Unterdrückung durch die Staaten der Euro-Zone aufgeblasen wird? Könnte es nicht sein, dass es viel bequemer ist, einen Popanz zu bekämpfen, als die realen Ursachen der Krise zu beseitigen, die m.E. endogen und struktureller Art sind? – Nichts wird sich auf lange Sicht ändern, wenn der Euro abgeschafft wird und die Griechen vielleicht sogar aus der EU austreten. Denn bestünde da nicht die Gefahr, dass die Politiker – inkl. Tsipras, den vermeintlichen Heilsbringer – so weiterwurschteln wie eh und je. Wo war der Reichtum, Peter Adam, wo war die Freiheit, als zahlreiche Griechen Anfang der 60er Jahre ihr Land verließen, verlassen MUSSTEN, um sich als „Gastarbeiter“ (mein pers. Unwort der letzten Jahrzehnte!) in Deutschland, in Australien oder sonst wo zu verdingen? Freiheit war auch damals schon ein Mythos – der niemanden ernährt hat!

  11. Reisender
    27. Mai 2013, 19:24 | #11

    Beim Lesen dieses Artikels frage ich mich, wie lange es noch dauern wird, bis in Griechenland der Bürgerkrieg offen ausbricht. Der Krieg zw. Reich und Arm, der ja im Prinzip jetzt schon geführt wird, nur eben über das Geld und nicht mit dem Messer.

    Ob sich etwas in Griechenland ändern wird, wage ich zu bezweifeln. Die Verwaltung des Landes ist erledigt. So wie das politische System als solches. Wie anders soll man es auch bezeichnen, wenn nun in schierer Verzweiflung das Geld von denen herausgepresst wird, die es nicht haben. Das Volk ist gespalten und in diesem Zustand ist das Land in 30 Jahren noch nicht reif, wieder Anschluss zu erlangen.

    Ein innerlich geschwächtes und verunsichertes Land ist auch leichte Beute für Feinde von Außen. Dies muß auch den korrupten “Eliten“ klar sein. Wer jedoch Egoismus vor Patriotismus stellt, der braucht auch keinen griech. Pass mehr. Auf solche Griechen kann das Land verzichten!

    Wenn Griechenland nicht in Kürze ein handfestes Wirtschafts- und Investitionsprogramm auf dem Tisch liegen hat, das Menschen in Arbeit bringt, dann ist der Euro für dieses Land nicht mehr zu halten und die Rückkehr zu einer weichen Währung wie der Drachme “alternativlos“. Derzeit ist der Euro so stark, dass er das wirtschaftsschwache Land regelrecht abschnürt! So kann das nicht weitergehen!

  12. Ingrid
    27. Mai 2013, 21:23 | #12

    @Horst
    „Wehrt Euch“: Die Menschen wehren sich nicht. Sie haben Angst.
    „Generalstreik“: Wenn man Hunger hat, seinem Enkel nicht mal ein Geschenk machen kann, streikt man nicht. Man versucht zu ueberleben! Und man versucht nicht aufzufallen bei den „Grossen“, es koennten einem noch mehr Schwierigkeiten bereitet werden.
    Das System der Korruption ist so dicht geflochten, dass jeder Angst hat, aus der Reihe zu tanzen.

  13. pyramis
    27. Mai 2013, 22:37 | #13

    Erniedrigt, gedemüdigt, jeglichen Stolz aberkannt. Ja, bei vielen geht es um die Existens, da bleibt keine Kraft und kein Stolz mehr übrig für irgendwelche weiteren Schikanen. Doch das verinnerlichte System des Betrugs funktioniert weiter und viele, die noch ein „sicheres“ Einkommen haben, aalen sich weiter in der Angeberei und der Ausgrenzung. Ein Trauerspiel. Für die lebenden alten Griechen und Griechinnen die so viel erlebt haben, bestimmt unbegreiflich und doch eine Bestätigung für alle Verschwörungstheorien Hellas auszulöschen.

  14. Horst
    28. Mai 2013, 05:37 | #14

    @Ingrid

    „Wenn man Hunger hat, seinem Enkel nicht mal ein Geschenk machen kann, streikt man nicht.“ Das ist Humbug und gegen jede Erfahrung. Bisher hat es immer Aufstände gegeben, wenn dem Volk im Massen Leid angetan wurde.

  15. BravoZulu
    28. Mai 2013, 13:21 | #15

    Wenn die griechische Regierung nicht in der Lage ist das Land wieder zu gesunden wirtschaftlichen Verhältnissen zurückzuführen und nur die Ausbeutung der gesamten Bevölkerung zu initiieren, dann müssen die gut ausgebildeten militärischen Dienststellen die Regierungsgeschäfte übernehmen bis wieder geordnete Verhältnisse herrschen.
    Ein Schuldenschnitt von 90 % wäre als erstes angebracht.
    Die griechische Bevölkerung hat ja nicht einmal mehr Luft zum atmen.
    Eine himmelschreiende Schande ist dies.

  16. Petroulla
    28. Mai 2013, 21:27 | #16

    Jetzt muß ich doch noch mal meinen Senf dazugeben. Und zwar zum Theme Streik. So einfach, wie sich das dahersagt, ist es tatsächlich nicht. Es gibt in GR kaum Großunternehmen, schon garkeine mit Tausenden Beschäftigten und Betriebsrat. Und was meint ihr wohl, passiert mit den 4 oder 5 Angestellten eines kleinen Hotels, wenn denen einfallen sollte, zu streiken? Die brauchen ganz einfach nicht mehr wiederzukommen. Aus die Maus. Und sowas wie Kündigungschutzklage oder ähnliches gibt es schon gleich garnicht. Auch kein Hartz IV, was man beantragen kann, wenn man keinen Job mehr hat. Das heißt, die Betroffenen stehen buchstäblich vor dem Hungertod, wenn sie nicht noch Familie haben, die sie vielleicht mit durchschleift. Das kann man sich in Deutschland wahrscheinlich nicht vorstellen. Die Beschäftigten im privaten Sektor sind tatsächlich in einer so schwachen Position, daß sie wirklich keine andere Wahl haben, als stillzuhalten. Hier steht man ja schon auf der schwarzen Liste, wenn man seinen Arbeitgeber, der einem das Gehalt für die gesamte Saison schuldigbleibt, bei der Arbeitsaufsichtsbehörde anzeigt. Die einzigen, die streiken können, sind die Beschäftigten im öffentlichen Dienst und bei staatlichen Unternehmen, also Post, Strom, Wasser, Zoll, Finanzamt und dergl. Und die nutzen ihre Position wiederum weidlich aus. Denn Einigkeit und Zusammenhalt gibt es tatsächlich nicht, jeder, der kann, sieht nur zu, wie er seine Schäfchen ins Trockene bringt. Die ganze Situation ist so festgefahren, daß man nicht mehr weiß, was man noch tun könnte.

  17. Götterbote
    29. Mai 2013, 11:40 | #17

    @Petroulla
    Danke für diese zutreffende Ausführung.

  18. Ottfried Storz
    11. November 2013, 16:49 | #18

    Was ist die Alternative zum IWF ? Griechenland kann dem IWF gegenwärtig die über 30 Mrd. Euro gar nicht zurück zahlen. Und aus den Troika-Verpflichtungen kommt Griechenland ebenfalls nicht heraus. Wie Argentinien Kapitalmarktkontrollen, Import-Beschränkungen und Import-Regelungen und eine nicht marktkonforme Binnenwährung einzuführen, geht erst recht nicht. Denn das würde Austritt aus der EU bedeuten. Dann jedoch würde Griechenland keine Gelder aus der EU mehr erhalten.

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