Stationen der Krise in Griechenland

26. April 2013 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 951

3 Jahre Memorandum – die Hauptstationen der Krise in Griechenland, mit einem Steuer-Armageddon, das Einkommen und Vermögen dezimierte.

Drei Jahre sind nun seit der Bekanntgabe des Giorgos Papandreou in Kastelorizo vergangen, mit welcher der damalige Premierminister die Aktivierung des Hilfsmechanismus EU – IWF verlangte und das Land in das Memorandum brachte. Seitdem trat die griechische Wirtschaft zwar in eine Periode der Änderungen mit etlichen positiven makroökonomischen Ergebnissen ein, jedoch wurden auch schmerzhafte Änderungen im Arbeitswesen durchgesetzt, während die Steuerattacke auf die Einkommen der Griechen beispiellos war.

In den drei Jahren des Memorandums (bzw. der Memoranden, da inzwischen das dritte ratifiziert ist) wurde eine gigantische volkswirtschaftliche Angleichung in Express-Zeit angegangen, mit dem schweren Preis der Rezession, in der die Wirtschaft im 6. aufeinanderfolgenden Jahr versunken bleibt, aber auch der explodierenden Arbeitslosigkeit.

Ein Gang an die Märkte liegt noch in weiter Ferne

Ziel war die drastische Senkung des volkswirtschaftlichen Defizits, mit 15,8% des BIP im Jahr 2009 als Ausgangspunkt, und die Rückkehr zur Erzielung stabiler primärer Überschüsse, damit die Bemühung um die Deeskalation der enormen öffentlichen Verschuldung unterstützt wird, die Griechenland außerhalb der Märkte hält.

Heute, drei Jahre später, fällt das laufende Defizit reduziert aus, während nach dramatischen Kürzungen der Löhne und Renten und wiederholten Steuererhöhungen, die jedoch den Konsum in die Knie zwingen, die Erzielung eines primären Überschusses erwartet wird. Eine Entwicklung, die jedoch de Deeskalation der Verschuldung als Prozentsatz des BIP untergräbt, der sich nach dem PSI und den zusätzlichen Maßnahmen des Novembers bei 175% bewegt und die Aussicht auf einen Gang an die Märkte in die Ferne rücken lässt.

Griechenland braucht Investitionen und ein neues Produktionsmodell

Zur selben Stunde hielt das Unvermögen zu Reformen auf den Produkt- und Dienstleistungsmärkten die Preise hoch: Es waren drei Jahre harter Austerität und fünf Jahre der Rezession erforderlich, um – zum ersten Mal nach nach 45 – Jahren zu einer Deflation überzugehen.

Zu den positiven Punkten zählt die große Deeskalation der laufenden Handelsbilanz wegen des Rückgangs bei dem Konsum und den Aufwendungen für Zinsen, und in diesem Jahr (2013) bewegt Griechenland sich auf ein fast ausgeglichenes Handelsdefizit zu. Damit dies jedoch erhalten bleibt, bleiben unter anderem die ausländischen Investitionen und die radikale Umgestaltung des griechischen Produktionsmodells nötig.

Die nachfolgende Rückschau bietet einen chronologischen Überblick auf die markantesten Daten und Ereignisse der vergangenen drei Jahre, die dazu führten, dass Griechenland heute nicht mehr das Land ist, das es war, bevor der damalige Ministerpräsident Papandreou sich entschied, EU und IWF offiziell um Hilfe anzurufen und die „Ära der Memoranden“ begann.

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